Der Text mit dem Max, dem Flo, der Betty und dem Spielplatz

Dienstag, 02. November 2010 von rapha

Das hier ist der Max. Er freut sich, denn er hat gerade eine Schaukel bekommen. Max wird niemals auf dieser Schaukel schaukeln, aber er ist trotzdem sehr zufrieden, dass sie da ist. Klingt komisch, ist aber so.

Das die Schaukel hier ankommen sollte, ist schon seit fast 2 Jahren klar. Damals hat die Betty angefangen den Spielplatz zu planen, damit die Kinder im Krankenhaus in Ruhengeri dort spielen können. Auf ihrem Blog rief sie damals zu Spenden auf.

Als Betty hier ihre Zelte im September 2009 abbrach stand auf dem Spielplatz ein Kletterhaus.

Flo, der die Stelle von Betty in der Pädiatrie übernahm, führte das Spielplatzprojekt weiter. Unter seiner organisation entstand ein Schaukelgestell, allerdings noch ohne Schaukel. Das Problem war, das eine aus Holz gebaute Schaukel zwar für den Beginn ausreichen wäre, jedoch mit der Zeit das Sicherheitsrisiko größer werden würde. Also musste eine richtige Schaukel her.

Da beginnt die lange Reise der Schaukel, die nun bei Max endete.

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When things get personal

Samstag, 30. Oktober 2010 von rapha

Rwanda is determined on reaching the Millenium Developement Goals. The second of these goals is the universal access to primary education. Rwanda made progress especially in that aspect in the last years. Since 2003 pupils do not have to pay school fees anymore, new schools have been built and new teachers have been employed. Primary school enrollment was rising.

The problem was however, that neither the infrastructure and material, nor sufficient qualified teachers were available. The result: many children attended school and didn´t learn much. After the change in the teaching language to English the situation became even worst.

Two weeks ago the Rwandan government decided to strengthen primary school education. Therefore about 11 million Dollars will be allocated from funding university scholarships to the budget of the 9-year-basic-education-project. The result of this is, that the 27.000 students, which had been supported by this fund, now have to look for a way to fundtheir studies by themselves. To see the dimension of this decision, one should know that there are only around 45.000 university students in total in Rwanda. So we are talking about more than half of the enrolled students.

Up to that point I thought: Not a clever move. Higher education is a key to sustainable growth and development. Especially the investment in human capital, on the top end of the spectrum is creating employment and a comparative advantage, which helps everybody.
But then suddenly I was sitting on my terrass and realised which result this decission has for each and every student. I felt bad, because I had to tell a young Rwandan, that his prospect of becoming a university student is past now.

Deutsche Version weiter unten.

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Wenn die Dinge persönlich werden

Freitag, 29. Oktober 2010 von rapha

Ruanda ist fest entschlossen die Millenium Development Goals zu erreichen. Das Zweite dieser Ziele ist die allgemeine Grundschulbildung. Gerade hier hat Ruanda in den letzten Jahren Fortschritte gemacht. Seit 2003 müssen die Grundschulkinder nicht mehr für ihren Schulbesuch bezahlen, neue Schulen wurden gebaut und neue Lehrer eingestellt. Die Einschulungsquote stieg.

Das Problem war allerdings, das weder Infrastruktur und Materialien, noch qualifizierte Lehrer in ausreichendem Maße zur Verfügung standen. Das Ergebnis: Viele Kinder besuchten die Schulen, lernten jedoch wenig. Seit der Umstellung auf englisch sprachigen Unterrichtist diese Situation eher schlechter geworden.

Vor zwei Wochen hat nun Regierung Ruandas beschlossen die Grundschulbildung zu stärken. Dafür sollen die etwa 11 Millionen Dollar, mit denen bisher Universitätsstipendien finanziert werden, in die Finanzierung des 9-year-basic-education-project fließen, also 9 Jahre Schulbildung für alle. Dies bedeutet, dass sich die 27.000 Studenten, die bisher aus diesem Fond bezahlt wurden, nun selbst um die Finanzierung ihres Studiums kümmern müssen. Um die Ausmaße ein wenig klarer zu machen, sei angemerkt, dass nur etwa 45.000 Ruanderinnen und Ruander an staatlichen und privaten Hochschulen  studieren. Wir sprechen also über mehr als die Hälfte der eingeschriebenen Studenten.

