Tag 125

Montag, 05. Oktober 2009 von rapha

9d3t0623kb__dailyprophetde1Die neue Regierung in Deutschland wird 100 Tage Schonfrist haben bevor alle sie beginnen werden zu bewerten. Sie werden schauen ob die Reformen in die richtige Richtung gehen. Da Ruanda nachgesagt wird, dass hier alles ein bisschen länger dauert, was natürlich nicht in allen Belangen zutrifft, werde ich meine erste kritische Auswertung nun nach 125 Tagen machen. Dieser Umstand ist vor allem aber auch meinen kleinen Zeitbudget in den letzten Wochen geschuldet.

Meine Fragen für diese Auswertung werden folgende sein: Land und Leute: Wie komme ich zurecht, wie schätze ich es hier ein. Arbeit: Was tue ich und wie gefällt mir das? Leben: Wie ist mein Leben zurzeit, von was wird es geprägt? Ich: Wie sind meine Gefühle und Gedanken? Zukunft: Wie komme ich voran zu schauen was ich nach Ruanda machen will? (more…)

Kurz gemeldet (3)

Dienstag, 15. September 2009 von rapha

img_1069Sandro zu Besuch
Nachdem meine Mutter wieder nach Hause geflogen ist war mein Pfarrer Alexander aus Deutschland zu Besuch. Er hat Freunde in Kigali besucht und hatte zwei Tage Zeit um mich hier in Nkumba zu besuchen. Allein schon die Fahrt hier her war aufregend. Beim Stopp auf halber Strecke sahen wir Affen die Alexander gleich mal photographiert hat. Als Belohnung hat mich einer davon angefallen und mir einen Kratzer am Oberschenkel verpasst. Zu Hause haben wir dann zusammen gekocht und uns bei einem Glas Rotwein gut unterhalten. Auch auf seine Rückmeldung hin habe ich das Informationsprojekt angestoßen. Wir haben zusammen die Bibliothek besichtigt und eben diese im anderen Artikel beschriebenen Bücher gefunden. Alexander, der mit ruandischem Namen übrigens Habimana Sandro heißt, hat am Morgen hier dann die Schulmesse konzelebriert und die Schüler waren sehr überrascht wie der Pfarrer aus Deutschland plötzlich auf Kinyarwanda das Hochgebet gesprochen hat. Es hat mir sehr gut getan Alexander zu sehen und mit ihm zu sprechen. Vielen Dank für den Besuch Sandro.

img_1137Besuch aus Butare / St. Jean Fest
Schon am Wochenende drauf kamen dann Lilli und Hendrick, eine Freiwillige und ein Famulant aus Butare, zu Besuch. An jenem Samstag fand hier auch der Namenstag der Schule statt. Das bedeutet es gab ein großes Schulfest mit langem offiziellen Teil voller Ansprachen, Danksagungen und Ehrungen. Dabei war alles hier was in der Diözese Rang und Namen hat: Natürlich der Bischof, der Leiter der kath. Uni INES in Ruhengeri, mein Mentor Fabien, ziemlich viele andere Priester und Ehemalige der Schule. Dazu war noch der Distriktgouvaneur da. Hendrick, Lilli und ich saßen wohlgekleidet auf der Ehrentribüne. Völlig überrascht und sehr geehrt war ich, als ich in mehreren der Ansprachen lobend erwähnt wurde. Besonders nahe ging mir, als der Schülersprecher, extra auf Englisch, noch mal betont hat wie schön es er und die anderen Schüler finden dass ich da bin.
img_1181Zwischen den ganzen Ansprachen gab es immer mal wieder ein Lied. Eines davon habe ich mit meinen Schülern gesungen. Im Programmheft stand: „Song by Breyer and his Team.“ Ich würde es eher „rapha na inyuti“ nennen, „rapha and friends“ eben. Videos und Bilder von dem Tag gibt’s in der Galerie.
Abends haben wir dann zusammen Photoexperimente gemacht. Ich bin immer wieder überrascht was meine Kamera so alles kann, vor allem wenn man sie richtig bedient.
Am Sonntag ist Lilli wieder nach Butare gefahren, Hendrick blieb noch bis Montag. Am Sonntagabend hatten Hendrick und ich eines der sehr schönen Gespräche über alles und nichts, über Gott und die Welt, über Männer und Frauen, über Berufe und Politik. Das hat mir sehr gut getan, auch wenn wir dabei wieder mal viel zu viel geraucht haben. Am nächsten Morgen sind zusammen an den Lac Ruhondo gelaufen und haben uns dort ein Boot besorgt. Auch hier sind schöne Bilder entstanden. Es war ein sehr volles Wochenende, das sich aber auf jeden Fall gelohnt hat. Ich freue mich immer wenn Menschen sich nach Nkumba verirren, bei denen beiden war die Freude aber extrem groß.

