Ach Herr Brück…

Donnerstag, 03. November 2011 von rapha

In der Rhein-Zeitung hat Dietmar Brück einen Artikel über seine Ruanda-Reise veröffentlicht. Dies ist eine Antwort.

Ruanda zu verstehen ist nicht einfach, über Ruanda zu schreiben schon gar nicht. Das einzusehen und deshalb in seinen Behauptungen wage zu bleiben, ist das Eine, Klischees zu bedienen und vermeintlich klare Fakten ungeprüft zu verbreiten, das Andere.

Ein Artikel wie Ihrer über einen Besuch im Gefängnis in Gitarama liest sich gut. Ein wenig wird angeprangert wie schlecht es den Gefangenen geht, ein bisschen beschreiben sie, sogar in der Überschrift, wie die Gefangenen trotzdem guten Mutes zu sein scheinen. Dazu eine Brise Völkermord und HIV und fertig ist das nichts sagende Bild, von dem jeder das behalten kann, was er oder sie sich schon vorher so gedacht hat. „Bilder bedienen“ kann man es auch nennen.

Sehr geehrter Herr Brück, das bringt niemandem etwas.

Natürlich schreiben sie mit der Rhein-Zeitung für eine Tageszeitung und nicht für ein politisches Enthüllungsmagazin, aber ein bisschen mehr Differenziertheit und vor allem Faktenrecherche würde auch ihren Lesern sicher gefallen und vor allem ein Verständnis für das Rheinland-Pfälzische Partnerland erzeugen das über Klischees und Regierungswahrheiten hinaus geht.

Das ist gar nicht so schwer, man muss nur ein wenig Kenntnis darüber haben, wie Dinge in Ruanda funktionieren und diese mit unterschiedlichen Quellen und ein bisschen journalistischer Vorsicht kombinieren. (weiterlesen …)

 

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