Die unterschätzten Gefahren

Montag, 13. September 2010 von rapha

Ruanda gilt als eines der sichersten Reiseländer Afrikas. Es gibt wenige Berichte über gewalttätige Übergriffe auf Touristen und Gäste. Anders als etwa in Südafrika, wo es durchaus vorkommt, dass einen Räuber mit vorgehaltener Waffe um die Reisekasse oder das Mobiltelephon erleichtern. Außerdem sind die Straßenverhältnisse in Ruanda im Vergleich hervorragend. Gerade in den letzten Wochen ist nochmals nachgeteert worden. Das derzeit etwa 1000km lange Netz der geteerten Straßen soll in den nächsten Jahren auf über 3500km ausgebaut werden. Auch das Verkehrsaufkommen in Kigali ist bei weitem nicht mit jenem in Nairobi zu vergleichen. Das geringes Risiko jedoch keinesfalls mit kein Risiko und sicherer nicht mit sicher zu verwechseln ist wird immer wieder klar. (weiterlesen …)

Mediale Hinterlassenschaften

Donnerstag, 22. Juli 2010 von rapha

Es geht ja auch immer ein bisschen um das Bleibende, das was zurück bleibt, das was hinterlassen wird. Oft ist dieses jedoch schwer zu beschreiben oder zu zeigen. Das muss jedoch nicht sein. Einige haben hier als Freiwillige auch einen Eindruck in medialer Form hinterlassen. Joné und Mattes mit einem Video, Flo mit einer HipHop Collaboration und auch ich habe mich ein bisschen an ruandischer Musik versucht.

Danke an Jonas Niedermüller, dass ich das Video hier veröffentlichen darf. Lob und Kritik auch gerne an Joné direkt.

“Flo hat ein Lied mit Frank aufgenommen”, hieß es Anfang des Jahres, “Er rappt da”. Zuerst war ich ein bisschen verwundert, als ich jedoch das Ergebnis “Mama” gehört habe, muss ich schon sagen, dass ich sehr begeistert bin.

Emiwess, Solider P. feat Umusasa Florian – Mama

Ich habe mich auf meine alten Stärken besonnen und doch auch neue Wege gewagt. Ein bisschen Gitarre, ein bisschen Singen. Diesmal jedoch auf Kinyarwanda. Gefällts?

rapha – igipimo (Meddy Cover)

Das Lied ist übrigends gerade einer der Top Hits hier in Ruanda und jeder kann es auswendig mitsingen. Meddy ist der ruandische Superstar zur Zeit.

Weltwärts

Dienstag, 08. Juni 2010 von rapha

„Jugend-Landverschleppung im großen Stil“, „staatlich geförderte Jugendfreizeit“ oder gar „Egotrip ins Elend“ versus „Nachwuchsförderung im entwicklungspolitischen
Berufsfeld welche zur Völkerverständigung, Bewusstseinsbildung und Akzeptanz von entwicklungspolitischen Zukunftsfragen in unserer Gesellschaft beiträgt“.

Was will das BMZ mit weltwärts erreichen und wie funktioniert das in der Realität? In welcher Hinsicht profitieren Freiwillige und Partnerorganisationen? Wo werden aber auch Fehler in der Umsetzung gemacht? Aber auch: Was hat es mir gebracht? Was hätte ich besser machen können?

Nach dem ich genau vor einem Jahr aus Deutschland ausgereist bin, will ich mich nun daran wagen diese Fragen zu beantworten. Ein persönlicher Blick zurück. (weiterlesen …)

Jennifer Ambrose: Week in Ruhengeri

Donnerstag, 03. Juni 2010 von rapha

Ein Mitglied des amerikanischen Peace Corps (dem Freiwilligendienst der USA) über das Gefühl wenn Hilfsgelder üppig für Seminare verschleudert werden.

Link

Tag 125

Montag, 05. Oktober 2009 von rapha

9d3t0623kb__dailyprophetde1Die neue Regierung in Deutschland wird 100 Tage Schonfrist haben bevor alle sie beginnen werden zu bewerten. Sie werden schauen ob die Reformen in die richtige Richtung gehen. Da Ruanda nachgesagt wird, dass hier alles ein bisschen länger dauert, was natürlich nicht in allen Belangen zutrifft, werde ich meine erste kritische Auswertung nun nach 125 Tagen machen. Dieser Umstand ist vor allem aber auch meinen kleinen Zeitbudget in den letzten Wochen geschuldet.

