Auf den Hund gekommen

Mittwoch, 05. Mai 2010 von rapha

Mittlerweile wohne ich ja schon seit zwei Monaten in meinem Haus in Kigali. Manche Sachen sind dabei schon normal geworden. Der tägliche Weg zur Arbeit genau so wie das Benutzen eines Backofens. Ich genieße es nach wie vor sehr, auf dem Balkon zu sitzen und bei gutem Wetter auch im Garten zu liegen.

Manche Sachen sind auch nach wie vor manchmal ein bisschen komisch. Zum Beispiel, einen Hausangestellten zu haben der die Hecke schneidet und die Wäsche wäscht. Ich hatte aber nicht wirklich eine Wahl, da er schon auf dem Grundstück gewohnt hat, als ich hier eingezogen bin.

Was allerdings immer noch eine Sache ist die komisch für mich ist, ist mein neues Haustier. Neben Pierre, meinem Guard, Eveline, meiner holländischen Mitbewohnerin, und mir wohnt hier nämlich noch Polly, mein Hund. (weiterlesen …)

Party auf dem Land – Deutschland trifft Ruanda

Donnerstag, 12. November 2009 von rapha

img_2419Letztes Wochenende war es dann soweit: Zum ersten Mal in meiner Zeit in Nkumba hatte ich viele Leute eingeladen. Grund dafür war die „7 Tage vor Geburtstag, 34 Tage nach Namenstag und 27 Tage vor Halbzeit-Party“. (Vielleicht wäre eine Geburtstagsparty am 14. November einfacher gewesen, aber der Termin hat nicht gepasst.)

Ich hatte alle Auswärtigen für das ganze Wochenende eingeladen. So war die Entscheidung zu kommen einfacher und außerdem musste ich nicht die ganze Party alleine vorbereiten. Zusammen mit dem Partykomitee Klara und Florian aus Ruhengeri haben wir in den Wochen vorher einen Plan gemacht, was wir brauchen und vor allem wie viel. Da kommt ganz schön was zusammen, da wir alles von außerhalb in ausreichende Menge kaufen mussten. Am Samstagabend noch schnell zur Tanke gehen und Bier nachkaufen geht ja nicht.
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Achtung Diebstahl!

Montag, 02. November 2009 von rapha
Bild: Archiv

Bild: Archiv

Wie in dem kleinen Bericht über die Botschaftsparty schon angeklungen ist, hab ich bei der anschließenden Diskotour mir mein Handy entwenden lassen. Als ich heute Morgen vom Kaffee holen bei den Priestern zurück kam war auch das Ersatzgerät nicht mehr aufzufinden. Auch das Ladekabel hat gefehlt. Schnell war mir klar, dass jemand über die Mauer meines Innenhofs geklettert sein muss und das Handy mitgenommen hatte. Genug Gründe die beiden Geschichten mal ein bisschen genauer zu erklären. Dabei will ich gleich mal allgemein was zum Thema Diebstahl und Verbrechen in Ruanda sagen. Aber eins nach dem Anderen. (weiterlesen …)

Eindrücke in und von Ruanda

Dienstag, 25. August 2009 von Franziska

img_0987Meine Vorstellungen von Afrika-Ruanda waren wohl die für einen Europäer der zum ersten Mal Afrika besucht typischen:

weites Land
heiße Sonne
wenig Menschen.

Aber Ruanda erlebe ich ganz anders:
Die Gegend hier ist mit fruchtbarer brauner Vulkanerde bedeckt, es wachsen jede Menge grüner Pflanzen: Mais, Bohnen, Bananenstauden, Kartoffeln…Die Felder ziehen sich weit, weit die Hügel hinauf. (weiterlesen …)

Kurz gemeldet (1)

