MotoPolo

Sonntag, 05. Dezember 2010 von Roman

Es ist eine dieser Geschichten, die Freitagabend beginnen. Wir waren auf einer Party von irgend jemandem, viele Leute, darunter auch Sam, den ich schon kannte, oder besser gesagt ein paar Mal getroffen hatte. Bei einem Bier meinte er, ich solle doch morgen zum Fussballfeld hinter dem Flughafen kommen, sie spielten da MotoPolo und ich dürfe gern zuschauen.

Ein paar Bier, wenig Schlaf und eine Dusche später näherte ich mich dem Feld. Sogleich kam Sam heftig winkend auf mich zu: “Roman, we’re short on players, you have to play!” Ich hatte keine Ahnung, was folgen würde, entsprechend skeptisch war ich. Aber es folgte einer der besten Nachmittage ever. (weiterlesen …)

Karisimbi is a baby, Muhabura is a mountain

Donnerstag, 25. November 2010 von rapha

Wir wussten auch vorher schon, dass es ein schweres Stück Arbeit werden würde den zweithöchsten ruandischen Vulkan der Virunga-Kette zu besteigen. Ich sah ihn Monate lang jeden Morgen gewaltig und kraftstrotzend in der Landschaft stehen. Ein fast perfekter Kegel, oft mit einer Wolkenkrone. Unten dicht bewaldet, oben karg und zerklüftet.

Wir dachten allerdings nicht, dass er für uns nicht zu bezwingen war. Zu überzeugt waren wir von unserer Leistungsfähigkeit und vor allem von unserer Zähheit. Schlussendlich mussten wir jedoch vor dem Berg kapitulieren und uns eingestehen das der Berg uns an diesem Tag geschafft hat und nicht wie geplant umgekehrt. (weiterlesen …)

Wir sind eine Turniermannschaft

Sonntag, 27. Juni 2010 von rapha

Nachdem die Vorrunde nun vorbei ist und Frankreich, sowie Italien verdient nach Hause gefahren sind, ist nun die Zeit ein wenig zurück zu schauen. Nachdem ich sowas von kein Sportjournalist bin, eigentlich bin ich ja gar kein Journalist, wird es eher um das Gefühl bei dieser „Afrikanischen-WM“ gehen. Die Stimmung ist hier offen gesagt weniger „Sommermärchen-like“, als viel mehr „Business-as-usual“. Das liegt zum einen daran, dass ich sehr viel arbeite, aber andererseits auch daran, dass das Fußballfieber hier nicht allgegenwärtig ist.

Natürlich hat das Spiel der afrikanischen Mannschaften damit auch einiges zu tun. Außer Ghana hat es kein Team in die Runde der letzten 16 geschafft. Aber auch die anderen Mannschaften spielen keinen hochklassigen Fußball. In der Vorrunde haben sich einige nach guten Leistungen auf Ergebnisfußball konzentriert (Deutschland, Brasilien, Portugal) oder sich nach schwächeren Vorstellungen ins Achtelfinale gezittert (Spanien zum Beispiel). Lediglich Argentinien und Holland zeigen Ansätze von richtig gutem Fußball. (weiterlesen …)

Kigali Peace Marathon

Samstag, 29. Mai 2010 von rapha

Es war mir ganz klar, dass dies passieren würde. Ich stand mitten unter den Läufern und sprach mit Freunden von mir die mitliefen. Ich war gerade mit dem Fahrrad dort hin gefahren um sie zu unterstützen. Ich trug Laufschuhe, war leicht angeschwitzt. Ich liebe das Gefühl kurz vor einem Lauf. Alle sind angespannt und warten darauf bis es los geht. Alle geben sich locker und unbeeindruckt. Innen sind alle angespannt.

Genau so ging es auch mir. Der einzige Unterschied war: Ich würde gleich von der Bahn gehen und nicht mitlaufen. Ich hatte mich dagegen entschieden weil ich zu feige war.
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DED Einsteigerseminar

Mittwoch, 29. Juli 2009 von rapha

img_0646Die letzte Woche habe ich mit neun Freiwilligen vom DED eine Einstiegswoche in Kigali verbracht. Eigentlich waren wir nicht nur dort, sondern waren auch viel unterwegs. Zwischendrin hab ich noch ein paar Extrawürste gebraten (naja hier muss man sagen Extrabrouchette) und war beim internationalen Sittigballturnier und bei der Abschiedsparty von Marc und Moritz in Kigali.

