Letztes Update

Montag, 01. Juni 2009 von rapha

giraphaSo dies sind nun also die letzten Zeilen aus heimischen Gefilden. In 12 Stunden geht mein Flieger und schon in 24 Stunden atme ich ruandische Luft. Ich bin wenig aufgeregt, aber sehr gespannt. Gespannt auf die vielen neuen Eindrücke, auf die Begegnungen mit anderen und mit mir selbst.

Ich danke euch allen, dass ich euch so ein bisschen mitnehmen kann und euch in meinem Buch oder auch in meinem Herzen bei mir tragen darf. Passt auf euch auf und gehabt euch wohl.

Eine gute Zeit, Gottes Segen und Gut Pfad!

rapha

Blitzbesuch Westernohe

Sonntag, 31. Mai 2009 von rapha

img_0225Direkt aus Köln bin ich nach Westernohe gefahren um mich dort von meinem Arbeitskreis zu verabschieden und auch noch mal kurz mit dem Bundesarbeitskreis Internationale Gerechtigkeit zu sprechen, die mich ja quasi aussenden. Dabei konnte ich auch kurz zwei Mitglieder der ruandischen Nationalleitung treffen. Dies ist gut für den Kontakt vor Ort.

Bei dieser ganzen Aktion war ich sehr müde. Dort habe ich ab und zu gedacht, ich hätte es mir nicht geben sollen. Nach einer so anstrengenden und intensiven Zeit in Köln noch mal eine für mich emotionale Situation. Aber im endeffekt war es doch gut.

Ich war, dadurch, dass ich ja nur 24 Stunden da war, auch nicht richtig Teil der Gruppe, fand es aber sehr schön noch mal viele Leute zu treffen.

Der Abschied gestern ging mir dann richtig Nahe. Das letzte Mal „Nehmt Abschied Brüder“ für eine lange Zeit. Es war eine spezielle Art von Abschied für mich. Für eine lange Zeit…

fid-Kurs Köln II

Samstag, 30. Mai 2009 von rapha

dsc07242So nun ist auch die zweite Hälfte des Kurses vorbei. Die Erwähnenswerten inhaltlichen Dinge waren das offene Team und der Abschluss in den Kleingruppen zu „Meinem Projekt“.

Ich habe lange gebraucht um die Methode des offenen Teams richtig zu verstehen. Es ist eine Mischung aus einer klassischen Teamsitzung mit der Möglichkeit der Teilnahme für alle und einer Möglichkeit zum inhaltlichen Austausch im kleineren Rahmen auf persönlicher Ebene. Nachdem ich das verstanden hatte konnte ich mich auch voll darauf einlassen. Ich habe daraufhin einige gut Rückmeldungen bekommen, gut im Sinne von progressiv und für mich annehmbar.

Auch die „Mein Projekt“ Sache war ganz gut. Hier haben wir in den Kleingruppen der Spurensuche über die Erwartungen, Ängste und Vorstellungen gesprochen.

Abschließend betrachtet bleiben für mich natürlich auch inhaltliche Dinge hängen, die meiste Lernerfahrung ziehe ich für mich jedoch aus Gesprächen mit anderen Teilnehmern. Das Level und die Ernsthaftigkeit der Gespräche über Themen wie Beziehung, Gott und Religion, sowie Träume und Ängste haben mich sehr bereichert. Schön fand ich auch, einfach nur mit den anderen zusammen zu sitzen und ein Kölsch zu trinken oder rum zu albern. Leider konnte ich nur zwei Mal Gitarre spielen, da meine Hand danach meinte wehtun zu müssen.

Ein weiterer positiver Aspekt für mich war, dass ich vor dem Kurs alle Vorbereitung abgeschlossen haben musste und deswegen keinen Stress mehr hatte.

Ich habe für euch in der Galerie ein paar schöne Photos zusammengestellt. Diese sind nicht nur von mir, sondern auch von anderen Teilnehmern, denen ich dafür danke. Danke auch, dass ihr alle da wart und euch viel Spaß, aber vor allem auch Erfahrungen im Ausland.

Virales Marketing angelaufen..

Mittwoch, 27. Mai 2009 von rapha

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geilo…

fid-Kurs Köln

Montag, 25. Mai 2009 von rapha

img_0197Mittlerweile ist die Hälfte des Vorbereitungskurses um. Vom Prinzip ist der Kurs ähnlich wie ein Woodbadgekurs. Die Gruppe ist sehr heterogen, zwischen 18 und 27, zwischen Abiturienten und Menschen mit Berufsausbildung oder Studienabschlüssen, wie mir. Alles in allem aber coole Leute.