Meine Fragen für diese Auswertung werden folgende sein: Land und Leute: Wie komme ich zurecht, wie schätze ich es hier ein. Arbeit: Was tue ich und wie gefällt mir das? Leben: Wie ist mein Leben zurzeit, von was wird es geprägt? Ich: Wie sind meine Gefühle und Gedanken? Zukunft: Wie komme ich voran zu schauen was ich nach Ruanda machen will? (weiterlesen …)

Kurz gemeldet (3)

Dienstag, 15. September 2009 von rapha

img_1069Sandro zu Besuch
Nachdem meine Mutter wieder nach Hause geflogen ist war mein Pfarrer Alexander aus Deutschland zu Besuch. Er hat Freunde in Kigali besucht und hatte zwei Tage Zeit um mich hier in Nkumba zu besuchen. Allein schon die Fahrt hier her war aufregend. Beim Stopp auf halber Strecke sahen wir Affen die Alexander gleich mal photographiert hat. Als Belohnung hat mich einer davon angefallen und mir einen Kratzer am Oberschenkel verpasst. Zu Hause haben wir dann zusammen gekocht und uns bei einem Glas Rotwein gut unterhalten. Auch auf seine Rückmeldung hin habe ich das Informationsprojekt angestoßen. Wir haben zusammen die Bibliothek besichtigt und eben diese im anderen Artikel beschriebenen Bücher gefunden. Alexander, der mit ruandischem Namen übrigens Habimana Sandro heißt, hat am Morgen hier dann die Schulmesse konzelebriert und die Schüler waren sehr überrascht wie der Pfarrer aus Deutschland plötzlich auf Kinyarwanda das Hochgebet gesprochen hat. Es hat mir sehr gut getan Alexander zu sehen und mit ihm zu sprechen. Vielen Dank für den Besuch Sandro.

img_1137Besuch aus Butare / St. Jean Fest
Schon am Wochenende drauf kamen dann Lilli und Hendrick, eine Freiwillige und ein Famulant aus Butare, zu Besuch. An jenem Samstag fand hier auch der Namenstag der Schule statt. Das bedeutet es gab ein großes Schulfest mit langem offiziellen Teil voller Ansprachen, Danksagungen und Ehrungen. Dabei war alles hier was in der Diözese Rang und Namen hat: Natürlich der Bischof, der Leiter der kath. Uni INES in Ruhengeri, mein Mentor Fabien, ziemlich viele andere Priester und Ehemalige der Schule. Dazu war noch der Distriktgouvaneur da. Hendrick, Lilli und ich saßen wohlgekleidet auf der Ehrentribüne. Völlig überrascht und sehr geehrt war ich, als ich in mehreren der Ansprachen lobend erwähnt wurde. Besonders nahe ging mir, als der Schülersprecher, extra auf Englisch, noch mal betont hat wie schön es er und die anderen Schüler finden dass ich da bin.
img_1181Zwischen den ganzen Ansprachen gab es immer mal wieder ein Lied. Eines davon habe ich mit meinen Schülern gesungen. Im Programmheft stand: „Song by Breyer and his Team.“ Ich würde es eher „rapha na inyuti“ nennen, „rapha and friends“ eben. Videos und Bilder von dem Tag gibt’s in der Galerie.
Abends haben wir dann zusammen Photoexperimente gemacht. Ich bin immer wieder überrascht was meine Kamera so alles kann, vor allem wenn man sie richtig bedient.
Am Sonntag ist Lilli wieder nach Butare gefahren, Hendrick blieb noch bis Montag. Am Sonntagabend hatten Hendrick und ich eines der sehr schönen Gespräche über alles und nichts, über Gott und die Welt, über Männer und Frauen, über Berufe und Politik. Das hat mir sehr gut getan, auch wenn wir dabei wieder mal viel zu viel geraucht haben. Am nächsten Morgen sind zusammen an den Lac Ruhondo gelaufen und haben uns dort ein Boot besorgt. Auch hier sind schöne Bilder entstanden. Es war ein sehr volles Wochenende, das sich aber auf jeden Fall gelohnt hat. Ich freue mich immer wenn Menschen sich nach Nkumba verirren, bei denen beiden war die Freude aber extrem groß.