Wie ich am Dienstag schon geschrieben habe war ich mir nicht so ganz sicher was ich bei dem Seminar erwartet. Ich hatte einen Seminarplan und eine Adressliste der anderen Teilnehmer. Dazu noch einen Treffpunkt, dass war alles. (weiterlesen …)

Mein Körper und ich

Donnerstag, 16. Juli 2009 von rapha

img_0603Natürlich muss die philosophische Frage, ob es denn eine Trennung zwischen Körper und dem Ich geben kann, positiv beantwortet werden um eine Überschrift wie diese zu schreiben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich meinen Körper sowohl mental pushen, als auch mental verlangsamen kann.
Was mich jedoch dazu bewegt einen Blog zu meinem Körper zu schreiben, ist, dass wir beiden eine sehr lange Zeit miteinander verbracht haben und wir so eigentlich gute Freunde sein müssten. Müssten daher, da ich ja nicht immer gut zu meinem Körper bin.
In letzter Zeit ist es hier allerdings so, dass mein Körper auch nicht immer gut zu mir ist. Ich hatte von meinem Vorbereitungsseminar eine Sehnenscheidenentzündung mitgebracht und laboriere ja auch schon sicher ein halbes Jahr mit einer Schleimbeutelentzündung in meinem rechten Knie. Was hier dann noch dazu kam war, dass mein rechtes Außenband im Knöchel, auch ein alter Bekannter von mir, wieder zu schmerzen begann. Dazu kommen seit etwa einer Woche wieder Schmerzen im rechten Knie. Diesmal jedoch ein bisschen weiter oben als der Schleimbeutel, nämlich im Gelenk. (weiterlesen …)

Go Seminaire

Montag, 08. Juni 2009 von rapha

img_0169Am gestrigen Sonntag war großer Sportwettkampf mit einer Schule aus Ruhengeri. Ich konnte mir das nicht so vorstellen, aber bin einfach mal mit. Wir haben uns in den Sportarten Volleyball, Basketball und Fußball mit denen gemessen.

Wir sind um 10 Uhr am Seminar losgefahren um an der anderen Schule bis 1 Uhr zu warten bis die mit dem Gottesdienst fertig waren. (Der bei uns an der Schule hat um 8 Uhr angefangen und ging „nur“ bis 10 Uhr) Wir waren 3 Priester und ich, sowie so 30 Schüler die Teil einer der Mannschaften waren.

Das Volleyball spiel war sehr spannend, nach einem verlorenen ersten Satz konnten wir den zweiten und dritten gewinnen und so als Sieger vom Platz gehen. gespielt wurde übrigens auf einem Betonfeld, aber auf hohem Niveau.

Nach dem Volleyball gabs für die Priester und mich erstmal was leckeres zu essen. Die Schüler mussten so lange warten mit dem Weiterspielen.

img_01731Danach haben wir beim Basketball trotz der Unterstützung von Marleen und Betty so was von eins auf die Mütze bekommen. Die anderen waren alle einen Kopf größer und unsere Jungs hatten große Probleme beim Korbabschluss. Daran muss gearbeitet werden.

img_0179Also kam alles aufs Fußballspiel an. ich hatte mit unseren Jungs ja schon einmal gespielt, wusste also, dass sie ganz gut sind. Eigentlich hätten wir die anderen ziemlich im Griff haben sollen, aber leider haben wir viele eigensinnige Cristiano Ronaldos auf dem Platz. Erst in der zweiten Halbzeit kamen wir besser ins Spiel, kassierten jedoch nach einem Konter einen dummen Treffer. Jedoch konnten wir quasi im Gegenzug den Ausgleich erzielen. 1:1. Die Schlussphase war an Spannung kaum zu überbieten. Jedoch gelang uns kein Tor.

img_0201Nun war Zeit für die kurrioseste Situation: Unsere Nummer 5, der Schülersprecher, foult als letzter Mann einen Spieler der anderen. Pfiff. Rote Karte und Elfmeter. Doch dann passiert es. Spieler und Zuschauer protestieren. Das spiel wird für 15 Minuten unterbrochen. Große Diskussion. Father Wilson nimmt den Schiedsrichter bei Seite. Ergebnis: Rote Karte bleibt. Elfmeter gibt es keinen. Gut für uns. Endergebnis 1:1. Fair.

Ich bin dann zusammen mit der Mannschaft in Bus nach Hause gefahren, zum völligen Unverständnis von Father Wilson mit dem ich im Jeep hätte fahren sollen. Das war aber sehr witzig. Die haben gesungen und ich durfte (musste) Freestyle rappen. Sehr witzig.

Diese ganze Geschichte hat 9 Stunden gedauert, so dass wir erst um 7 Uhr zu Hause waren. nach dem Essen bin ich dann mal wieder kurz nach 9 Uhr ins Bett. Ich werde alt.

 

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