Handelsblatt: Machtvolle Modernisierung

Samstag, 13. August 2011 von rapha

Ein Blick des Handelsblattes auf die ökonomischen Entwicklungen in Ruanda.

Link

Der Kulturschock, der nicht kommen mag

Dienstag, 15. Februar 2011 von rapha

Mittlerweile bin ich schon zwei Monate wieder in Deutschland. Kurz vor Weihnachten habe ich meine Zelte in Ruanda abgebrochen. Dann kam zuerst mal dieses Weihnachten und dann auch gleich der Jahreswechsel. Was aber nicht kam war der Kulturschock, genauer der Reverse-Kulturschock, bei der Rückkehr aus einer anderen Kultur in die gewohnte Eigene.

Ich hatte nie ein komisches Gefühl, von wegen „wo bin ich denn hier gelandet“. Ich hatte bis auf wenige Ausnahmen auch nie das Gefühl, sofort wieder nach Ruanda zu müssen, damit es mir gut geht. Natürlich hatte ich den einen oder anderen Hänger, natürlich ging es mir nicht immer gut, aber an der unterschiedlichen Kultur lag es nicht. Ich habe mich über die Verpackung von Gemüse im Supermarkt gewundert und fand es komisch, dass Tomaten hier nach nichts, aber auch gar nichts, schmecken. Ich muss mich immer mal wieder beherrschen hier nicht auf den Boden zu spucken und wundere über welche Lappalien und Unwichtigkeiten die Menschen hier teilweise sprechen. Aber das sind keine Dinge, die mir vorher nicht auch schon aufgefallen wären, nichts Neues, nur etwas was mir in den letzten beiden Jahren eben nicht auffallen konnte, da ich ja nicht hier war.

Ich habe dieses Nicht-Kulturschock-Gefühl in den letzten Wochen mit mehreren Menschen besprochen. Ich glaube nun zu wissen wo der Reverse-Kulturschock abgeblieben ist. (weiterlesen …)

Ruandas unkritischer Pressereferent

Mittwoch, 02. Februar 2011 von rapha

Den Unrechtsregimen der 1980er auf dem afrikanischen Kontinent war es egal was die Welt von ihnen hielt. Niemand von außen konnte sie stoppen. Sie benötigten keine positive westliche öffentliche Meinung, sie hatten ja Bodenschätze und die Freiheit ihr ideologisches Weltklima auszusuchen, welches sie fortan unterstützte um einen vermeintlichen Vorteil im Kalten Krieg zu haben. Am besten war, man gab sich immer instabil und veranlasste die Supermächte so dazu immer genügend Zuwendung zu schenken.

Heute ist das anders. Fördermittel von westlichen Staaten und Zuwendungen durch andere Organisationen, wie etwa denen der UN-Familie oder international agierende NGOs sind zurzeit von zwei Punkten abhängig: Wie viel wird über das Leid der Bevölkerung in westlichen Medien berichtet und wie ist das Image der Regierung.

Damit fuhr Ruanda in den letzten Jahren sehr gut. In der westlichen Öffentlichkeit weiß man vom Völkermord und davon, dass Kagame progressiv das Schicksal des Landes annimmt und das Land nach vorne bewegen will. Beide Kriterien erfüllt. Das Geld und die Zuwendungen können fließen.

In den letzten Jahren wurden dieser Rechnung jedoch mehrere Unbekannte hinzugefügt: Welche Rolle spielte die Regierungspartei beim Abschuss der Präsidentenmaschine 1994?  Warum darf es keine politische Opposition geben? Wie ist das mit der Presse und Meinungsfreiheit? Was kommt wirklich bei der armen Landbevölkerung an? Wie ist das mit der verdeckten Diskriminierung der vormaligen Konfliktgruppen? Welche Rolle spielt das Militär? Ging es bei der Wiederwahl von Kagame 2010 mit rechten Dingen zu? Und zu guter Letzt: Wie halten Sie es mit den Menschenrechten, Herr Kagame? (weiterlesen …)

IZ3W: Massaker, aber kein Genozid

Dienstag, 04. Januar 2011 von rapha

Eine ganz gute Einordnung der Veröffentlichung des UN mapping reports in die politische Gemengelage. Wichtig vor allem die Rolle der Franzosen und den Wechsel der Strategie. Auch interessant: Warum es politisch schwierig ist von einem Völkermord im Osten Kongos zu sprechen. Lesenswert.

