Murabeho Rwanda

Montag, 20. Dezember 2010 von rapha

Wer ein bisschen aufmerksam meine Twitternachrichten in den letzten Tagen verfolgt hat, hat gemerkt, dass ich inzwischen wieder in Deutschland bin. Oder besser gesagt in dem kalten, schneegefüllten und mit weihnachtlichen Lichtern verzierten Ding von dem alle sagen es sei Deutschland. In den ersten beiden Tagen habe ich das Wohnzimmer mit dem Kachelofen nur verlassen wenn es nötig war dies zu tun, so sehr hab ich gefroren.

Kein Vergleich zu Kigali letzte Woche: Am Samstag hatte ich noch 30 Grad und habe bei meinem Abschlussfrühstück auf unserer Terrasse geschwitzt. Es war sehr mühsam meine Sachen zu packen. Über die Monate, ich kann ja fast sagen Jahre, hat sich das ein der andere angesammelt. Ich bin absolut nicht so der Typ, der alles mitnehmen muss, aber es gab verschieden Dinge die ich mit verschiedenen Situationen und Personen verbinde und die deshalb einen Wert für mich haben. Zum Glück waren manche der Klamotten nach zwei Jahren Handwäsche so am Ende, dass ich kein schlechtes Gewissen hatte diese in Ruanda zu lassen. Aber da waren auch ein paar Dinge die ich mitnehmen wollte: Fahrrad, Gitarre, Trommel, Computer und so weiter. Allein das ist schon genug für drei Fluggäste.

Das war auch meine Idee: Ich hab alles was ich hatte schön auf Freunde von mir verteilt die über Weihnachten nach Deutschland, oder besser Europa fliegen. Susanne bekommt die Bücher, Roman meinen Rucksack mit Kleidung die ich die nächsten Wochen in Deutschland nicht brauche und Jakob wurde mit den Restklamotten bedacht, die nirgends sonst mehr reinpassen.

Ich hatte also einen Koffer, meine kleinen Rucksack und mein Fahrrad in der Radtasche dabei. Das hat irgendwie auch gereicht und war stressig genug, aber hat gut geklappt.

Der Abschied von Ruanda war nicht so spektakulär wie ich ihn vielleicht erwartet hätte. Ich hab die Dinge mit der Arbeit abgeschlossen, alles was mit dem Haus und dem Auto zu machen war, war auch kein Problem. Ich hab mich von den zugegebenermaßen nicht unglaublich vielen Menschen die für mich in Ruanda wichtig waren und vor allem noch in Ruanda waren verabschiedet und bin gegangen.

Einen richtig großen Blick zurück habe ich noch nicht gemacht. Ich war mit dem Abwickeln beschäftigt. Ich glaube auch, dass ich dafür ein bisschen Zeit und Abstand brauche um das richtig einzuordnen und zu bewerten.

Dazu werde ich in den nächsten Wochen noch den ein oder anderen Artikel im danach-Bereich des Blogs schreiben. Es loht sich also weiterhin das ein oder andere Mal hier vorbei zu schauen.

Bis dahin wünsche ich euch viel Wärme und schöne Feiertage.

Urlaubs-Photo-Rätsel

Montag, 23. August 2010 von rapha

Inzwischen bin ich wieder in Ruanda angekommen und auch schon wieder fleißig bei der Arbeit. Aber ich hatte schöne vier Wochen in Deutschland. Nachdem man ja sagt: “Bilder sagen mehr als tausend Worte” machen wir nun einen Deal: Ich zeige Bilder und ihr macht die Worte dazu. Und weils mehr Spaß macht, wenn man etwas nicht umsonst macht, machen wir ein Gewinnspiel draus: In diesem Artikel findet ihr fünf Photos die ich in während meines Urlaubs aufgenommen habe.
Ich glaube auf allen sollte dem geschulten Auge eines gebildeten Menschen zu erkennen sein wo es aufgenommen wurde. Deshalb: Die ersten beiden, die alle richtigen Orte nennen können und eine witzige, höchstens 160 Zeichen lange, Geschichte dazu schreiben was ich dort gemacht haben könnte, bekommen jeweils eine Packung Maraba Kaffee der Spitzenklasse zugeschickt. Also los.