img_1364Hairstyling und Photoshoot
Nachdem ich für mein neues Projekt nach Kigali musste und eigentlich eine andere Freiwillige namens Deborah besuchen wollte, war ich das letzte Wochenende wieder mal unterwegs. Nachdem Deborah allerdings nun nicht mehr bei ihrem Projekt in Mugonero ist, einem Kinderheim oberhalb des Kivusees, sondern nach Kigali gewechselt hat bin ich eben kurz entschlossen nach Butare gefahren. Dort haben wir ein richtig entspanntes Wochenende verbracht. Ein Film am Freitagabend (Leg dich nicht mit Zohan an [kann man sich wirklich sparen, selten so einen bescheuerten Film gesehen. Anm.d. Redaktion]), Samstag ewig Frühstücken und danach einfach weiter auf dem Balkon gammeln. Roxana und ich hatten dann die tolle Idee unsere Haare zu stylen und einfach mal einen Iro zu machem. Also Haargel und Spray raus und los kanns gehen. Wir haben das dann gleich genutzt um ein kleines Photoshoot draus zu machen. Ich finde die Bilder sind zum Teil wirklich cool geworden. Und Spaß gemacht hat es obendrein.
Jedoch soll auch hier der Sonntagabend nicht unerwähnt bleiben. Ich bin zurück nach Kigali gefahren und habe dort Clara, Hanna, Hannah, Philipp (ein Teil der Big Brother-WG der Freiwilligen in Kigali), Betty, Marlen, Klara („meine“ Ruhengerimädels) und Linus getroffen. Linus ist Freiwilliger beim kulturweit-Programm des Auswärtigen Amtes, wird ab dieser Woche in Kigali für die UNESCO arbeiten und ist spontan in die DED Gerüchteküche, also nach Apabena, einquartiert worden. Mit ihm zusammen bin ich dann am Montag auch durch die Stadt gezogen und wir haben geschaut ob irgendeine seiner Karten funktioniert um damit Geld zu holen. Fehlanzeige. Immerhin konnte ich ihm ein paar schöne Ecken von Kigali zeigen und mit ihm Mittagessen.

img_1305Bananen im Garten
Auch in diesem kurz gemeldet soll es wieder ein bisschen was Neues von meiner Banane geben. Also richtiger zurzeit: Den drei Bananen und den zwölf Sonnenblumen. Ich habe nämlich neben meine Bananen ein paar Sonnenblumen gepflanzt die ich nach und nach in meinen Garten verfrachten will. Dazu haben Hendrick und ich die Reste unseres Tomatensalats gesät. Nach einer Woche sind die Pflänzchen erst einen Zentimeter groß, aber vielleicht wird’s ja doch noch was mit den Tomaten im Garten.
Die Bananen haben inzwischen viele Blätter. Die große vier, die kleinen fünf und drei. Das wird also was. Sie spenden auch ein bisschen Schatten, wobei zurzeit der Sonnenschein zu wünschen übrig lässt. Es regnet grad relativ oft. Die Regenzeit soll das aber noch nicht sein. Letzte Woche hatten wir abends einen relativ starken Regenguss. Es war das erst Mal, dass ich mich in mein Wohnzimmer gesetzt habe und nicht hier im Innenhof bleiben konnte. Ich bin echt mal gespannt wie das ist wenn denn wirklich mal die Regenzeit um die Ecke kommt. Afrika stell ich mir, vom Wetter zumindest, doch ein bisschen anders vor.

DED Einsteigerseminar

Mittwoch, 29. Juli 2009 von rapha

img_0646Die letzte Woche habe ich mit neun Freiwilligen vom DED eine Einstiegswoche in Kigali verbracht. Eigentlich waren wir nicht nur dort, sondern waren auch viel unterwegs. Zwischendrin hab ich noch ein paar Extrawürste gebraten (naja hier muss man sagen Extrabrouchette) und war beim internationalen Sittigballturnier und bei der Abschiedsparty von Marc und Moritz in Kigali.

Wie ich am Dienstag schon geschrieben habe war ich mir nicht so ganz sicher was ich bei dem Seminar erwartet. Ich hatte einen Seminarplan und eine Adressliste der anderen Teilnehmer. Dazu noch einen Treffpunkt, dass war alles. (weiterlesen …)

Spurensuche in der Boomtown Kigali

Dienstag, 30. Juni 2009 von rapha

image006Eigentlich hatte ich ja geplant am Samstag nach Kigali zu fahren. Am Freitag morgen jedoch schrieb mir Betty ich solle doch schon Freitag kommen, da sie am Samstag schon wieder weiter ziehen würden.
Also direkt nach der Englischklausur in den Bus nach Kigali. Ich traf dann nicht nur Betty und Marleen, sondern auch die anderen DED Weltwärtsfreiwilligen und wir sind zusammen zum Ruanda Film Festival gegangen. Danach waren wir noch was trinken und tanzen. Das war sehr schön. Vor allem, weil ich mich gleich schön aufgenommen gefühlt habe. Das war nicht selbstverständlich. Vor allem: Sie meinten ich sehe aus wie Stefan Raab. Entschuldigung mal?

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