Montag, 06. Juli 2009 von rapha

img_0471Klausuren fertig

Nach einer Woche sind nun auch die Abschlussklausuren für dieses Trimester rum. Ich hatte es ein bisschen einfacher, da ich mit den Senior 6 nur eine mündliche Prüfung gemacht habe. Schwieriger wird es bei den Senior 5. Die haben eine schriftliche Klausur geschrieben die ich gerade noch am korrigieren bin. Dazu hatte ich noch zwei Mal Prüfungsaufsicht. Also 3 Stunden lang blöde schauend durch die Reihen laufen. Aber auch das ging einigermaßen gut. Nachdem die alle Priester werden wollen haben die natürlich nicht voneinander abgeschrieben.

img_0475Elster verschönert Innenhof
Als ich am Donnerstag nach Haus kam war mein kompletter Müll in meinem Innenhof verteilt. Nach den Bißspuren und den Kotklecksen überall gehe ich davon aus, dass den Elstern die hier überall rumfliegen irgendwas aus meiner Mülltüte geschmeckt hat. Nachdem ich den Innenhof vom Müll befreit habe, habe ich ihn mal mit Wasser geflutet und, wie man es hier macht, mit ein bisschen Waschpulver und einem Straßenbesen mal ordentlich gereinigt. Jetzt sieht es echt mal gut aus. Das Problem ist nämlich, dass sich der Staub hier in der Trockenzeit überall absetzt. Das Müllproblem habe ich so gelößt, dass ich jetzt ein zwei Quadratmeter Müllzimmer habe. Ich hoffe da gehen die nicht rein.

img_0481Bananen stehen im Innenhof
Auch mein erstes Langzeitprojekt ist vorerst abgeschlossen. Nach 2 Wochen harter körperlicher Arbeit, bei der ich immer von ein paar Schaulustigen belächelt wurde stehen nun drei schöne Bananenbäume in meinem Innenhof. Dazu habe ich etwa 500kg Boden mit einem Eimer durch mein Haus geschleppt. Man hat mir gesagt, die müssen so beschnitten werden, damit sie wieder treiben und gut anwachsen. Geerntet werden kann an dem großen Baum allerdings erst in zwei Jahren. Mein Nach-Nachfolger wird dann diese hoffentlich gut schmeckenden Inyamunyu genießen können und hoffentlich dabei an mich denken. Das größte Problem war eine Kiste zu bekommen in welcher die Bananen Platz haben um zu wachsen. Jetzt steht da eine 1mx1mx0,7m Holzbox die ich mir für knapp 10 Euro habe zimmern lassen. Schön war auch das Ding mit vier Leuten die zwei Kilometer hier her zu tragen. Ich kam mir ein bisschen vor wie im Alten Testament mit der Bundeslade.

img_0504Paulustag gut überstanden
Wie ihr vielleicht auf Twitter gesehen habt, war gestern Paulustag. Diözesaner Weltjugendtag würde man das in Deutschland nennen. Etwa 4000 Schüler aus der ganzen Diözese haben erst einen drei Stunden Open Air Gottesdienst gefeiert um dann nochmal zwei Stunden mit einem Kulturprogramm beglückt zu werden. Bilder gibt es in der Galerie. Da gibts auch ein Video vom Gottesdienst und von einer Tanzeinlage. Für die Prieser, die anderen Lehrer und mich gab es dann viel zu trinken und auch was zu essen. Nachher habe ich mich mit meinem Mentor nochmal auf ein Bier getroffen. Er hat mich dann zum Glück auch nach Hause gefahren. Dabei haben wir das tolle Lied Ui Umugati gehört. Als ich ihm sagte, dass ich es in Deutschland schon gesungen habe, (die DL wird sich vielleicht daran erinnern) meinte er nur trocken: Ich hab es geschrieben. Abends hab ich dann mal wieder bei den Priestern gegessen. Hase. Sehr lecker.

Heute werden jetzt zuerst Klausuren korrigiert und dann schau ich mal was ich die nächsten zwei Wochen Urlaub mache. Ich hab mich inzwischen auch zu einem Seminar des DED für Freiwillige hier Ende Juli angemeldet.