Ruandische Präsidentschaftswahl in der deutschen Presse

Mittwoch, 18. August 2010 von rapha

Pünktlich zur Präsidentschaftswahl in Ruanda kümmern sich nun auch die deutschen Medien um das kleine Land im Herzen Afrikas. Natürlich bildet so ein Datum eine gute Gelegenheit genauer hinzuschauen. Dies ist jedoch auch den Machthabern in Ruanda klar. Der Fokus liegt auf ihrem Land. Jetzt bloß keine Fehler machen und irgendwas undemokratisch aussehen lassen.

Meiner Ansicht nach sind die wichtigsten Dinge die Ruandas Zukunft bestimmen schon vor der Wahl entschieden worden: Parteien konnten sich nicht registrieren und damit keine eigenen Kandidaten aufstellen, kritische Zeitungen wurden verboten und Journalisten zumindest eingeschüchtert, wenn nicht sogar verhaftet. Die Wahl war gelaufen bevor sie angefangen hat.

Es war also zu befürchten, dass die Journalisten die sich jetzt eventbezogen mit Ruanda beschäftigen eine demokratische Wahl mit mehreren Kandidaten beschreiben werden, bei welcher ihnen hauptsächlich die sehr eindeutige Zustimmung für Präsident Kagame auffällt.

Dies war aber zum Glück nicht der Fall. Eine kleine Presseschau in den deutschen Zeitungen zur Wahl in Ruanda.
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Wir sind eine Turniermannschaft

Sonntag, 27. Juni 2010 von rapha

Nachdem die Vorrunde nun vorbei ist und Frankreich, sowie Italien verdient nach Hause gefahren sind, ist nun die Zeit ein wenig zurück zu schauen. Nachdem ich sowas von kein Sportjournalist bin, eigentlich bin ich ja gar kein Journalist, wird es eher um das Gefühl bei dieser „Afrikanischen-WM“ gehen. Die Stimmung ist hier offen gesagt weniger „Sommermärchen-like“, als viel mehr „Business-as-usual“. Das liegt zum einen daran, dass ich sehr viel arbeite, aber andererseits auch daran, dass das Fußballfieber hier nicht allgegenwärtig ist.

Natürlich hat das Spiel der afrikanischen Mannschaften damit auch einiges zu tun. Außer Ghana hat es kein Team in die Runde der letzten 16 geschafft. Aber auch die anderen Mannschaften spielen keinen hochklassigen Fußball. In der Vorrunde haben sich einige nach guten Leistungen auf Ergebnisfußball konzentriert (Deutschland, Brasilien, Portugal) oder sich nach schwächeren Vorstellungen ins Achtelfinale gezittert (Spanien zum Beispiel). Lediglich Argentinien und Holland zeigen Ansätze von richtig gutem Fußball. (weiterlesen …)

Einmal Deutschland und zurück, bitte. – Konsum und Dekadenz

Donnerstag, 11. März 2010 von rapha

Ich war auch in Deutschland um einzukaufen. Nach einem Jahr Handwäsche sehen die Klamotten einfach nicht mehr so gut aus. Sie sind zum Teil eingelaufen, haben Flecken die nicht mehr raus gehen oder sind schlicht und einfach kaputt. Manch einer würde sagen: „Na dann lass sie doch reparieren.“, dass ist jedoch schwierig und hat mehrere Gründe: Erwartung und Respekt. Dazu aber später mehr.

