Tag 125

Montag, 05. Oktober 2009 von rapha

9d3t0623kb__dailyprophetde1Die neue Regierung in Deutschland wird 100 Tage Schonfrist haben bevor alle sie beginnen werden zu bewerten. Sie werden schauen ob die Reformen in die richtige Richtung gehen. Da Ruanda nachgesagt wird, dass hier alles ein bisschen länger dauert, was natürlich nicht in allen Belangen zutrifft, werde ich meine erste kritische Auswertung nun nach 125 Tagen machen. Dieser Umstand ist vor allem aber auch meinen kleinen Zeitbudget in den letzten Wochen geschuldet.

Meine Fragen für diese Auswertung werden folgende sein: Land und Leute: Wie komme ich zurecht, wie schätze ich es hier ein. Arbeit: Was tue ich und wie gefällt mir das? Leben: Wie ist mein Leben zurzeit, von was wird es geprägt? Ich: Wie sind meine Gefühle und Gedanken? Zukunft: Wie komme ich voran zu schauen was ich nach Ruanda machen will? (more…)

Kurz gemeldet (3)

Dienstag, 15. September 2009 von rapha

img_1069Sandro zu Besuch
Nachdem meine Mutter wieder nach Hause geflogen ist war mein Pfarrer Alexander aus Deutschland zu Besuch. Er hat Freunde in Kigali besucht und hatte zwei Tage Zeit um mich hier in Nkumba zu besuchen. Allein schon die Fahrt hier her war aufregend. Beim Stopp auf halber Strecke sahen wir Affen die Alexander gleich mal photographiert hat. Als Belohnung hat mich einer davon angefallen und mir einen Kratzer am Oberschenkel verpasst. Zu Hause haben wir dann zusammen gekocht und uns bei einem Glas Rotwein gut unterhalten. Auch auf seine Rückmeldung hin habe ich das Informationsprojekt angestoßen. Wir haben zusammen die Bibliothek besichtigt und eben diese im anderen Artikel beschriebenen Bücher gefunden. Alexander, der mit ruandischem Namen übrigens Habimana Sandro heißt, hat am Morgen hier dann die Schulmesse konzelebriert und die Schüler waren sehr überrascht wie der Pfarrer aus Deutschland plötzlich auf Kinyarwanda das Hochgebet gesprochen hat. Es hat mir sehr gut getan Alexander zu sehen und mit ihm zu sprechen. Vielen Dank für den Besuch Sandro.

img_1137Besuch aus Butare / St. Jean Fest
Schon am Wochenende drauf kamen dann Lilli und Hendrick, eine Freiwillige und ein Famulant aus Butare, zu Besuch. An jenem Samstag fand hier auch der Namenstag der Schule statt. Das bedeutet es gab ein großes Schulfest mit langem offiziellen Teil voller Ansprachen, Danksagungen und Ehrungen. Dabei war alles hier was in der Diözese Rang und Namen hat: Natürlich der Bischof, der Leiter der kath. Uni INES in Ruhengeri, mein Mentor Fabien, ziemlich viele andere Priester und Ehemalige der Schule. Dazu war noch der Distriktgouvaneur da. Hendrick, Lilli und ich saßen wohlgekleidet auf der Ehrentribüne. Völlig überrascht und sehr geehrt war ich, als ich in mehreren der Ansprachen lobend erwähnt wurde. Besonders nahe ging mir, als der Schülersprecher, extra auf Englisch, noch mal betont hat wie schön es er und die anderen Schüler finden dass ich da bin.
img_1181Zwischen den ganzen Ansprachen gab es immer mal wieder ein Lied. Eines davon habe ich mit meinen Schülern gesungen. Im Programmheft stand: „Song by Breyer and his Team.“ Ich würde es eher „rapha na inyuti“ nennen, „rapha and friends“ eben. Videos und Bilder von dem Tag gibt’s in der Galerie.
Abends haben wir dann zusammen Photoexperimente gemacht. Ich bin immer wieder überrascht was meine Kamera so alles kann, vor allem wenn man sie richtig bedient.
Am Sonntag ist Lilli wieder nach Butare gefahren, Hendrick blieb noch bis Montag. Am Sonntagabend hatten Hendrick und ich eines der sehr schönen Gespräche über alles und nichts, über Gott und die Welt, über Männer und Frauen, über Berufe und Politik. Das hat mir sehr gut getan, auch wenn wir dabei wieder mal viel zu viel geraucht haben. Am nächsten Morgen sind zusammen an den Lac Ruhondo gelaufen und haben uns dort ein Boot besorgt. Auch hier sind schöne Bilder entstanden. Es war ein sehr volles Wochenende, das sich aber auf jeden Fall gelohnt hat. Ich freue mich immer wenn Menschen sich nach Nkumba verirren, bei denen beiden war die Freude aber extrem groß.

