SPON: “In Deutschland bin ich nur, weil ich hier in Sicherheit bin”

Dienstag, 04. Januar 2011 von rapha

Einzelschicksale sind immer Geschichten die einen persönlich berühren können und so Betroffenheit und Verbundenheit auslösen. Das dachte sich wohl auch Ute Suppa in ihrem Artikel über das Leben von Eustache Nkerinka. Das klappt auch einigermaßen gut, das Leben von Herr Nkerinka ist durchaus spannend und bewegend.

Jedoch, liebe Frau Suppa, wäre es auch in diesem Zusammenhang schön und journalistisch angebracht bei den Fakten zu bleiben und auch in einem solchen Artikel Aussagen zu überprüfen.

Das Mouvement Démocratique Républicain (MDR) ist nicht zu verwechseln mit dem Mouvement républicain national pour la démocratie et le développement (MRND). Der Unterschied scheint nur ein N und ein Buchstabendreher zu sein, ist jedoch gravierender als dies andeutet. Die MRND war die Einheitspartei von 1975 bis 1994 in Ruanda in welcher sich zum Ende hin die Hutu-Power kräfte Durchsetzen und den Völkermord planten. Die MDR hingegen war immer nur Satelitenpartei und niemanls hatte sie die Mehrheit, wie Sie, Frau Suppa, schreiben.

Auch bevor Sie die Geschichte mit der Ruderbootflucht von Ruanda nach Tansania drucken wäre ein Blick auf die Karte angebracht gewesen: Ein Gewässer wo dies möglich wäre gibt es leider keins.

Mein Fazit also: Eine interessante Geschichte, wer jedoch ein bisschen zwischen den Zeilen lesen möchte und sich nicht nur für die grundsätzliche “bla bla, armer Afrikaner, bla, bla, ihm wurde böse mitgespielt, bla, er kann nichts dafür” Geschichte interessiert sollte lieber was anderes lesen.

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EA Business Week: Rwanda short of eggs as Uganda cuts supply

Dienstag, 28. September 2010 von rapha

Auch mal was aus der Wirtschaft. Eier werden teurer. ;-)

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Von Nkumba nach Kigali in kleinen Schritten

Dienstag, 20. April 2010 von rapha

Die letzten Wochen war mein Leben ein bisschen zerrissen. Zum einen habe ich in Nkumba an der Schule gearbeitet, zum anderen schon bei der GTZ. Ich hatte immer noch mein Haus in Nkumba, aber auch schon mein Haus in Kigali. Das war manchmal gar nicht so einfach, denn egal wo ich war, irgendetwas was ich gebraucht habe war grad im anderen Haus.
Schwer war das ganze auch für mein Sozialleben. In Nkumba war ich immer nur zwei oder drei Tage. Da war es nicht einfach, auch mal länger mit meinen Nachbarn zu sprechen.
Dieser Umstand hat sich jetzt zum Glück aufgelöst. Vor drei Wochen habe ich das Auto eines Freundes geliehen und bin mit Flo zusammen aus Nkumba ausgezogen. Über Ostern war ich mit Anne, Flo und Claudio noch mal dort und letztes Wochenende habe ich das Haus dann endgültig an meine Nachfolgerin Jacqueline übergeben.

Das sind quasi die letzten Nkumba Geschichten. Zumindest die letzten Geschichten in welchen ich von „meinem“ Haus in Nkumba erzählen kann. (weiterlesen …)

Begeistert von unvergesslichen 2,5 Wochen Ruanda schreibe ich den zweiten deutschen Beitrag in diesem Kontest. Mit 5 kg Kochbananen, 15 Mangos, 20 Maracujas, Ananas und Kokosnuss im Gebäck kam ich zurück mit dem Plan zu einer weiteren Folge dieses netten Vergleichs und das natürlich nicht alleine. Wofür Freunde nicht so herhalten müssen?!

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Schimmelkolonien

Mittwoch, 20. Januar 2010 von rapha

Manche Menschen glauben, es gäbe Zeiten in denen ich untätig wäre. Das ist so natürlich nicht wahr. Selbst wenn ich nicht in Nkumba bin, arbeite ich für die Wissenschaft und das Amusement.

Ich geben zu, die Sache habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Der Michi hat schon vor über drei Jahren die Idee gehabt schimmelnde Dinge in seiner Schimmelkolonie zu sammeln. Jedoch die Idee, auch in Afrika Lebensmittel verschimmeln zu lassen und diese auf Zelluloid, ähh Speicherkarte, zu bannen, kommt von mir. Natürlich muss ich dazu sagen, dass hier nichts absichtlich vor sich hin schimmelt, sondern, dass ich lediglich weiterschimmeln lasse, was sich der Schimmelpilz schon unter den Nagel gerissen hat.

Wenn ich ganz ehrlich sein soll, dann ist nicht mal die Idee von mir, einen Blogartikel darüber zu schreiben, was während meiner Zeit im Ausland so vor sich hin schimmelt, von mir, die kommt von Dominik und seinem Marmeladenschimmel aus Paris (aus Paris). (weiterlesen …)

Gemeinhin gilt, dass der Ruander seine Zeit großzügiger nutzt, als wir Deutschen. Man könnte auch sagen, „warum soll ich etwas schnell machen, was auch langsam geht“. Eine Eigenschaft, die uns im Alltag schnell wahnsinnig machen würde, die aber im Urlaub ganz sympathisch ist und uns sehr viel erheitert hat. Neben Kassierern an der Supermarktkasse, die in negativer anmutenden Geschwindigkeit die Waren über den Scanner ziehen, wurde das vor allem beim Essengehen auffällig.

