GlobalPost: Rwanda moves to English, drops French

Dienstag, 04. Januar 2011 von rapha

Jon Rosen bringt es auf den Punkt. Etwas überhastet, aber entschlossen ändert Ruanda die Landessprache.

Eine schöne Übersichtsbeschreibung. Korrekte Fakten, gute Analyse. Das einzige was mir ein wenig fehlt ist die politische Dimension der Sprachumstellung.

Link

Mehr dazu auch hier: Bildung in Ruanda auf www.rapha-in-ruanda.de

When things get personal

Samstag, 30. Oktober 2010 von rapha

Rwanda is determined on reaching the Millenium Developement Goals. The second of these goals is the universal access to primary education. Rwanda made progress especially in that aspect in the last years. Since 2003 pupils do not have to pay school fees anymore, new schools have been built and new teachers have been employed. Primary school enrollment was rising.

The problem was however, that neither the infrastructure and material, nor sufficient qualified teachers were available. The result: many children attended school and didn´t learn much. After the change in the teaching language to English the situation became even worst.

Two weeks ago the Rwandan government decided to strengthen primary school education. Therefore about 11 million Dollars will be allocated from funding university scholarships to the budget of the 9-year-basic-education-project. The result of this is, that the 27.000 students, which had been supported by this fund, now have to look for a way to fundtheir studies by themselves. To see the dimension of this decision, one should know that there are only around 45.000 university students in total in Rwanda. So we are talking about more than half of the enrolled students.

Up to that point I thought: Not a clever move. Higher education is a key to sustainable growth and development. Especially the investment in human capital, on the top end of the spectrum is creating employment and a comparative advantage, which helps everybody.
But then suddenly I was sitting on my terrass and realised which result this decission has for each and every student. I felt bad, because I had to tell a young Rwandan, that his prospect of becoming a university student is past now.

Deutsche Version weiter unten.

(weiterlesen …)

Wenn die Dinge persönlich werden

Freitag, 29. Oktober 2010 von rapha

Ruanda ist fest entschlossen die Millenium Development Goals zu erreichen. Das Zweite dieser Ziele ist die allgemeine Grundschulbildung. Gerade hier hat Ruanda in den letzten Jahren Fortschritte gemacht. Seit 2003 müssen die Grundschulkinder nicht mehr für ihren Schulbesuch bezahlen, neue Schulen wurden gebaut und neue Lehrer eingestellt. Die Einschulungsquote stieg.

Das Problem war allerdings, das weder Infrastruktur und Materialien, noch qualifizierte Lehrer in ausreichendem Maße zur Verfügung standen. Das Ergebnis: Viele Kinder besuchten die Schulen, lernten jedoch wenig. Seit der Umstellung auf englisch sprachigen Unterrichtist diese Situation eher schlechter geworden.

Vor zwei Wochen hat nun Regierung Ruandas beschlossen die Grundschulbildung zu stärken. Dafür sollen die etwa 11 Millionen Dollar, mit denen bisher Universitätsstipendien finanziert werden, in die Finanzierung des 9-year-basic-education-project fließen, also 9 Jahre Schulbildung für alle. Dies bedeutet, dass sich die 27.000 Studenten, die bisher aus diesem Fond bezahlt wurden, nun selbst um die Finanzierung ihres Studiums kümmern müssen. Um die Ausmaße ein wenig klarer zu machen, sei angemerkt, dass nur etwa 45.000 Ruanderinnen und Ruander an staatlichen und privaten Hochschulen  studieren. Wir sprechen also über mehr als die Hälfte der eingeschriebenen Studenten.

Bis hierhin dachte ich mir: Keine gute Maßnahme. Hochschulbildung ist auch ein Schlüssel zu dauerhaftem Wachstum und Entwicklung. Gerade die Investition in Spitzenpersonal zieht Beschäftigung und Standortvorteile nach sich, von welchen später alle profitieren.

Plötzlich saß ich aber auf meiner Terrasse und verstand welche Folgen diese Entscheidung für jeden einzelnen der Studenten hat und fühlte mich schlecht dabei, weil ich einem jungen Ruander sagen musste, dass seine universitäre Zukunft mit diesem Tag Vergangenheit ist.

See an English Version below.

(weiterlesen …)

Jina Moore: In Rwanda, bye bye bachelor’s degrees?

Mittwoch, 06. Oktober 2010 von rapha

Die ruandische Regierung hat gestern verlaubaren lassen, dass es das Stpendienprogramm für Studenten in Ruanda nicht mehr geben wird. Damit wurden die guten Schüler während der Universitätszeit auf dem Weg zum Bachelor unterstützt. In Zukunft soll dieses Geld für die Primarschulausbildung ausgegeben werden.

Stipendien wird es nur noch aus dem Fond zur Unterstützung der Genozidopfer geben.

Eine kurze Analyse.

Link

Information Access Improvement Project (3)

Montag, 01. Februar 2010 von rapha

Funktioniert Web 2.0 wirklich so schnell? Nur wenn man mitmachen kann!

Nachdem der Computerraum fertig ist, fehlt uns nur noch eine Speichermöglichkeit für die Daten der Schüler. Da es keine Vernetzung unter den Computern gibt wäre die einfachste Möglichkeit, jedem Schüler einen USB Stick zu besorgen. Dafür reichen 512 MB bis 1 GB aus, da es nur um das Speichern von Texten und Bildern geht.