Call for Postkarten

Samstag, 20. Juni 2009 von rapha

img_0326-1Nachdem ich jetzt in meinem neuen Haus bin, bin ich nun daran alles schön zu machen. Leider hab ich nicht so viele Sachen um sie in insgesammt 9 Zimmern an die Wand zu hängen. Deshalb hier der Aufruf: Schreibt mir Postkarten. Egal ob aus dem Urlaub, von zu Hause, aus der Uni, von euren Auslandsdienstsplätzen. Nachdem ich ja nich gerade für meine pessimistische Art bekannt bin, hab ich mal als Ziel gesetzt, dass ich gerne 50 Postkarten aus 50 verschiedenen Städten in mindestens 5 verschiedenen Ländern an meine Postkartenwand hängen will. Ob das funktioniert hängt allerdings von euch ab. Natürlich werde ich jede einzelne Karte beantworten. ;-) Als kleinen Anreiz und zum Start meiner Kinyarwanda Wortliste kann jeder auf seine Karte ein Wort auf Deutsch schreiben, dass er gerne auf Kinyarwanda wüsste.

img_0323-1Natürlich könnt ihr auch schöne Sachen drauf malen, wie ihr an dem tollen Beispiel von Saskia sehen könnt. Danke nochmal dafür.
Was euch noch fehlt ist die Adresse:

Raphael Breyer
Petit Seminaire St. Jean Nkumba
P.B. 45
Ruhengeri
Rwanda
Für Leute die mich mal anrufen wollen hier meine Nummer:
Tel.: +25Null788931199
Ruhig öfter mal probieren, da es manchmal beim Anrufer klingelt und bei mir nicht. Ich geh dann schon ran. Günstiger (9ct/min) wird es mit der 01052 davor.

Als schlecht schmeckender Bananenwein meinen Tag rettete

Mittwoch, 17. Juni 2009 von rapha

img_0280Wenn Ruander Bananenwein trinken, dann nicht ein Glas, sondern immer mindestens zwei. Egal obs dem Gast schmeckt oder nicht. Aber der Reihe nach.

Der heutige Tag fing komisch an. Ich war völlig unmotiviert für meine Englischstunden und wäre am liebsten wieder in mein Bett. Also habe ich mir was aus den Fingern gesaugt und bin da hin. Erstmal execise an die Tafel geschrieben und exercise gemeint. Super. Also Thema heute argumentative composition. Erklärt. Niemand hatts verstanden. Was denn Mind Mapping sei und ob sie denn auch französische Ausdrücke benutzen dürfen wenn sie keine englischen kennen. Was ein scheiß Tag. Also Thema an die Tafel geschrieben, anfangen. Nach 20 Minuten die Frage ob denn Adolf Hitler ein Held in Deutschland sei, wohlgemerkt beim Thema: What are the advantages and disadvantages of having a Television? Den Ausdruck mass murderer kannten sie auch nicht. Scheiß Tag. Irgendwann hab ich dann alle Fragen die nicht zum Thema passen unterbunden. Zum Glück war die Stunde um. Vor dem Mittagessen hab ich mich dann erstmal ne Stunde hingelegt. Dann lecker essen und die zweite Stunde bei in Senior 5. Brav weiterschreiben. Anschließend vorlesen. Naja geht doch. Ich hatte angeboten, wer will kann sein geschriebenes abgeben, ich schau das dann an. Jetzt hab ich 32 zweiseitige Texte auf meinem Schreibtisch liegen. Hab mir mal bis nächste Woche Zeit gegeben die zu lesen.
img_0290Da wusste ich: Ich muss was machen aus dem Tag, sonst wird er echt noch blöder. Also in mein Haus und geschaut was ich da so tun kann. Feuerstelle! In meinen Innenhof muss eine Feuerstelle. Schubkarre geschnappt und runter zum Lager und zwei Mal vollgepackt wieder hoch. Dann eine Panga (so ein Schwertmesser) ausgeliehen und Holz gemacht. Auch das Hochgefahren und im schweiße meines Angesichts eine Feuerstelle gebaut. Sieht gut aus wie ich finde. Dann die Schubkarre wieder runter und mit den Jungs die zu spät zum Unterricht kamen und deswegen Strafdienst mit der img_0286Hacke im Garten verrichteten durch eben jenen gegangen. Paprika geerntet, Avocado gepflügt, Guave gepflückt und sofort gegessen (an Mirko gedacht) und das Beste: Einen großen Bananenbaum ausgesucht, der diese Woche noch in meinen Innenhof geplanzt wird. Zu den anderen Pflanzen die ich dafür auf unserem riesen Grundstück zusammensammeln werde.
Zurück im Priesterhaus waren sie grad dabei ein bisschen Bananenwein zu trinken. Das sind irgendwie vergorene Bananen. Hat angeblich knapp 15 % und wird aus Wassergläsern getrunken. Als ich mein Glas leer hatte meinte Father Andrew überschwänglich: In Ruanda wird davon nie ein Glas getrunken sondern mindestens zwei. Auch das zweite schmeckte nicht. Der Tag war aber gerettet.