Aus der Tatsache, dass es etwa 2,735 Bedienstete pro Gast gibt, sollte man auf gar keinen Fall auf die Schnelligkeit der Bedienung schließen. Es dauert aber nicht nur die Bestellung und das Getränke-Bringen, auch das Verteilen von Gläsern und Flaschen auf dem Tisch und das Öffnen derselben will mit der angemessenen Geruhsamkeit betrieben werden. Da kann es schon mal zwei Minuten dauern, den Plastikverschluss von der Schnapsflasche zu pulen (und dabei immer wieder hinten wie bei einem Marmeladenglas auf die Flasche zu hauen…?). Der Schnaps wird ja nicht schlecht. (Wie bei dem römischen Legionär in Asterix auf Korsika, der immer nur eine halbe Platte fegte und dann eine Pause einlegte… so ungefähr kann man auch Bierflaschen öffnen…) (weiterlesen …)

Sind Bananen die besseren Kartoffeln? (7)

Samstag, 09. Januar 2010 von rapha

Was ist das schönste mit Freunden? Richtig: kochen und essen. Nachdem Birgit und Klaus hier bisher nur Kochbananen vom Buffet gegessen hatten und das Verlangen verspürten einmal selber welche zu kochen, packten wir gestern die Gelegenheit beim Schopf.

Natürlich musste es ein neues Rezept sein, was gut, und vor allem mit den Zutaten von hier, zu kochen ist. Die Wahl viel nach einigem Überlegen auf schwäbischen Bananensalat. Natürlich auch dieses Mal nicht ohne die Kontrollgruppe: den schwäbischen Kartoffelsalat. (weiterlesen …)

Nairobi – Is this Africa?

Mittwoch, 25. November 2009 von rapha

pb240721Die Nacht im Bus war wechselhaft. Zu Beginn war es unangenehm warm. Die Fahrt aus Kampala raus hat sich ewig hingezogen. Zuerst kam der Bus aus Kigali zu spät, dann eine Polizeikontrolle, dann noch Tanken. Klara und ich saßen im Bus und schwitzten. Mitten in der Nacht plötzlich ein Kälteeinbruch. Fenster zu, aber trotzdem gefroren. Zwischendurch hatten wir den Eindruck, dass wir mitten im Busch sind. Die Straße war einem Schotterweg gewichen.

Nachts um 23 Uhr dann der Stopp an der Grenze nach Kenia. Wie immer Ausreisekontrolle, Formblatt ausfüllen, Visum beantragen, Einreisekontrolle. Alles Problemlos.
Morgens um 8 Uhr kamen wir in Nairobi an. Allein die Fahrt in die Innenstadt war beeindruckend: Viele Autos und echte Hochhäuser. Wichtig: Kopfmäßige Umstellung auf eine neue Währung. 1 Euro entspricht etwa 110 kenianischen Schillingen.

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Party auf dem Land – Deutschland trifft Ruanda

Donnerstag, 12. November 2009 von rapha

img_2419Letztes Wochenende war es dann soweit: Zum ersten Mal in meiner Zeit in Nkumba hatte ich viele Leute eingeladen. Grund dafür war die „7 Tage vor Geburtstag, 34 Tage nach Namenstag und 27 Tage vor Halbzeit-Party“. (Vielleicht wäre eine Geburtstagsparty am 14. November einfacher gewesen, aber der Termin hat nicht gepasst.)

Ich hatte alle Auswärtigen für das ganze Wochenende eingeladen. So war die Entscheidung zu kommen einfacher und außerdem musste ich nicht die ganze Party alleine vorbereiten. Zusammen mit dem Partykomitee Klara und Florian aus Ruhengeri haben wir in den Wochen vorher einen Plan gemacht, was wir brauchen und vor allem wie viel. Da kommt ganz schön was zusammen, da wir alles von außerhalb in ausreichende Menge kaufen mussten. Am Samstagabend noch schnell zur Tanke gehen und Bier nachkaufen geht ja nicht.
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Sind Bananen die besseren Kartoffeln (5)

Mittwoch, 02. September 2009 von rapha

img_1042Schon wieder hatte ich die Chance mit anderen Leuten zu Kochen. Nach einem Tag in Kigali bin ich mit meiner Mutter für das Wochenende nach Butare gefahren. Butare liegt im Süden von Ruanda nicht weit von der Grenze zu Burundi und war früher mal die Hauptstadt von Rwanda-Urundi, dem Kolonialverwaltungsbereich der Belgier. Hier wurden wir bei Lilli und Roxana sehr herzlich aufgenommen und waren am Freitag abend zusammen mit den beiden auf einer Party. Ich hab den Mädels, die sich nach eigenen Angaben hauptsächlich von Nudeln mit Tomatensoße ernähren, versprochen was Leckeres zu kochen. Als dann die Wahl auf Kochbananen fiel war klar: Eine neue Folge von „Sind Bananen die besseren Kartoffeln“ muss her.

Im Laufe des heutigen Tages kamen dann noch Mia und Simon hier her. Sie arbeiten als Freiwillige in einem Jugendzentrum in der Nähe von Gikongoro. So waren wir viele Leute die beim kochen helfen konnten und haben uns an Bananengnocchi gewagt.

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