Tag 125

Montag, 05. Oktober 2009 von rapha

9d3t0623kb__dailyprophetde1Die neue Regierung in Deutschland wird 100 Tage Schonfrist haben bevor alle sie beginnen werden zu bewerten. Sie werden schauen ob die Reformen in die richtige Richtung gehen. Da Ruanda nachgesagt wird, dass hier alles ein bisschen länger dauert, was natürlich nicht in allen Belangen zutrifft, werde ich meine erste kritische Auswertung nun nach 125 Tagen machen. Dieser Umstand ist vor allem aber auch meinen kleinen Zeitbudget in den letzten Wochen geschuldet.

Meine Fragen für diese Auswertung werden folgende sein: Land und Leute: Wie komme ich zurecht, wie schätze ich es hier ein. Arbeit: Was tue ich und wie gefällt mir das? Leben: Wie ist mein Leben zurzeit, von was wird es geprägt? Ich: Wie sind meine Gefühle und Gedanken? Zukunft: Wie komme ich voran zu schauen was ich nach Ruanda machen will? (more…)

Fierce Lion on Tour

Donnerstag, 27. August 2009 von rapha

img_0956Endlich kann ich hier auch mal von positiven Seiten bei den Pfadfindern berichten. Die letzten beiden Monate war ich ja damit beschäftigt den Nationalvorsitzenden zu treffen und mal auszuloten, was denn meine Aufgaben hier sein könnten. Nachdem dieses Gespräch vor zwei Wochen stattgefunden hat und ich nun ein bisschen mehr weiß woran ich bin hab ich da ein besseres Gefühl.
Ansonsten habe ich hier regelmäßig Mittwochs und Sonntags bei den Treffen der Pfadfindergruppe meiner Schule (Truppname Fierce Lion) teilgenommen. Mittwochs machen sie immer die „daily good action“, also irgendwas sauber machen oder den Garten pflegen, Sonntags wird ein bisschen gesungen und geplant ist da auch ein wenig inhaltlich zu arbeiten.
Was mich nun aber so erfreut ist ein Treffen welches letzten Sonntag mit einer anderen Pfadfindergruppe stattgefunden hat. (more…)

Tag 50

Dienstag, 21. Juli 2009 von rapha

img_0574Mittlerweile bin ich seit 50 Tagen aus Deutschland weg und arbeite hier in Ruanda. Ich bin in mein Haus eingezogen, habe die ersten paar Wochen unterrichtet, habe viele Leute kennen gelernt, bin viel Bus gefahren, habe meine erste Leerlaufphase hinter mir, habe Routine im Kochen und Wäsche waschen. Außerdem habe ich durch das erste Paket und die ersten Postkarten schriftlichen Kontakt zur Heimat. Das ist mal wieder ein guter Punkt zu schauen wie es mir so geht und wie sich die Dinge so entwickeln.

Seit 2 Wochen hab ich nun frei. Ende letzter Woche war noch die Zeugnisübergabe, zumindest geplant. Das Problem war, dass die Schüler nicht wollten, dass vor der ganzen Schule verkündet wird wer wie gut abgeschnitten hat in diesem Trimester. Ich habe mit den anderen Lehrern gewartet, aber die Schüler kamen nicht. Normalerweise finden die Zeugnisübergaben in den Klassen statt, die Priester haben das aber am Tag zuvor geändert. Also 2 Stunden warten, die Priester wollten nicht nachgeben, die Schüler nicht zur Zeremonie kommen. Mich hat das überrascht, da die Ruander normalerweise sehr genau auf die Autoritäten hören. Ich hab ihre Position jedoch auch verstanden. img_0553Das Ende vom Lied war, dass die Schüler keine Zeugnisse bekommen haben und diese erst überreicht werden, wenn die Eltern der Schüler (!) erklären, warum die Schüler nicht an dieser Zeremonie teilnehmen wollten. Die Priester haben mir auch gesagt, dass diese Verweigerung der Schüler dafür sorgen wird, dass manche der Schüler, wie sie meinten die Aufrührer, die Schule verlassen müssen. „Wir sind doch keine öffentliche Schule sondern eine Privatschule. Hier haben die Kinder zu gehorchen“, war die Aussage dazu. Ich bin gespannt wie das weiter geht. Ich nehme aber an, dass sich die Priester sich durchsetzen werden, ein paar Schüler von der Schule geworfen werden und sich die Anderen ganz unterwürfig entschuldigen werden. (more…)

Spurensuche in der Boomtown Kigali

Dienstag, 30. Juni 2009 von rapha

image006Eigentlich hatte ich ja geplant am Samstag nach Kigali zu fahren. Am Freitag morgen jedoch schrieb mir Betty ich solle doch schon Freitag kommen, da sie am Samstag schon wieder weiter ziehen würden.
Also direkt nach der Englischklausur in den Bus nach Kigali. Ich traf dann nicht nur Betty und Marleen, sondern auch die anderen DED Weltwärtsfreiwilligen und wir sind zusammen zum Ruanda Film Festival gegangen. Danach waren wir noch was trinken und tanzen. Das war sehr schön. Vor allem, weil ich mich gleich schön aufgenommen gefühlt habe. Das war nicht selbstverständlich. Vor allem: Sie meinten ich sehe aus wie Stefan Raab. Entschuldigung mal?

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Blitzbesuch Westernohe

Sonntag, 31. Mai 2009 von rapha

img_0225Direkt aus Köln bin ich nach Westernohe gefahren um mich dort von meinem Arbeitskreis zu verabschieden und auch noch mal kurz mit dem Bundesarbeitskreis Internationale Gerechtigkeit zu sprechen, die mich ja quasi aussenden. Dabei konnte ich auch kurz zwei Mitglieder der ruandischen Nationalleitung treffen. Dies ist gut für den Kontakt vor Ort.

Bei dieser ganzen Aktion war ich sehr müde. Dort habe ich ab und zu gedacht, ich hätte es mir nicht geben sollen. Nach einer so anstrengenden und intensiven Zeit in Köln noch mal eine für mich emotionale Situation. Aber im endeffekt war es doch gut.

Ich war, dadurch, dass ich ja nur 24 Stunden da war, auch nicht richtig Teil der Gruppe, fand es aber sehr schön noch mal viele Leute zu treffen.

Der Abschied gestern ging mir dann richtig Nahe. Das letzte Mal „Nehmt Abschied Brüder“ für eine lange Zeit. Es war eine spezielle Art von Abschied für mich. Für eine lange Zeit…

 

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