Ziel ist es auf den Freiwilligendienst so vorzubereiten, dass auf Grundlage der Kenntnis der eigenen Person für anderes sensibilisiert werden soll. Die Idee ist gut, jedoch finde ich einige Punkte der Umsetzung schwierig.

Dadurch, dass alles freiwillig ist und selbst Dinge wie Startzeiten der Einheiten jeden Tag neu festgelegt werden, fehlt für mich ein wenig der feste Rahmen der den geschützten Bereich eines Kurses einschließt. Auch das, wie ich weiß, schwierige Verhältnis zwischen vorgegebenen Inhalten und den heterogenen Bedürfnissen der einzelnen Teilnehmer ist nicht klar. Wir haben einen Tag lang Themen gesammelt und strukturiert um danach einen festen Wochenplan mit gebuchten externen Referenten vorgelegt bekommen, den wir, natürlich ganz freiwillig, beschließen sollten. Zwar sollten die Referenten Teile der Themen behandeln, jedoch wurden diese den Referenten nicht nochmals mitgeteilt. Dadurch sehe ich die Gefahr, dass individuelle Inhalte, die als am wichtigsten proklamiert wurden, nur unzureichend bearbeitet werden könne. Ich kann mich zwar auf die meist in der Methode der Großgruppendiskussion ohne Moderation und Rednerliste bearbeiteten Themen einlassen, bin aber oft zusätzlich damit beschäftigt neben mir auch noch die Gruppe, die Begleitung (wichtig: nicht Leitung!), sowie die Methoden und derer Umsetzung im Blick zu haben.

img_0215Natürlich bin ich nicht der klassische Teilnehmer, jedoch glaube ich, dass ein Kurs der sage und schreibe 800 € kostet, mehr an grundlegenden sich durchziehenden Prinzipien orientiert sein sollte und vor allem detaillierter vorbereitet sein sollte. Der Eindruck, dass dies nicht so der Fall ist, zeigt sich für mich in vielen Situationen. Referenten wissen manchmal nicht, was ihr Zeitrahmen ist, es gab eine Situation in der das komplette Team unabhängig voneinander 15 Minuten lang nicht im Raum war und zwei Mitglieder des Teams haben sich am ersten Tag des Kurses zum ersten Mal getroffen. Das schlägt sich nicht stark negativ zu buche, ist aber eine riskante Angelegenheit.

img_0158Jedoch sind meine Eindrücke überwiegend positiv. Die einzelnen Mitglieder des Teams sind kompetent, die Referenten gut und ich glaube für viele, mich eingeschlossen, ist die (nochmalige) Beschäftigung mit sich selbst sehr positiv. Und auch das Leben außerhalb der Kurszeiten ist, wie ihr auf den Photos seht ziemlich cool.

Auch die Idee soziale Projekte zu besuchen finde ich cool. Wir waren in einer Einrichtung für Alkoholiker, was einerseits erschrecken, andererseits sehr interessant war. Aus diesem Haus, genauer aus einem Photoprojekt stammt auch das letzte Artikelphoto.

Ich bin gespannt was der Rest der Woche bringt.

Auf dem Weg zum Vorbereitungsseminar

Mittwoch, 20. Mai 2009 von rapha

img_0157Nach drei Tagen Kisten aus-, um- und einzuräumen ist die Zeit am Bodensee schon wieder vorbei. Jetzt gerade bin ich auf dem Weg zu einem Vorbereitungsseminar der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe in Köln. Ich hatte nicht so die Zeit mir vorher Gedanken zu machen was mich dort erwartet. Das Einzige was ich weiß ist, dass dort 25 andere Freiwillige sind und das Seminar auf den weltwärts Dienst vorbereiten soll.

Aber gerade dieses Minimum an Informationen freut mich ein bisschen. Der sonstige Mai war voll von Terminen und immer musste ich Informationen managen. Ich freue mich auf diese „Black Box“ in meinem Terminkalender. Ich werde dort sicher einpaar Anregungen zum Nachdenken bekommen und sicher auch noch mal bewusst darüber nachdenken was für mich das Auslandsjahr bedeutet und dies mit anderen austauschen.