Bis hierhin dachte ich mir: Keine gute Maßnahme. Hochschulbildung ist auch ein Schlüssel zu dauerhaftem Wachstum und Entwicklung. Gerade die Investition in Spitzenpersonal zieht Beschäftigung und Standortvorteile nach sich, von welchen später alle profitieren.

Plötzlich saß ich aber auf meiner Terrasse und verstand welche Folgen diese Entscheidung für jeden einzelnen der Studenten hat und fühlte mich schlecht dabei, weil ich einem jungen Ruander sagen musste, dass seine universitäre Zukunft mit diesem Tag Vergangenheit ist.

See an English Version below.

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Mein Jahr in Ruanda – Ein Rückblick in Bildern

Dienstag, 26. Oktober 2010 von rapha

Da ich ja noch in Ruanda bin, die kalten Winterabende aber nach Deutschland kommen werden, dachte ich mir, ich mache mal einen multimedialen Rückblick für euch.

Gleichzeitig soll das auch ein bisschen Werbung für die Freiwilligenstelle der DPSG sein, die zum nächsten Jahr noch unbesetzt ist. Mehr Informationen zur Stelle gibts auf den Seiten der DPSG.

Ten to go – ten to do

Dienstag, 19. Oktober 2010 von rapha

Zum ersten Mal habe ich es bei meinen „Ruhengeri-Mädels“ Betty und Marleen vor über einem Jahr gesehen. Eine Liste mit Dingen die sie noch machen wollten, Menschen die sie nochmals treffen wollten und Erlebnisse die ihnen bisher verwehrt blieben. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber mehr als zehn Tage vor ihrer Abreise war das nicht. Am Abend vor dem Flug gab es noch viel zu tun.

Dieses Ritual wiederholte sich bei vielen der Menschen die ich hier kommen und gehen gesehen habe. Allerdings bei den meisten sehr kurz vor Ende. Jedenfalls artete es oft in Stress aus. Da ich weiß, dass es bei mir nicht in Stress ausarten würde, sondern schöne und interessante Dinge eher von der Zeitleiste nach hinten herunter fallen würden, habe ich beschlossen dem vorzubeugen und meine „Das muss/will/sollte/kann ich in Ruanda machen bevor ich gehe Liste“ ein wenig früher zu beginnen. Beim Blick auf den Kalender wurde mir klar: Sooo lang ist das nicht mehr. Allerhöchstens zehn Wochen, vielleicht weniger.

Ich will euch nun ein paar Optionen vorstellen, die ihr gerne erweitern könnt und weiter unten mit eurer Präferenz versehen könnt. (more…)

Zonocerus elegans, die „Techno-Heuschrecke“

Sonntag, 17. Oktober 2010 von rapha

Anfangs waren wir noch wirklich erfreut über den Zugewinn an Flora in unserm Garten. Ein paar Heuschrecken sind doch kein Problem. Schön bunt anzuschauen, friedlich und freundlich. Zuerst waren die wenigen Exemplare auch nur im Garten hinter dem Haus und störten nicht weiter. Den Gästen des Hauses wurden die von uns auf Grund ihrer bunten Färbung als unsere „Techno-Heuschrecken“ vorgestellt. Schon damals fiel uns auf, dass die Heuschrecken sehr aufmerksam zu schein schienen. Wenn man sich ihnen näherte versuchten sie sich hinter Blättern zu verstecken und warten ab, kam man ihnen zu nahe, versuchen sie davon zu springen.

In den vergangenen Wochen wurden es dann immer mehr Heuschrecken. Auch im oberen Teil des Gartens brachten sich nun bei jedem Schritt durch selbigen einige Heuschrecken in Sicherheit. Immer wieder drangen einige in unsere Ruheoase auf der Terrasse vor. Die Heuschrecken wurden zum Ärgernis. (more…)