img_1364Hairstyling und Photoshoot
Nachdem ich für mein neues Projekt nach Kigali musste und eigentlich eine andere Freiwillige namens Deborah besuchen wollte, war ich das letzte Wochenende wieder mal unterwegs. Nachdem Deborah allerdings nun nicht mehr bei ihrem Projekt in Mugonero ist, einem Kinderheim oberhalb des Kivusees, sondern nach Kigali gewechselt hat bin ich eben kurz entschlossen nach Butare gefahren. Dort haben wir ein richtig entspanntes Wochenende verbracht. Ein Film am Freitagabend (Leg dich nicht mit Zohan an [kann man sich wirklich sparen, selten so einen bescheuerten Film gesehen. Anm.d. Redaktion]), Samstag ewig Frühstücken und danach einfach weiter auf dem Balkon gammeln. Roxana und ich hatten dann die tolle Idee unsere Haare zu stylen und einfach mal einen Iro zu machem. Also Haargel und Spray raus und los kanns gehen. Wir haben das dann gleich genutzt um ein kleines Photoshoot draus zu machen. Ich finde die Bilder sind zum Teil wirklich cool geworden. Und Spaß gemacht hat es obendrein.
Jedoch soll auch hier der Sonntagabend nicht unerwähnt bleiben. Ich bin zurück nach Kigali gefahren und habe dort Clara, Hanna, Hannah, Philipp (ein Teil der Big Brother-WG der Freiwilligen in Kigali), Betty, Marlen, Klara („meine“ Ruhengerimädels) und Linus getroffen. Linus ist Freiwilliger beim kulturweit-Programm des Auswärtigen Amtes, wird ab dieser Woche in Kigali für die UNESCO arbeiten und ist spontan in die DED Gerüchteküche, also nach Apabena, einquartiert worden. Mit ihm zusammen bin ich dann am Montag auch durch die Stadt gezogen und wir haben geschaut ob irgendeine seiner Karten funktioniert um damit Geld zu holen. Fehlanzeige. Immerhin konnte ich ihm ein paar schöne Ecken von Kigali zeigen und mit ihm Mittagessen.

img_1305Bananen im Garten
Auch in diesem kurz gemeldet soll es wieder ein bisschen was Neues von meiner Banane geben. Also richtiger zurzeit: Den drei Bananen und den zwölf Sonnenblumen. Ich habe nämlich neben meine Bananen ein paar Sonnenblumen gepflanzt die ich nach und nach in meinen Garten verfrachten will. Dazu haben Hendrick und ich die Reste unseres Tomatensalats gesät. Nach einer Woche sind die Pflänzchen erst einen Zentimeter groß, aber vielleicht wird’s ja doch noch was mit den Tomaten im Garten.
Die Bananen haben inzwischen viele Blätter. Die große vier, die kleinen fünf und drei. Das wird also was. Sie spenden auch ein bisschen Schatten, wobei zurzeit der Sonnenschein zu wünschen übrig lässt. Es regnet grad relativ oft. Die Regenzeit soll das aber noch nicht sein. Letzte Woche hatten wir abends einen relativ starken Regenguss. Es war das erst Mal, dass ich mich in mein Wohnzimmer gesetzt habe und nicht hier im Innenhof bleiben konnte. Ich bin echt mal gespannt wie das ist wenn denn wirklich mal die Regenzeit um die Ecke kommt. Afrika stell ich mir, vom Wetter zumindest, doch ein bisschen anders vor.