Link

GlobalPost: Rwanda moves to English, drops French

Dienstag, 04. Januar 2011 von rapha

Jon Rosen bringt es auf den Punkt. Etwas überhastet, aber entschlossen ändert Ruanda die Landessprache.

Eine schöne Übersichtsbeschreibung. Korrekte Fakten, gute Analyse. Das einzige was mir ein wenig fehlt ist die politische Dimension der Sprachumstellung.

Link

Mehr dazu auch hier: Bildung in Ruanda auf www.rapha-in-ruanda.de

SPON: “In Deutschland bin ich nur, weil ich hier in Sicherheit bin”

Dienstag, 04. Januar 2011 von rapha

Einzelschicksale sind immer Geschichten die einen persönlich berühren können und so Betroffenheit und Verbundenheit auslösen. Das dachte sich wohl auch Ute Suppa in ihrem Artikel über das Leben von Eustache Nkerinka. Das klappt auch einigermaßen gut, das Leben von Herr Nkerinka ist durchaus spannend und bewegend.

Jedoch, liebe Frau Suppa, wäre es auch in diesem Zusammenhang schön und journalistisch angebracht bei den Fakten zu bleiben und auch in einem solchen Artikel Aussagen zu überprüfen.

Das Mouvement Démocratique Républicain (MDR) ist nicht zu verwechseln mit dem Mouvement républicain national pour la démocratie et le développement (MRND). Der Unterschied scheint nur ein N und ein Buchstabendreher zu sein, ist jedoch gravierender als dies andeutet. Die MRND war die Einheitspartei von 1975 bis 1994 in Ruanda in welcher sich zum Ende hin die Hutu-Power kräfte Durchsetzen und den Völkermord planten. Die MDR hingegen war immer nur Satelitenpartei und niemanls hatte sie die Mehrheit, wie Sie, Frau Suppa, schreiben.

Auch bevor Sie die Geschichte mit der Ruderbootflucht von Ruanda nach Tansania drucken wäre ein Blick auf die Karte angebracht gewesen: Ein Gewässer wo dies möglich wäre gibt es leider keins.

Mein Fazit also: Eine interessante Geschichte, wer jedoch ein bisschen zwischen den Zeilen lesen möchte und sich nicht nur für die grundsätzliche “bla bla, armer Afrikaner, bla, bla, ihm wurde böse mitgespielt, bla, er kann nichts dafür” Geschichte interessiert sollte lieber was anderes lesen.

Link

TAZ: Ruanda ist in gutem Zustand

Sonntag, 02. Januar 2011 von rapha

Auch schon ein paar Tage alt: Ein Interview der TAZ mit dem ruandischen Präsidenten Paul Kagame.

Überraschend, dass er gerade mit der TAZ spricht die doch immer wieder sehr kritisch über ihn berichtet.

In den Kommentaren zu dem Interview trifft einer den Punkt ganz gut: Sehr seicht und eine Möglichkeit für Kagame Ruanda als ausschließlich tolles Land zu präsentieren. Jegliche kritische Themen bleiben ausgespart. Schade.

Link

FAZ: Zeit der Vergebung

Sonntag, 02. Januar 2011 von rapha

Zwei ruandische Männer die eine gemeinsame Geschichte verbindet sprechen darüber und erzählen von ihrem Erlebten und Gefühlten.

16 Jahre nach dem Völkermord sei die “Zeit der Versöhnung” erzählt Andrea Jeska.

Ein schon ein paar Wochen alter Artikel, der dadurch aber nicht weniger gut wird.

Link

Der Einzelne in der Gesellschaft

Freitag, 24. Dezember 2010 von rapha

Von einem Tag auf den anderen waren sie plötzlich weg. Etwa 30 Häuser an der Straße zwischen dem King Faisal Krankenhaus und dem Novotel in Kigalis Stadtteil Kacyiru. Die Straßenfront war am Tag zuvor noch von kleinen Geschäften und Boutiquen gesäumt. Schätzungsweise 200 Menschen lebten in diesem Gebiet. Nun sah man nur noch die Überreste der ungebrannten getrockneten Lehmziegel. Die Menschen waren fort, ebenso das umtriebige Leben an der Straße.