Um 14.08 Uhr läuft eine Auktion bei ebay aus aus welcher wir 98 USB Sticks bekommen könnten. Wenn wir es bis dahin hinbekommen die Hälfte des Verkaufswertes hier an Spendenzusagen zu bekommen kaufe ich. Derzeit (12.08 Uhr) steht die Auktion bei 94 Euro. Wer was geben will, bitte einen Kommentar hinterlassen.

Bekommen wir das hin? Ist das hier Web 2.0? Sagt es weiter!

Mehr Informationen zum Information Access Improvement Project findet ihr in dem ersten und zweiten Artikel dazu.

Nummer 2 von 600 – Bildung in Ruanda

Samstag, 23. Januar 2010 von rapha

Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass das Petit Seminaire St. Jean Nkumba, also die Schule an der ich unterrichte, im Ordinary Level im letzten Jahr die zweitbeste von allen 600 Sekundarschulen in Ruanda war. Maßstab waren dabei die staatliche Zwischenprüfung, welche am Ende der dritten Klasse der Sekundarschule, kurz Senior 3, abgehalten wird.

Diese Nachricht will ich gerne nutzen um euch das ruandische Schulsystem zu beschreiben.

Dabei bietet sich natürlich an auch auf die Probleme des Schul- und Bildungssystem an sich einzugehen. Ich sehe darin auch eine politische Komponente die ich mit einflechten will.

a

(weiterlesen …)

Kanyarwanda Raphael

Mittwoch, 23. September 2009 von rapha

img_1436Seit gestern Abend habe ich nun auch offiziell einen ruandischen Namen: Kanyarwanda Raphael, Raphael der Ruander. Zu Beginn des Abends dachte ich er würde ablaufen wie die meisten meiner Abende wenn ich abends alleine zu hause bin. Ich fang um 5 Uhr an zu kochen, gestern gab es zum ersten Mal Kartoffelsalat, schreibe ein paar eMails und esse. Nachdem ich es gestern aber ein bisschen gemütlicher haben wollte und meine Stimmung gut war, habe ich mir ein Lagerfeuer in meiner Feuerstelle gemacht und dazu ein Bier getrunken. Es war kühl, aber gemütlich. Um 7 Uhr, hier also schon spät am Abend, klopfte es plötzlich an der Tür. (weiterlesen …)

Information Access Improvement Project

Donnerstag, 10. September 2009 von rapha

img_1313Meine Tätigkeit als Lehrer hier war die ersten drei Monate hauptsächlich davon geprägt, mich in die Philosophie der Schule einzuführen. Natürlich verfolgt das Petit Seminaire St. Jean Nkumba das Ziel die Schüler bestmöglich auszubilden. Die Probleme sind allerdings, dass wenig Innovation im Schulbetrieb ankommt und so vieles so gemacht wird wie immer. Auch die ruandische Kultur Vorgaben zu akzeptieren und Regeln zu befolgen schlägt sich hierbei nieder. Hinterfragen oder gegenüber von Autoritäten Verbesserungen vorzuschlagen passiert hier nicht. Damit ist die Schule abgeschnitten von der realen Welt und kocht ein wenig im eigenen Saft. Diese Erkenntnisse kamen mir nach einem Aha-Erlebnis vor zwei Wochen.

img_1314Für zwei Wochen war das von mir gesetzte Thema bei den Senior 5 (15 bis 17 Jahre) Erneuerbare Energien. Der Einstieg war ein Zeitungsartikel in welchem darüber berichtet wurde, dass Ruanda nun in die Produktion von Bio-Diesel einsteigen will. Wir haben einen Text aus meinem alten Englischbuch als Diktat geschrieben, in dem es um Klimaerwärmung geht. Im Anschluss daran sollten Fragen beantwortet werden. In der Diskussion haben wir verschiedene Energiequellen ausdifferenziert und anschließend Gruppen gebildet, die jeweils eine alternative Energiequelle vorstellen sollten. Dazu durften sie den Computerraum und die Bibliothek nutzen um Informationen zu sammeln. Zusätzlich haben wir zusammen beschrieben, was eine gute Präsentation ausmacht und welche Informationen darin enthalten sein sollten. Nach 3 Stunden Recherche, als die Präsentationen starten sollten, meldete sich keine Gruppe freiwillig mit dem Vortrag zu beginnen. Erst auf Nachfrage meinerseits wurde klar, das keine der Gruppen Informationen zu präsentieren hatte.

Die Erklärung hierfür war, dass im Computerraum nur einer von 10 Computern funktionierte und die Bücher in der Bibliothek alle mindestens 30 Jahre alt sind. Diese Fakten bestätigten sich nachdem ich mir den Computerraum und die Bibliothek ein wenig näher angeschaut habe. Nach Gesprächen mit meiner Mutter, die ja gerade zu Besuch war, und Alexander, meinem deutschen Pfarrer, war klar, dass ich an diesem Umstand etwas ändern will, ja vielleicht sogar muss.

(weiterlesen …)

Tags

Neues aus Ruanda

Letzte Kommentare

RSS Novelles Rwandaise

ältere Artikel

 

Powered by WordPress – Design / Umsetzung: Daniel Lienert