Die Milch des Nachbarn

Mittwoch, 20. Mai 2009 von rapha

milchflascheGestern Abend hatte ich mit meiner Mutter eine Diskussion über den Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und abnehmendem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Frage war, ob sich die materielle Absicherung der Menschen, wie sie in den letzten 40 Jahren in Deutschland stattgefunden hat, negativ auf den Zusammenhalt in der Gesellschaft ausgewirkt hat und dieser gerade jetzt fehlt um auch in schwierigen Zeiten eine funktionierende und zufriedene Gesellschaft zu haben.

Früher – auch wenn es mit 27 Jahren ein bisschen komisch klingt – aber früher war es ganz üblich zum Nachbarn zu gehen und nach ein bisschen Milch zu fragen wenn keine mehr im Haus war, oder eben einen Rasenmäher mit ihm zu teilen. Ich habe als Kind öfter mal im Garten unseres Nachbarn gespielt und er hat nach uns geschaut, wenn meine Mutter noch arbeiten war.

Inzwischen hat jeder alles oder strebt zumindest danach. Jeder kauft seine eigenen Dinge, wirft lieber ab und zu eine abgelaufene Milch weg, damit er nicht irgendwann mal ohne da steht. Die Menschen bezahlen viel Geld für Kinderbetreuung und können so in einer autarken und rein selbstbezogenen Welt leben ohne sich moralisch gegenüber jemand anderen verpflichtet zu fühlen. Folge daraus ist eine zunehmende Individualisierung der Gesellschaft. Da dies jedoch nicht immer im Interesse der Menschen ist, institutionalisieren sie ihre Freizeit. Ob in Walkinggruppen oder sonstigen Zusammenschlüssen. Eine gute Nachbarschaft ersetzt das aber nur sehr schwer.

Natürlich sind nicht alle so. Ich selber habe erlebt, dass mir Menschen helfen, auch wenn sie nicht direkt einen eigenen Nutzen daraus ziehen. Klar ist das bei den Pfadis und bei Aktionen wie der 72-Stunden-Aktion des BDKJ. Aber insgesamt hab ich schon den Eindruck, dass es weniger geworden ist. Damit spricht nichts gegen die Anfangs geäußerte Vermutung.

Bei mir selber kommt es öfter vor, dass ich irgendwas vergessen habe zu kaufen oder auch, dass ich manchmal Sachen brauche, die ich nicht besitze oder nicht kann. Dann frage ich mal einen Freund nach seinem Auto, meinen Nachbarn nach einer Leiter oder rufe bei Computerproblemen meinen Informatikerheld an, auch mehrfach. Das funktioniert aber nur, wenn ich weiß, dass sie im Zweifelsfall auch nein sagen, wenn sie es mir nicht geben wollen oder keine Zeit haben. Ich sage auch nein. Aber wenn es mir möglich ist, helfe ich gerne. Freunden beim Umziehen? Natürlich! Im Beziehungsstreit eines Bekannten in seinem Namen seiner Freundin Rosen vorbei bringen? Wie cool! Kleiner Aufwand für mich, große Hilfe für andere.

Nun der Blick nach Ruanda. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation ist nicht zu vergleichen. Mal ganz abgesehen davon, dass es dort keine Rasenflächen gibt, die mit dem Rasenmäher gemäht werden müssen und Milch sowieso, wegen der fehlenden Kühlkette, kein so großes Thema ist. Aber wie funktioniert gesellschaftlicher Zusammenhalt und Nachbarschaft in so einem Land? Unterstützen sich Nachbarn? Kann ich bei meinen Nachbarn dort nach Reis fragen wenn ich keinen mehr habe? Oder vielleicht auch ein Fahrrad leihen? Oder umgekehrt? Ich finde das spannend und bin gespannt was ich dahingehend erleben werde, auch wenn ich als weißer Europäer sicher nicht der typische Nachbar bin.