Lediglich zwei Häuser waren von den Abrisskommandos verschon geblieben. In einem davon lebt Maurice*, ein ehemaliger Schüler von mir. Als ich ihn ein paar Wochen später auf eine Fanta bei ihm zu Hause traf unterbrach ich ihn und seine 16 jährige Schwester beim Fernsehen. Sein Großvater saß draußen vor dem Haus, ganz verwundert, was nun der weiße Mann bei ihnen will. Später kam Maurice´ Mutter nach Hause.

Ihr Haus sei noch nicht abgerissen worden, weil der Platz noch nicht gebraucht werde, meinte Maurice. Die Nachbarn seinen nun über die ganze Stadt verstreut. Die Nachbarschaftsgemeinschaft die sie über die letzten 15 Jahre aufgebaut hätten sei nun eben aufgelöst. Seine Familie war die einzige, die das erste Entschädigungsangebot der Stadtverwaltung abgelehnt hatte. (weiterlesen …)

Murabeho Rwanda

Montag, 20. Dezember 2010 von rapha

Wer ein bisschen aufmerksam meine Twitternachrichten in den letzten Tagen verfolgt hat, hat gemerkt, dass ich inzwischen wieder in Deutschland bin. Oder besser gesagt in dem kalten, schneegefüllten und mit weihnachtlichen Lichtern verzierten Ding von dem alle sagen es sei Deutschland. In den ersten beiden Tagen habe ich das Wohnzimmer mit dem Kachelofen nur verlassen wenn es nötig war dies zu tun, so sehr hab ich gefroren.

Kein Vergleich zu Kigali letzte Woche: Am Samstag hatte ich noch 30 Grad und habe bei meinem Abschlussfrühstück auf unserer Terrasse geschwitzt. Es war sehr mühsam meine Sachen zu packen. Über die Monate, ich kann ja fast sagen Jahre, hat sich das ein der andere angesammelt. Ich bin absolut nicht so der Typ, der alles mitnehmen muss, aber es gab verschieden Dinge die ich mit verschiedenen Situationen und Personen verbinde und die deshalb einen Wert für mich haben. Zum Glück waren manche der Klamotten nach zwei Jahren Handwäsche so am Ende, dass ich kein schlechtes Gewissen hatte diese in Ruanda zu lassen. Aber da waren auch ein paar Dinge die ich mitnehmen wollte: Fahrrad, Gitarre, Trommel, Computer und so weiter. Allein das ist schon genug für drei Fluggäste.

Das war auch meine Idee: Ich hab alles was ich hatte schön auf Freunde von mir verteilt die über Weihnachten nach Deutschland, oder besser Europa fliegen. Susanne bekommt die Bücher, Roman meinen Rucksack mit Kleidung die ich die nächsten Wochen in Deutschland nicht brauche und Jakob wurde mit den Restklamotten bedacht, die nirgends sonst mehr reinpassen.

Ich hatte also einen Koffer, meine kleinen Rucksack und mein Fahrrad in der Radtasche dabei. Das hat irgendwie auch gereicht und war stressig genug, aber hat gut geklappt.

Der Abschied von Ruanda war nicht so spektakulär wie ich ihn vielleicht erwartet hätte. Ich hab die Dinge mit der Arbeit abgeschlossen, alles was mit dem Haus und dem Auto zu machen war, war auch kein Problem. Ich hab mich von den zugegebenermaßen nicht unglaublich vielen Menschen die für mich in Ruanda wichtig waren und vor allem noch in Ruanda waren verabschiedet und bin gegangen.

Einen richtig großen Blick zurück habe ich noch nicht gemacht. Ich war mit dem Abwickeln beschäftigt. Ich glaube auch, dass ich dafür ein bisschen Zeit und Abstand brauche um das richtig einzuordnen und zu bewerten.

Dazu werde ich in den nächsten Wochen noch den ein oder anderen Artikel im danach-Bereich des Blogs schreiben. Es loht sich also weiterhin das ein oder andere Mal hier vorbei zu schauen.

Bis dahin wünsche ich euch viel Wärme und schöne Feiertage.

Tags

Neues aus Ruanda

Letzte Kommentare

RSS Novelles Rwandaise

ältere Artikel

 

Powered by WordPress – Design / Umsetzung: Daniel Lienert