img_1364Hairstyling und Photoshoot
Nachdem ich für mein neues Projekt nach Kigali musste und eigentlich eine andere Freiwillige namens Deborah besuchen wollte, war ich das letzte Wochenende wieder mal unterwegs. Nachdem Deborah allerdings nun nicht mehr bei ihrem Projekt in Mugonero ist, einem Kinderheim oberhalb des Kivusees, sondern nach Kigali gewechselt hat bin ich eben kurz entschlossen nach Butare gefahren. Dort haben wir ein richtig entspanntes Wochenende verbracht. Ein Film am Freitagabend (Leg dich nicht mit Zohan an [kann man sich wirklich sparen, selten so einen bescheuerten Film gesehen. Anm.d. Redaktion]), Samstag ewig Frühstücken und danach einfach weiter auf dem Balkon gammeln. Roxana und ich hatten dann die tolle Idee unsere Haare zu stylen und einfach mal einen Iro zu machem. Also Haargel und Spray raus und los kanns gehen. Wir haben das dann gleich genutzt um ein kleines Photoshoot draus zu machen. Ich finde die Bilder sind zum Teil wirklich cool geworden. Und Spaß gemacht hat es obendrein.
Jedoch soll auch hier der Sonntagabend nicht unerwähnt bleiben. Ich bin zurück nach Kigali gefahren und habe dort Clara, Hanna, Hannah, Philipp (ein Teil der Big Brother-WG der Freiwilligen in Kigali), Betty, Marlen, Klara („meine“ Ruhengerimädels) und Linus getroffen. Linus ist Freiwilliger beim kulturweit-Programm des Auswärtigen Amtes, wird ab dieser Woche in Kigali für die UNESCO arbeiten und ist spontan in die DED Gerüchteküche, also nach Apabena, einquartiert worden. Mit ihm zusammen bin ich dann am Montag auch durch die Stadt gezogen und wir haben geschaut ob irgendeine seiner Karten funktioniert um damit Geld zu holen. Fehlanzeige. Immerhin konnte ich ihm ein paar schöne Ecken von Kigali zeigen und mit ihm Mittagessen.

img_1305Bananen im Garten
Auch in diesem kurz gemeldet soll es wieder ein bisschen was Neues von meiner Banane geben. Also richtiger zurzeit: Den drei Bananen und den zwölf Sonnenblumen. Ich habe nämlich neben meine Bananen ein paar Sonnenblumen gepflanzt die ich nach und nach in meinen Garten verfrachten will. Dazu haben Hendrick und ich die Reste unseres Tomatensalats gesät. Nach einer Woche sind die Pflänzchen erst einen Zentimeter groß, aber vielleicht wird’s ja doch noch was mit den Tomaten im Garten.
Die Bananen haben inzwischen viele Blätter. Die große vier, die kleinen fünf und drei. Das wird also was. Sie spenden auch ein bisschen Schatten, wobei zurzeit der Sonnenschein zu wünschen übrig lässt. Es regnet grad relativ oft. Die Regenzeit soll das aber noch nicht sein. Letzte Woche hatten wir abends einen relativ starken Regenguss. Es war das erst Mal, dass ich mich in mein Wohnzimmer gesetzt habe und nicht hier im Innenhof bleiben konnte. Ich bin echt mal gespannt wie das ist wenn denn wirklich mal die Regenzeit um die Ecke kommt. Afrika stell ich mir, vom Wetter zumindest, doch ein bisschen anders vor.

Eindrücke in und von Ruanda

Dienstag, 25. August 2009 von Franziska

img_0987Meine Vorstellungen von Afrika-Ruanda waren wohl die für einen Europäer der zum ersten Mal Afrika besucht typischen:

weites Land
heiße Sonne
wenig Menschen.