Information Access Improvement Project

Donnerstag, 10. September 2009 von rapha

img_1313Meine Tätigkeit als Lehrer hier war die ersten drei Monate hauptsächlich davon geprägt, mich in die Philosophie der Schule einzuführen. Natürlich verfolgt das Petit Seminaire St. Jean Nkumba das Ziel die Schüler bestmöglich auszubilden. Die Probleme sind allerdings, dass wenig Innovation im Schulbetrieb ankommt und so vieles so gemacht wird wie immer. Auch die ruandische Kultur Vorgaben zu akzeptieren und Regeln zu befolgen schlägt sich hierbei nieder. Hinterfragen oder gegenüber von Autoritäten Verbesserungen vorzuschlagen passiert hier nicht. Damit ist die Schule abgeschnitten von der realen Welt und kocht ein wenig im eigenen Saft. Diese Erkenntnisse kamen mir nach einem Aha-Erlebnis vor zwei Wochen.

img_1314Für zwei Wochen war das von mir gesetzte Thema bei den Senior 5 (15 bis 17 Jahre) Erneuerbare Energien. Der Einstieg war ein Zeitungsartikel in welchem darüber berichtet wurde, dass Ruanda nun in die Produktion von Bio-Diesel einsteigen will. Wir haben einen Text aus meinem alten Englischbuch als Diktat geschrieben, in dem es um Klimaerwärmung geht. Im Anschluss daran sollten Fragen beantwortet werden. In der Diskussion haben wir verschiedene Energiequellen ausdifferenziert und anschließend Gruppen gebildet, die jeweils eine alternative Energiequelle vorstellen sollten. Dazu durften sie den Computerraum und die Bibliothek nutzen um Informationen zu sammeln. Zusätzlich haben wir zusammen beschrieben, was eine gute Präsentation ausmacht und welche Informationen darin enthalten sein sollten. Nach 3 Stunden Recherche, als die Präsentationen starten sollten, meldete sich keine Gruppe freiwillig mit dem Vortrag zu beginnen. Erst auf Nachfrage meinerseits wurde klar, das keine der Gruppen Informationen zu präsentieren hatte.

Die Erklärung hierfür war, dass im Computerraum nur einer von 10 Computern funktionierte und die Bücher in der Bibliothek alle mindestens 30 Jahre alt sind. Diese Fakten bestätigten sich nachdem ich mir den Computerraum und die Bibliothek ein wenig näher angeschaut habe. Nach Gesprächen mit meiner Mutter, die ja gerade zu Besuch war, und Alexander, meinem deutschen Pfarrer, war klar, dass ich an diesem Umstand etwas ändern will, ja vielleicht sogar muss.

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Fierce Lion on Tour

Donnerstag, 27. August 2009 von rapha

img_0956Endlich kann ich hier auch mal von positiven Seiten bei den Pfadfindern berichten. Die letzten beiden Monate war ich ja damit beschäftigt den Nationalvorsitzenden zu treffen und mal auszuloten, was denn meine Aufgaben hier sein könnten. Nachdem dieses Gespräch vor zwei Wochen stattgefunden hat und ich nun ein bisschen mehr weiß woran ich bin hab ich da ein besseres Gefühl.
Ansonsten habe ich hier regelmäßig Mittwochs und Sonntags bei den Treffen der Pfadfindergruppe meiner Schule (Truppname Fierce Lion) teilgenommen. Mittwochs machen sie immer die „daily good action“, also irgendwas sauber machen oder den Garten pflegen, Sonntags wird ein bisschen gesungen und geplant ist da auch ein wenig inhaltlich zu arbeiten.
Was mich nun aber so erfreut ist ein Treffen welches letzten Sonntag mit einer anderen Pfadfindergruppe stattgefunden hat. (more…)