Short Guide to the Expat Life in Rwanda

Sonntag, 17. Oktober 2010 von Claudio

Einen Gastblog auf Kanyarwandas Blog zu popeln ist ja schon etwas Spezielles. Egal wie viel man den Artikel editiert, an Formulierungen feilt und im Leser versucht Assoziationen zu wecken; an Kanyarwandas im Subtext mitschwingendes und darum liebenswertes Posertum, die prägnant formulierten „Insight Views“ und die einfach gefassten, nachvollziebaren Gedankengänge bleiben unerreicht. Darum erhebe ich diesen Anspruch hier nicht, sondern tilge mit diesem Post eine längst überfällige Schuld bei einem inshuti, der mich Ruanda intensiver erleben lies und mit dem ich hoffentlich noch den Einen oder Anderen bierseligen Abend verbringen darf. Notiz an mich: Hier Gesülze über wie geil die Zeit in Ruanda mit Rapha, wie billig die Nutten und das Bier, wie gross die Brüste von Shy.. und wie schön die Landschaft und die WM waren einfügen, eingestreute Kinyarwandaausdrücke täuschen Authentizität und Integriertheit vor….

Intro

Auf politische Korrektheit wird in diesem Post, wie der geneigte Leser hoffentlich bereits bemerkt hat, komplett verzichtet, dafür sollen umsomehr prolliger Humor und Kraftausdrücke verwendet werden. Dieses Blogpost soll natürlich nicht nur extrem viele Hits und Flattr-Punkte erzeugen, nein es soll auch dazu dienen, Personen die nicht wie Kanyarwanda und ich die Gelegenheit hatten, ein grosses Opfer auf dem „Altar der Weltverbesserung in Ruanda“ zu erbringen, einen „Short Guide to the Expat Life in Rwanda“ geben. Es soll also Neuankömmlingen in Ruanda helfen, sich in der Szene von Kigali stilsicher und effizient zu bewegen. Der hohe Informationsgehalt wird durch eine einfache Klassifikation und Deskription der wichtigsten in Ruanda vorkommenden Abazungu-Klassen erreicht. Weiter können Ruandaveteranen sich gerne selber einordnen, beziehungsweise die Position der eigenen Gattung finden. Das vorliegende Dokument ist zudem die erste Kigali Edition. Es wurde von Claude Mamauwe, einem meiner vielen Ghostwriter, aus dem Schweizerdeutsch, in einer dem Schriftdeutsch ähnlichen Sprache, übersetzt. (more…)

Kigali City Tower Tour mit Henrik

Montag, 11. Oktober 2010 von rapha

Kigali City Tower

Sonntag, 10. Oktober 2010 von rapha

Inzwischen schon zum zweiten Mal war ich am vergangenen Freitag auf dem Kigali City Tower. Mit 70 Metern und 24 Stockwerken wird er Ende des Jahres, wenn er fertig ist, das höchste Gebäude Kigalis sein. Er ist vergleichen mit den architektonischen Bausünden der Klotzhochhäuser drum herum schön anzusehen.

Zusammen mit Henrik habe ich mich am Freitag nun auf die Suche nach Mr. Wu gemacht. Diesen hatte ich als Kontakt von Linus geerbt, der vor fast einem Jahr auf dem Citytower war. Als ich im Mai diesen Jahres oben war, war Mr. Wu auch noch da. Diesmal suchte ich vergeblich. Dafür gab es dort neuerdings Inder die uns den Zugang ermöglichten. (more…)

Probleme die es anzupacken gilt

Sonntag, 03. Oktober 2010 von rapha

Das „Gute“ an einem System das nach Befehl und Gehorsam funktioniert ist, dass es relativ einfach ist getroffene Entscheidungen auch durchzusetzen. Dies ist hier immer wieder zu sehen: In der Nordprovinz mussten zum Beispiel alle Häuser die an der Straße stehen mit einem Vordach versehen und gelb gestrichen werden. Auch die Teilnahme an der vorgeschriebenen Aufräumaktion Umuganda, an jedem letzen Samstag im Monat, ist recht zahlreich. Dies beweist, dass es in Ruanda möglich ist durch Vorschriften Beteiligung zu erreichen.

Wichtig ist jedoch, dass die „richtigen“ Dinge damit gefördert und gefordert werden. Über den Sinn und Unsinn von gelben Häusern und Menschen die ihren Stadtbezirk verschönern und aufräumen kann man streiten, dass will ich jedoch hier und jetzt nicht tun.
Ich will exemplarisch drei Punkte herausgreifen und beschreiben wie derzeit die Situation ist, warum diese Felder zu großen Problemen auswachsen können und auch was mein Lösungsvorschlag wäre. (more…)

 

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