Aber Ruanda erlebe ich ganz anders:
Die Gegend hier ist mit fruchtbarer brauner Vulkanerde bedeckt, es wachsen jede Menge grüner Pflanzen: Mais, Bohnen, Bananenstauden, Kartoffeln…Die Felder ziehen sich weit, weit die Hügel hinauf. (more…)

Warum Mütter so wichtig sind

Donnerstag, 20. August 2009 von rapha

img_0934Lange und intensive 10 Tage atmen nun einmal durch. Es ist wieder viel passiert. Schule, Kigali, Mom abholen, Kigali zeigen, nach Ruhengeri fahren, mein Zuhause zeigen, den Markt in Ruhengeri besuchen, meine Mom den Priestern vorstellen, bei den Priestern essen, die Gegend erkunden und natürlich Minibus und Fahrradtaxi fahren.
Im Minibus wurde ich darauf angesprochen ob die weiße Frau mit der ich unterwegs bin meine Mutter sei. Als ich dies bejahte meinte der Frager: In der ruandischen Kultur sagt man: Man kann viele Dinge von verschiedenen Seiten bekommen, aber es gibt viele Sachen, die kann einem nur die Mutter geben. Ich merke, dass es mir sehr gut tut meine Mutter um mich zu haben. Sie ist eine Person mit der ich viel rede, die viel fragt und hinterfragt und der Mann im Bus hatte recht: Es gibt Dinge die kann mir nur meine Mutter geben.

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Kurz gemeldet (2)

Montag, 03. August 2009 von rapha

img_0736Erster Besuch in Nkumba
Nach fast 2 Monaten (!) haben es die beiden Ruhengeri Mädels Marleen und Betty geschafft mich mal hier in Nkumba zu besuchen. Mit dabei war auch Klara, die für diese Leistung gerade mal zwei Tage gebraucht hat. img_0748Wir hatten einen schönen Abend mit Kochen und Mützig. Nachdem die Vegetarierquote bei 50 % lag gab es neben dem Fisch für die Nicht-Vegis frittierte Süßkartoffelchips und einen Kohl/Tomaten/Karottensalat. Am Freitag war ich dann mit Klara noch hier am See spazieren und hab ein bisschen die Sonne genossen. Ich wohn hier schon im Paradies.

img_0762Bananen wachsen und gedeihen
Nachdem ich ja letztes Mal über meine Bananenpflanz-Aktion in meinem Innenhof berichtet habe, hier nun die ersten Bilder der mittlerweile gewachsenen Bananen. Die große ist schon etwa einen halben Meter höher als zu dem Zeitpunkt als ich sie eingepflanzt habe. Aber auch die eine kleine bekommt schon ziemlich viele Blätter. Schatten spenden können sie aber frühestens in etwa 3 Monaten. Mit Früchten ist erst in etwa zwei Jahren zu rechnen. Das bedeutet ich habe schon etwas was ich meinem Nachfolger hinterlassen kann. Nachdem es aber noch 10 Monate dauert bis ein solcher hier auftauchen wird, werde ich die Pflanzen bis dahin weiter pflegen. Im Übrigen ist mein Kräutergarten inzwischen Einsatzbereit. Leider gibt es bisher nur Basilikum und Rosmarin. Also ist das noch ausbaufähig.

img_0763-1Postkarten
Die Resonanz auf meine Postkartenaktion ist einigermaßen zufriedenstellend bis jetzt. Nachdem ich ja keine Ahung habe wie lange die Postkarten so brauchen, sind die acht Postkarten aus drei Ländern sehr gut. Weiterhin gilt aber: Die 50 müssen voll werden. Danke an alle die mir geschrieben haben. Danke Michi, Susanne, Frank, Jasmin, Dominik, Nadja, Krissy, Hannah, Fabi, Franzi, Michael und Steffi und meine Mom Franziska.
Weiterhin gilt die Adresse: Raphel Breyer, Petit Seminaire St. Jean Nkumba, P.B 45, Ruhengeri, Rwanda. Ich hoffe ihr fahrt alle schön in den Urlaub und schreibt mir von da.

img_0756Wanderpartner gefunden
Endlich habe ich jemand gefunden, der mit mir wandern geht. Daniel ist seit zwei Monaten in Butare um dort seine Bachelorarbeit über die Aggroforstbepflanzung am Rande des Nyungwe Nationalparks zu schreiben. Er war dieses Wochenende in Ruhengeri und wir haben dabei verabredet, dass wir diese Woche zusammen im Nyungwe Nationalpark wandern gehen. Das gibt mir die Gelegenheit endlich auch mal Butare zu sehen. Ich werde Morgen da hin fahren um am Donnerstag zurück in Kigali zu sein und dort Jean-Paul und Daniel von der ruandischen Pfadfinder Nationalleitung zu treffen. Also ein schöner Ausklang der Ferien. Ab nächster Woche sind nämlich die Schüler wieder da und der Unterricht geht weiter. Sobald ich einen Lehrplan gesehen habe, kann ich auch mit der Vorbereitung desselben beginnen.

 

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