Warum Mütter so wichtig sind

Donnerstag, 20. August 2009 von rapha

img_0934Lange und intensive 10 Tage atmen nun einmal durch. Es ist wieder viel passiert. Schule, Kigali, Mom abholen, Kigali zeigen, nach Ruhengeri fahren, mein Zuhause zeigen, den Markt in Ruhengeri besuchen, meine Mom den Priestern vorstellen, bei den Priestern essen, die Gegend erkunden und natürlich Minibus und Fahrradtaxi fahren.
Im Minibus wurde ich darauf angesprochen ob die weiße Frau mit der ich unterwegs bin meine Mutter sei. Als ich dies bejahte meinte der Frager: In der ruandischen Kultur sagt man: Man kann viele Dinge von verschiedenen Seiten bekommen, aber es gibt viele Sachen, die kann einem nur die Mutter geben. Ich merke, dass es mir sehr gut tut meine Mutter um mich zu haben. Sie ist eine Person mit der ich viel rede, die viel fragt und hinterfragt und der Mann im Bus hatte recht: Es gibt Dinge die kann mir nur meine Mutter geben.

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Tag 50

Dienstag, 21. Juli 2009 von rapha

img_0574Mittlerweile bin ich seit 50 Tagen aus Deutschland weg und arbeite hier in Ruanda. Ich bin in mein Haus eingezogen, habe die ersten paar Wochen unterrichtet, habe viele Leute kennen gelernt, bin viel Bus gefahren, habe meine erste Leerlaufphase hinter mir, habe Routine im Kochen und Wäsche waschen. Außerdem habe ich durch das erste Paket und die ersten Postkarten schriftlichen Kontakt zur Heimat. Das ist mal wieder ein guter Punkt zu schauen wie es mir so geht und wie sich die Dinge so entwickeln.

Seit 2 Wochen hab ich nun frei. Ende letzter Woche war noch die Zeugnisübergabe, zumindest geplant. Das Problem war, dass die Schüler nicht wollten, dass vor der ganzen Schule verkündet wird wer wie gut abgeschnitten hat in diesem Trimester. Ich habe mit den anderen Lehrern gewartet, aber die Schüler kamen nicht. Normalerweise finden die Zeugnisübergaben in den Klassen statt, die Priester haben das aber am Tag zuvor geändert. Also 2 Stunden warten, die Priester wollten nicht nachgeben, die Schüler nicht zur Zeremonie kommen. Mich hat das überrascht, da die Ruander normalerweise sehr genau auf die Autoritäten hören. Ich hab ihre Position jedoch auch verstanden. img_0553Das Ende vom Lied war, dass die Schüler keine Zeugnisse bekommen haben und diese erst überreicht werden, wenn die Eltern der Schüler (!) erklären, warum die Schüler nicht an dieser Zeremonie teilnehmen wollten. Die Priester haben mir auch gesagt, dass diese Verweigerung der Schüler dafür sorgen wird, dass manche der Schüler, wie sie meinten die Aufrührer, die Schule verlassen müssen. „Wir sind doch keine öffentliche Schule sondern eine Privatschule. Hier haben die Kinder zu gehorchen“, war die Aussage dazu. Ich bin gespannt wie das weiter geht. Ich nehme aber an, dass sich die Priester sich durchsetzen werden, ein paar Schüler von der Schule geworfen werden und sich die Anderen ganz unterwürfig entschuldigen werden. (more…)

Als schlecht schmeckender Bananenwein meinen Tag rettete

Mittwoch, 17. Juni 2009 von rapha

img_0280Wenn Ruander Bananenwein trinken, dann nicht ein Glas, sondern immer mindestens zwei. Egal obs dem Gast schmeckt oder nicht. Aber der Reihe nach.

