Ach Herr Brück…

Donnerstag, 03. November 2011 von rapha

In der Rhein-Zeitung hat Dietmar Brück einen Artikel über seine Ruanda-Reise veröffentlicht. Dies ist eine Antwort.

Ruanda zu verstehen ist nicht einfach, über Ruanda zu schreiben schon gar nicht. Das einzusehen und deshalb in seinen Behauptungen wage zu bleiben, ist das Eine, Klischees zu bedienen und vermeintlich klare Fakten ungeprüft zu verbreiten, das Andere.

Ein Artikel wie Ihrer über einen Besuch im Gefängnis in Gitarama liest sich gut. Ein wenig wird angeprangert wie schlecht es den Gefangenen geht, ein bisschen beschreiben sie, sogar in der Überschrift, wie die Gefangenen trotzdem guten Mutes zu sein scheinen. Dazu eine Brise Völkermord und HIV und fertig ist das nichts sagende Bild, von dem jeder das behalten kann, was er oder sie sich schon vorher so gedacht hat. „Bilder bedienen“ kann man es auch nennen.

Sehr geehrter Herr Brück, das bringt niemandem etwas.

Natürlich schreiben sie mit der Rhein-Zeitung für eine Tageszeitung und nicht für ein politisches Enthüllungsmagazin, aber ein bisschen mehr Differenziertheit und vor allem Faktenrecherche würde auch ihren Lesern sicher gefallen und vor allem ein Verständnis für das Rheinland-Pfälzische Partnerland erzeugen das über Klischees und Regierungswahrheiten hinaus geht.

Das ist gar nicht so schwer, man muss nur ein wenig Kenntnis darüber haben, wie Dinge in Ruanda funktionieren und diese mit unterschiedlichen Quellen und ein bisschen journalistischer Vorsicht kombinieren. (more…)

Kein zweierlei Maß

Mittwoch, 01. September 2010 von rapha

In den letzten Tagen ist ein vorläufiger Bericht der Vereinten Nationen an die Presse durchgesickert, der sich mit den Vorkommnissen während der beiden Kongo-Kriege in den 1990er Jahren beschäftigt. Darin werden auch der ruandischen Armee Kriegsverbrechen unterstellt. Schlimmer wiegt aber der Vorwurf, die ruandische Armee hätte zielgerichtet ruandisch-stämmige und kongolesische Hutu getötet, auch Frauen, Kinder und Alte. Der Bericht beschreibt, dass diese Taten, sollten sie von einem ordentlichen Gericht bestätigt werden, als Völkermord angesehen werden können.

Die ruandische Regierung drohte mit dem Abzug ruandischer VN Soldaten aus dem sudanesischen Darfur, wo sie an einer Friedensmission teilnehmen, falls der Vorwurf gegenüber der ruandischen Armee auch in der Endfassung des Berichts enthalten sein sollte.

Für die VN, die dem Völkermord in Ruanda 1994 untätig zusahen, verbiete es sich, gerade der Armee, die den Völkermord beendete, solche Taten zu unterstellen.

Die Völkergemeinschaft darf dieser Forderung nicht nachgeben, denn sie zeigt, dass Ruanda grundlegende Ideen der Vereinten Nationen nicht verstanden hat.

Ein Kommentar.
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The Economist: Efficiency versus freedom

Freitag, 27. August 2010 von rapha

Grundtenor des Kommentars aus The Economist über die Entwicklung in Ruanda ist, dass es langfristig materielle Hilfe nichts bringt, wenn sich das politische System in eine Tyrannei verwandelt.

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This is Africa: Lies, machinations, and writing about Rwanda.

Freitag, 19. März 2010 von rapha

Artikel des von mir schon mal empfohlenenen Blo „This is africa“ von Chris, der über die Kritik des ruandischen Präsidenten schreibt und vor allem über die Problematik sich beim schreiben auf eine Seite gezogen zu fühlen. Lesenswert.

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