Der Weg zurück

Mittwoch, 29. Mai 2013 von rapha

801smSeit letztem Wochenende ist es klar: Ich werde im Juli nach Ruanda und Burundi gehen. Nur für zwei Wochen, aber es ist das erste Mal seit über zwei Jahren. Trotz der knappen Zeit freue ich mich riesig. Ich freue mich zu sehen, wie sich Kigali entwickelt hat, welche Leute ich noch kenne, wie es an meiner alten Schule aussieht. Ich freue mich den Menschen mit denen ich nach Ostafrika gehe, ein Stück von dem Ruanda zu zeigen das ich kennenlernen durfte.

Ich habe aber auch großen Respekt, in emotionalen Momenten sage ich auch Angst dazu, dass ich vieles nicht wieder erkenne. Nach zwei Jahren in Ruanda in verschiedenen Bereichen mit verschiedenen Eindrücken habe ich ein Ruandabild, das für mich gut funktioniert. Es gibt Dinge, die ich positiv sehe, andere sind problematisch, aber im Gesamtbild ist es schlüssig. Es wird Situationen geben, in denen ich erkennen muss, dass sich Dinge verändert haben.

Dies war bis Anfang der Woche eine eher theoretische Überlegung und dann war einfach Eric tot.

Eric war der erste der uns in unserer Unterkunft in Kigali 2004 begrüßte. Er war irgendwas zwischen Manager und Hotelboy. Er sprach französisch, was ihn von den anderen dort unterschied und er war neugierig. Wir spielten zusammen Karten, Uno. Das erste deutsche Wort was er sprach war „Strafkarte“, der Malus für unaufmerksames Spielen. Eric organisierte unsere Zimmer, bewachte unser Gepäck und schlief nachts hinter dem Tresen als Nachtwache.

Bei meiner Rückkehr nach Ruanda 2009 ging ich zuerst in die Unterkunft um mich dort einzubuchen. Ich fand Eric mit amerikanischen Touristinnen plaudernd an der Bar. Er erkannte mich schnell wieder. Inzwischen konnten wir uns gut verständigen, sein Englisch war sehr gut, mein Französisch wartet ja immer noch auf Verbesserung. Jedes Mal wenn ich in den folgenden zwei Jahren während meiner Zeit in Ruanda Besuch hatte, sind wir zu Eric gegangen und haben dort übernachtet. Während der WM 2010 ging ich zum Fußball fachsimpeln dort hin und habe Eric auch sonst zufällig in der Stadt getroffen.

Nun gehe ich wieder nach Ruanda. Mein erster Gedanke war, dass ich mich mit Eric in Verbindung setzen muss um zu schauen wo wir die ersten Tage in Kigali unterkommen. Ich habe versucht ihn anzurufen, aber seine Telefonnummer war nicht mehr vergeben. Ich bat einen Freund nach seiner neuen Nummer zu suchen. Der Freund meldete mir zurück Eric sei Anfang 2012 gestorben. Genaueres wüsste er dazu nicht.

Eric war kein guter Freund von mir, bei Lichte betrachtet wusste ich nicht sehr viel über ihn. Aber die Tatsache seines Todes geht mir nahe.
Mach´s gut Eric, wo immer du jetzt bist.

Situationen dieser Art wird es im Juli immer wieder geben. Ich hoffe nicht mit dieser Absolutheit.  Aber Menschen werden nicht mehr da sein, Orte anders aussehen, und Situationen werden sich anders anfühlen.

Ich will versuchen euch daran teilhaben zu lassen. Immer wieder hier im Blog und auf meinem lange vernachlässigten Twitteraccount @raphainruanda.

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