Der heutige Tag fing komisch an. Ich war völlig unmotiviert für meine Englischstunden und wäre am liebsten wieder in mein Bett. Also habe ich mir was aus den Fingern gesaugt und bin da hin. Erstmal execise an die Tafel geschrieben und exercise gemeint. Super. Also Thema heute argumentative composition. Erklärt. Niemand hatts verstanden. Was denn Mind Mapping sei und ob sie denn auch französische Ausdrücke benutzen dürfen wenn sie keine englischen kennen. Was ein scheiß Tag. Also Thema an die Tafel geschrieben, anfangen. Nach 20 Minuten die Frage ob denn Adolf Hitler ein Held in Deutschland sei, wohlgemerkt beim Thema: What are the advantages and disadvantages of having a Television? Den Ausdruck mass murderer kannten sie auch nicht. Scheiß Tag. Irgendwann hab ich dann alle Fragen die nicht zum Thema passen unterbunden. Zum Glück war die Stunde um. Vor dem Mittagessen hab ich mich dann erstmal ne Stunde hingelegt. Dann lecker essen und die zweite Stunde bei in Senior 5. Brav weiterschreiben. Anschließend vorlesen. Naja geht doch. Ich hatte angeboten, wer will kann sein geschriebenes abgeben, ich schau das dann an. Jetzt hab ich 32 zweiseitige Texte auf meinem Schreibtisch liegen. Hab mir mal bis nächste Woche Zeit gegeben die zu lesen.
img_0290Da wusste ich: Ich muss was machen aus dem Tag, sonst wird er echt noch blöder. Also in mein Haus und geschaut was ich da so tun kann. Feuerstelle! In meinen Innenhof muss eine Feuerstelle. Schubkarre geschnappt und runter zum Lager und zwei Mal vollgepackt wieder hoch. Dann eine Panga (so ein Schwertmesser) ausgeliehen und Holz gemacht. Auch das Hochgefahren und im schweiße meines Angesichts eine Feuerstelle gebaut. Sieht gut aus wie ich finde. Dann die Schubkarre wieder runter und mit den Jungs die zu spät zum Unterricht kamen und deswegen Strafdienst mit der img_0286Hacke im Garten verrichteten durch eben jenen gegangen. Paprika geerntet, Avocado gepflügt, Guave gepflückt und sofort gegessen (an Mirko gedacht) und das Beste: Einen großen Bananenbaum ausgesucht, der diese Woche noch in meinen Innenhof geplanzt wird. Zu den anderen Pflanzen die ich dafür auf unserem riesen Grundstück zusammensammeln werde.
Zurück im Priesterhaus waren sie grad dabei ein bisschen Bananenwein zu trinken. Das sind irgendwie vergorene Bananen. Hat angeblich knapp 15 % und wird aus Wassergläsern getrunken. Als ich mein Glas leer hatte meinte Father Andrew überschwänglich: In Ruanda wird davon nie ein Glas getrunken sondern mindestens zwei. Auch das zweite schmeckte nicht. Der Tag war aber gerettet.

Go Seminaire

Montag, 08. Juni 2009 von rapha

img_0169Am gestrigen Sonntag war großer Sportwettkampf mit einer Schule aus Ruhengeri. Ich konnte mir das nicht so vorstellen, aber bin einfach mal mit. Wir haben uns in den Sportarten Volleyball, Basketball und Fußball mit denen gemessen.

Wir sind um 10 Uhr am Seminar losgefahren um an der anderen Schule bis 1 Uhr zu warten bis die mit dem Gottesdienst fertig waren. (Der bei uns an der Schule hat um 8 Uhr angefangen und ging „nur“ bis 10 Uhr) Wir waren 3 Priester und ich, sowie so 30 Schüler die Teil einer der Mannschaften waren.

Das Volleyball spiel war sehr spannend, nach einem verlorenen ersten Satz konnten wir den zweiten und dritten gewinnen und so als Sieger vom Platz gehen. gespielt wurde übrigens auf einem Betonfeld, aber auf hohem Niveau.