Feilschen

Dienstag, 16. Juni 2009 von rapha

Gestern war der Tag gekommen mein Haus einzurichten. Ich bin mit Father Wilson nach Ruhengeri gefahren um dort in der Stadt nach allerlei Sinnvollem zu schauen. Von Anfang an war klar, dass die Matratzen teuer sein würden und schwierig zu bekommen. Ich beschloss also nur für 2 meiner drei Betten Matratzen zu besorgen. Eine große und eine kleine. Erstes angebot im ersten Laden 80000 die große und 35000 die kleine. Zusammen also 115000 Francs, das sind etwa 150 Euro. Das wollte ich natürlich nicht bezahlen. Also weiter. Interessant ist, das solche Matratzen in kleinen Läden verkauf werden und man immer erst irgendwo in ein Hinterzimmer geführt wird wo mehr Matratzen gelagert sind. Ich hab gesagt, dass ich höchstens 40000 für beide Matratzen zusammen bezahlen würde und definitiv keine Musungopreise bezahlen werde. Blöd war dabei, dass Wilson immer gelacht hat wenn erGeschriebsel das den Verkäufern erzählt hat während ich entschlossen geschaut habe. So sind wir etwa eine Stunde von Laden zu Laden gelaufen. img_0301In einem hab ich dann beschlossen zu verhandeln. Die Startpreisen waren 60000 die große Matratze 25000 die kleine. Nach einer halben Stunde und Preisen von 50000 und 20000 habe ich vermeintlich erregt den Laden verlassen um dann 10 Minuten später wieder zu kommen und mich nach Tellern, Besteck und Töpfen zu erkundigen. diese sollten 26000 Kosten (31 Euro). Das fand ich fair, waren ja auch Preisschilder dran, damit war das Risiko des Weißenpreises relativ gering. Den Preis noch schnell auf 25000 runter gehandelt und dann wieder auf die Matratzen zurückgekommen. Ich hab gesagt 80000, er meinte 83000, ich hab ihm zu verstehen gegeben, dass wenn er noch 6 Messer drauf legt, eigentlich 700 pro Stück, dann wäre ich bereit 85000 zu bezahlen. Darauf einigten wir uns dann auch. 85000 Francs oder 110 Euro. Im vergleich zu den addierten Startpreisen von etwa 120000 also ein Schnäppchen, fast 50 Euro gespart. Der Verkäufer meinte dann noch Mehrfach zu Wilson: Der Typ versteht zu verhandeln. Ja tut er, kann ich da nur Stolz sagen.

Leider war damit noch nicht alles besorgt und wir sind weitere 90 Minuten durch die Gegend gelaufen. Kochstellen kaufen, anderes Geschirr und was man sonst noch so braucht. insgesamt also 100000 Francs auf den Kopf gehauen. Aber OK ist eine Investition.

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