In Deutschland habe ich immer aus anderen Gründen neue Klamotten gekauft. Ob bei meinem ganzen Ab- und Zunehmen war auch öfter die Größe ein Grund, aber meistens haben mir meine Kleider nicht mehr gefallen. So funktioniert auch Konsum in Deutschland: Kaufen weils cool ist. Ich brauch es nicht unbedingt, aber es ist schön es zu haben. Das haben mir Fernsehen und Werbung beigebracht. Wenn die es nicht geschafft haben, dann schaffen es Malls wie die myZeil in Frankfurt. (weiterlesen …)

Einmal Deutschland und zurück, bitte. – Blickkontakt

Dienstag, 09. März 2010 von rapha

Natürlich sind die Menschen in Deutschland anders als in Afrika. Ich spreche hier explizit nicht von der Hautfarbe. Ich meine den Umgang miteinander und die Beziehung zu anderen. Wenn ich in Nkumba die vier Kilometer von meinem Haus zur Straße laufe dauert das manchmal über eine Stunde. Das liegt nicht daran, dass es so steil wäre oder ich in schlechter Form bin, sondern hauptsächlich daran, dass es in Ruanda sehr unhöflich ist, an jemandem vorbei zu laufen den man kennt, egal wie oberflächlich, und ihn nicht zu Grüßen oder ein bisschen Smalltalk zu halten.

In Deutschland ist das anders und mir jetzt auf meinem kurzen Tripp noch einmal bewusst geworden. Nach einem Tag einkaufen in Friedrichshafen oder auch in Frankfurt ohne Blickkontakt zu jemand anderem kam ich mir ein bisschen komisch vor. Da sind die Europäer eben anders.

Der Versuch einer Einordnung.

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Einmal Deutschland und zurück, bitte. – Ankommen

Montag, 08. März 2010 von rapha

Wenn man in eine gewohnte Umgebung geht und bekannte Menschen trifft ist das immer eine besondere Sache. Wenn man die gewohnte Umgebung und die bekannten Menschen eine lange Zeit nicht gesehen hat, so ist es eine ganz besondere Sache. Wenn dies jedoch nur ein kurzes Eintauchen zurück in Gewohntes ist, so kann es sich auch komisch anfühlen.

Nach einem kurzen Tripp nach Deutschland bin ich seit einer Woche wieder hier in Ruanda. Ich habe in Deutschland viele Termine gehabt, Freunde getroffen, Biere getrunken, Gespräche geführt, Dinge unterschrieben. Jetzt bin ich wieder hier und manche Dinge fühlen sich an, als hätte ich sie nur geträumt. Trotz der wenigen Zeit und der vielen Termine habe ich keine Sekunde bereut diesen kurzen Zwischenstopp in der Heimat zu machen um dann zurück in die Heimat zu fliegen. (weiterlesen …)

Geh voran, bleibt alles anders…

Freitag, 12. Februar 2010 von rapha

Ich weiß überhaupt nicht wo ich anfangen soll zu erzählen was sich bei mir in den letzten drei Wochen so alles ergeben hat. Das wichtigste, was die anderen Dinge so ein bisschen zur Folge hat, war, dass ich mir an Anfang des Jahres Gedanken gemacht habe, was ich denn nach meinem Jahr hier in Ruanda so machen will. Das hatte ich mir so vorgenommen. Bis Ende 2009 entdecken, genießen und erkunden und ab 2010 überlegen, unterhalten und entscheiden.

Dass alles jetzt so schnell geht hätte ich nicht gedacht. Ich werde als Consultant bei der GTZ im Bereich Wirtschaft und Beschäftigungsförderung in Ruanda bis Ende des Jahres in Kigali arbeiten. Dazu werde ich natürlich nach Kigali umziehen. Vorher, also nächste Woche, werde ich für 10 Tage nach Deutschland fliegen. Meinen Verpflichtungen an der Schule und gegenüber der DPSG werde ich noch bis Ende März, und damit bis meine Nachfolgerin kommt, nachkommen und im ersten Trimester weiter die Senior fünf und sechs unterrichten. Viel Zeug also. Aber cool. (weiterlesen …)

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