Nach dem Volleyball gabs für die Priester und mich erstmal was leckeres zu essen. Die Schüler mussten so lange warten mit dem Weiterspielen.

img_01731Danach haben wir beim Basketball trotz der Unterstützung von Marleen und Betty so was von eins auf die Mütze bekommen. Die anderen waren alle einen Kopf größer und unsere Jungs hatten große Probleme beim Korbabschluss. Daran muss gearbeitet werden.

img_0179Also kam alles aufs Fußballspiel an. ich hatte mit unseren Jungs ja schon einmal gespielt, wusste also, dass sie ganz gut sind. Eigentlich hätten wir die anderen ziemlich im Griff haben sollen, aber leider haben wir viele eigensinnige Cristiano Ronaldos auf dem Platz. Erst in der zweiten Halbzeit kamen wir besser ins Spiel, kassierten jedoch nach einem Konter einen dummen Treffer. Jedoch konnten wir quasi im Gegenzug den Ausgleich erzielen. 1:1. Die Schlussphase war an Spannung kaum zu überbieten. Jedoch gelang uns kein Tor.

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img_0201Nun war Zeit für die kurrioseste Situation: Unsere Nummer 5, der Schülersprecher, foult als letzter Mann einen Spieler der anderen. Pfiff. Rote Karte und Elfmeter. Doch dann passiert es. Spieler und Zuschauer protestieren. Das spiel wird für 15 Minuten unterbrochen. Große Diskussion. Father Wilson nimmt den Schiedsrichter bei Seite. Ergebnis: Rote Karte bleibt. Elfmeter gibt es keinen. Gut für uns. Endergebnis 1:1. Fair.

Ich bin dann zusammen mit der Mannschaft in Bus nach Hause gefahren, zum völligen Unverständnis von Father Wilson mit dem ich im Jeep hätte fahren sollen. Das war aber sehr witzig. Die haben gesungen und ich durfte (musste) Freestyle rappen. Sehr witzig.

Diese ganze Geschichte hat 9 Stunden gedauert, so dass wir erst um 7 Uhr zu Hause waren. nach dem Essen bin ich dann mal wieder kurz nach 9 Uhr ins Bett. Ich werde alt.

Call for Englischstunden

Samstag, 06. Juni 2009 von rapha

Wie ihr gelesen habt, dar ich ab nächster Woche Englisch unterrichten. Ich habe zwei Klassen. Einmal die Senior 5 3 Stunden die Woche und die Senior 6 2 Stunden. Das heißt die sind zwischen 16 und 19 Jahren alt. Ich habe keinen blassen Schimmer was ich mit denen machen soll. Hat jemand Vorschläge? Die können wohl alles in Grammatik und machen wohl meist so Dikussionssachen. Also bitte hier mal ein paar pädagogich wertvolle Unterrichtseinheiten posten 😉

Angekommen an der Schule

Freitag, 05. Juni 2009 von rapha

img_0107Nach der Nacht in Kigali hat mich (nach 2 Stunden warten) Father Wilson abgeholt. Wir haben einen Abstecher zum Generalvikar von Kigali gemacht und sind dann die etwa 60 km nach Ruhengeri gefahren. Dabei wurde mir bewusst wie wenig ich eigentlich letztes mal auf dem Land war. Ich habe die meiste Zeit in Kigali verbracht. Das Bild entlang der Straße müsst ihr euch so vorstellen, dass über all Menschen sind die rum sitzen oder auch rumlaufen.

img_0116Wir sind in Ruhengerie zuerst zur INES gefahren. Dies ist eine private Uni hier. Dort habe ich Abbé Fabien getroffen. Meinen Mentor in Ruhengeri. Er ist Vice Chair von INES. Mit ihm und Father Wilson war ich dann auf dem Gelände der Diözese Essen. Es gab gegrilltes Hähnchen und natürlich Mützig, neben Primus das andere ruandische Bier. Die Preise sind dort relativ hoch. Das ganze Hähnchen was ich mit Wilson geteilt habe kostet 3000 Francs, also etwa 4 Euro. bezahlt habe ich jedoch nicht. Fabien hat uns eingeladen. Danach sind wir mit unserem Fahrer zur Schule gefahren. Sie liegt etwa 10 km außerhalb von Ruhengeri auf der Straße und dann noch mal 4 km den Berg runter auf einer Sandpiste, vorbei ein kleinen Hütten, Bananenhainen und noch mehr Leuten die rumsitzen oder rumlaufen.