Ende eines Abschnitts

Freitag, 15. Mai 2009 von rapha

heidelbergNach 6 Jahren geht meine Zeit in Heidelberg morgen zu Ende. Derzeit packe ich die Kartons und wühle mich durch Berge von Krims-Krams. Bei jedem einzelnen Teil muss ich mich entscheiden, ob ich es wegwerfe, einlagere oder mit nach Ruanda mitnehme. Ähnlich wie mit den Sachen zum Anfassen ist es auch mit den Erinnerungen. Es ist ein Punkt an welchem ich schaue: Was war gut, was weniger, was lohnt es sich zu behalten, von was fällt es mir aber auch nicht schwer mich zu trenne. Solche Überlegungen kann man natürlich nicht auf ein Mal machen, in der nächsten Zeit oder auch in den nächsten Jahren wird sich zeigen, was von Heidelberg bleibt. Und auch wer von Heidelberg bleibt. Das Zwischenfazit ist aber auf jeden Fall positiv. Nicht nur, weil ich jetzt ein M.A. hinter meinen Namen schreiben darf, sondern vor allem auch, weil viel Dinge die hier passiert sind für mein Leben wichtig sind und auch viele der Menschen, mit denen ich hier Zeit verbringen durfte,  mein Leben mit geprägt haben. Der physische Abschied wird morgen passieren, der mentale dauert.

Alt-Heidelberg, du feine
Du Stadt an Ehren reich
Am Neckar und am Rheine
Kein andre kommt dir gleich

Danke Heidelberg,

rapha M.A.

Weitere Vorbereitung

Montag, 27. April 2009 von rapha

Nachdem nun die letzte schriftliche Prüfung hinter mir liegt und nur noch eine mündliche folgt, kann ich mich jetzt mehr um die Vorbereitung kümmern. Außerdem habe ich unsere WG Party und die eben so lange Aufräumaktion überlebt.

telefon-21Letzte Woche hatte ich eine Telefonkonferenz mit meinen beiden deutschen Chefs Sebastian und Andy. Dabei sind wir meinen Vertrag durch gegangen. Die Essenz daraus war eigentlich: Das läuft alles, wer Schuld ist zahlt, alles andere müssen wir mal schauen. Also wie vorher, nur nochmal festgestellt.

Sonst kümmere ich mich gerade um so technische Dinge: Kreditkarte, Umzug, Vorbereitungskurs (Bin überraschenderweise der älteste Teilnehmer) und sowas.

twitter_logo_headerAuch hier auf der Seite nehmen die Sachen langsam Struktur an. Habe seit heute einen Twitter Feed über welchen ich dann hoffentlich kurze Sachen per SMS ins Web schicken kann und nicht auf Internetzugang warten muss. (Danke dafür an Michi) Ansonsten suche ich immernoch nach den besten RSS Feeds mit Nachrichten aus Ruanda, die ihr dann immer rechts in der Leiste sehen könnt.

Mittlerweile haben auch schon über 20 Leute Sachen in meinen Koffer gepackt. Super. Weitermachen.

rapha

Allein

Sonntag, 19. April 2009 von rapha

Heute habe ich mir Gedanken zum Thema allein sein gemacht. Allein hier in Deutschland und allein in Ruanda. Vieles von dem was ich hier in Deutschland mache ist von davon geprägt, dass ich es mit Anderen tue. Dies ist Teil des Mehrwerts. Ich teile Erlebnisse und Erfahrungen mit Anderen. Natürlich habe ich auch hier Situationen, die ich nur mit mir und für mich erlebe – ich lerne zur Zeit allein für mich in der Bibliothek oder spiele allein Gitarre. Ab und an gehe  ich auch alleine spazieren oder wandern. Das ist jedoch ein Zustand für den ich mich hier selber entscheide. Ich weiß hier aber immer, dass wenn ich hier Gesellschaft oder Gemeinschaft suche, dass ich sie auch finden kann. Ich kann immer jemanden anrufen, treffen oder zumindest anchatten. Ich muss hier nichts alleine tun.

serengeti_baeumeIn Ruanda wird das zu Beginn sicher anders sein. Meine Erinnerung an die letzten zwei Wochen die ich vor fünf Jahren alleine in Kigali verbracht habe, sind mir wieder ins Bewusstsein gerückt. Hier konnte ich niemanden anrufen oder treffen. Obwohl so viel Leben und Betriebsamkeit um mich war habe ich nicht dazu gehört. Diese Mal habe ich die Gewissheit eine Aufgabe zu haben, aber mir als doch recht ungeduldigen Mensch wird das trotzdem sicher nicht immer leicht fallen. Es ist dort sicher eine andere Art von (allein) sein. Es ist nur im Groben ein selbstgewählter Zustand.

Ich glaube, dass ich damit akut immer wieder Probleme haben werde, nehme mir aber vor, dies als Chance für mich zu nutzen und solche Situationen anzunehmen um zu lernen damit umzugehen.

 

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