img_0128Die Schule ist ein ziemlich großes Gelände. Es gibt ein Gebäude mit Innenhof in dem die Priester untergebracht sind. Es wohnen und arbeiten dort 6 Priester und etwa 15 Lehrer. Sie betreuen etwa 200 Schüler zwischen 11 und 19. Denen wurde ich gleich vorgestellt als der neue Lehrer für Englisch und praktische Musik. Damit ist mein Job für die nächste Zeit definiert. Ich soll in den Klassen Senior 5 und Senior 6 Englisch unterrichten. Dazu irgendwas mit Musik machen. Hört sich gut an. Das bedeutet, dass ich etwa 10 Stunden die Woche unterricht halten soll. Daneben gibt es an der Schule 3 Häuser in denen die Lehrer wohnen, ein Veranstaltungshaus, eine Bibliothek, eine riesen Essenshaus in dem die Schüler essen und natürlich eine Kirche. Neben der Schule ist ein Schwesternkonvent. Dieses und natürlich auch die darin lebenden 14 Schwestern besuchte ich am zweiten Tag. Sie waren sehr froh mich zu sehen, sangen mir ein Lied und brachten mir nützliche Sätze auf Kinyarwanda bei. Erwähnenswert ist, dass die Schwestern komplett von der Außenwelt getrennt leben. Wir trafen uns in einem Raum, welcher von einem Metallgitter getrennt war. Wilson und ich auf der einen Seite, die Schwestern auf der anderen.

Zu Beginn wohne ich jetzt in einem Zimmer, oder besser zwei, welches für den Bischof reserviert ist. Damit wohne ich bei den Priestern und esse auch mit ihnen. Gekocht wird vom Koch und alles andere machen die Hausangestellten. Sehr komfortabel. Ich bin dort sehr Willkommen und Father Wison kümmert sich gut und vor allem immer um mich. Ich muss ihm klar machen wenn ich was alleine machen will, sonst würde er mir sicher auch helfen zur Toilette zu gehen. Das gute daran ist, dass ich so viele Wörter auf Kinyarwanda lerne. Die Sachen die es zu essen gibt und allerlei Begrüßungen kenn ich schon. Am Wochenende soll sich meine Wohnsituation jedoch ändern: „The best house for the best Teacher“ ist die Losung. Ich werde in eine Art Doppelhaushälfte mit 4 Zimmern ziehen. Die soll aber noch für mich hergerichtet werden und morgen werden wir sie zusammen einrichten. Dann kann ich auch für mich selber kochen. Im besten Fall wird es klappen, dass ich alleine wohnen kann und so ein bisschen Privatsphäre bekomme, aber trotzdem in engem Kontakt zu den Priestern stehe und dort auch ab und an sein kann. Das wäre wirklich perfekt.

Ansonsten habe ich jetzt schon alle Freiheiten. Ich kann zur morgentlichen Messe um halb 7 kommen oder auch nicht. Ich kann immer mitessen, oder auch nicht.

Am zweiten Tag habe ich versucht klar zu machen, dass ich schauen will, wie Unterricht hier funktioniert. Jedoch kam die Englischlehrerin nicht zu der Stunde und so hab ich das machen dürfen. Also auch hier ist es gut Sachen aus dem Ärmel schütteln zu können.

img_0130Außerdem habe ich gestern mal den Weg hoch zur Straße abgelaufen. Ich hab dafür fast eine Stunde gebraucht, weil ich gefühlte 1000 schwarze Hände geschüttelt habe. Das ist zu Fuß machbar, muss ja auch, da dies der einzige Weg in de Stadt ist. Runter geht schneller, man kann für 200 Francs, also so knapp 30 Cent ein Fahrradtaxi nehmen.

Heute Morgen bin ich dann mit Father Diodonne nach Ruhengeri gefahren. Hier habe ich in der lauten und geschäftigen Stadt ein ruhiges Kaffee gesucht in dem ich nun sitze und schreibe. Dazu guten ruandischen Tee. Super.

Gleich treffe ich mich mit Marleen und Elisabeth (Betty), zwei Freiwilligen die hier in Ruhengeri arbeiten zum Mittagessen. Ich freu mich drauf.

 

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