Paul Kagame, Präsident der Republik Ruanda


Ruanda hat gewählt, der alte Präsident ist auch der neue: Seine Exzellenz Paul Kagame, der Präsident der Republik Ruanda. Der Namenszusatz ist wichtig, es lohnt sich ihn zu merken, denn ändern wird er sich die nächsten Jahre nicht. Warum auch? Kagame ist Garant für Frieden und Fortschritt, Entwicklung und Zukunft.  Kagame stabilisiert, Kagame ist Kontinuität im Wandel. Kagame ist der beste Präsident den Ruanda hat. Seine Exzellenz Paul Kagame, Präsident der Republik Ruanda. Kagame ist jedoch kein Demokrat, er ist ein autoritärer Führer, der in allen Belangen bestimmt, was in Ruanda passiert.

Die Frage, die vor einer genaueren Beobachtung zu stellen ist, ist, ob Demokratie an sich einen Wert darstellt. Also genauer: Ist die Partizipation der Bevölkerung in Entscheidungen und die freie Wahl ihrer Autoritäten immer die Grundlage für einen im normativen Sinne guten Staatsaufbau?
Nur bei Verneinung dieser Frage lohnt sich ein genauerer Blick, denn eine Demokratie ist Ruanda nicht. Parteien wird die Registrierung verweigert, das Media Council verbietet Zeitungen, die Regierungspartei ist so stark mit dem Staat verzahnt, dass die einzigen Gegenkandidaten bei der Präsidentschaftswahl Vertreter verbündeter Satellitenparteien sind, die kein eigenes Programm und kein eigenes Profil besitzen. Lediglich der reine Wahlvorgang ist fair und gleich. Wer seinem Volk vorher die richtige Einstellung eingeimpft hat muss keine Wahlen fälschen.

Vor der Befriedigung von postmaterialistischen Bedürfnissen brauchen Menschen zuerst die materielle Sicherheit. Sie müssen genug zu Essen haben und ihr Leib und Leben darf nicht in Gefahr sein. Erst dann geht es ihnen um Mitsprache und Zukunftsplanung. Die Gegenwart ist näher und damit von größerer Bedeutung.

Genau das ist in Ruanda der Fall. Ruanda ist ein fruchtbares Land an dessen Hügeln Bananen und Kartoffeln, Bohnen und Tomaten gedeihen. Kein Ruander muss hungern. In Ruanda herrscht Frieden, definiert als Abwesenheit organisierter bewaffneter Konflikte. Ist es nicht das worauf es zuerst ankommt?

Ruander sind nicht dazu erzogen ihre eigene Meinung öffentlich kundzutun oder lange in die Zukunft zu planen. Der Ruander lebt im Heute unter den Bedingungen die ihm gegeben sind. Was Kagame den Ruandern als weiteren Anhaltspunkt für ein schönes Leben gestiftet hat ist eine Vision. Ein Bild für die Zukunft in dem Ruanda ein Land mittleren Einkommens ist, ein Bild in dem Ruanda das afrikanische Zentrum der Informationstechnologie ist, ein Bild in dem jeder Ruander Teil diesen Ruandas sein kann. Kurz: Ein Land in dem für alle Milch und Honig fließen. Das ist ein ambitioniertes Ziel, aber es ist ein Ziel. Etwas, dass Ruanda vielen afrikanischen Ländern voraus hat. Die Ruander unterstützen dieses Ziel, weil sie glauben, dass auch sie persönlich davon profitieren können und weil es das einzige ist, was sie haben. Sie arbeiten dafür, sie träumen davon.

Natürlich werden nicht alle 10 Millionen Ruander IT-Spezialisten werden und in den Chefetagen der zu schaffenden großen Dienstleistungsunternehmen sitzen, aber so lange sie davon träumen arbeiten sie dafür. Für die gemeinsame große Sache.

Der Garant, dass die Menschen in Ruanda an diesen Traum glauben können, dass sie eine Perspektive für ihr Land und damit für sich selbst haben. ist gerade in seinem Amt bestätigt worden: Seine Exzellenz Paul Kagame, Präsident der Republik Ruanda.

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 11. August 2010 um 19:58 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort, Neues aus Ruanda abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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4 Comments »

  1. Spannend wird es dann zu sehen, was passiert, wenn es den Ruandern wirtschaftlich gut geht, ob Kagame sie dann auch an politischen Entscheidungen mitwirken lässt…

    Comment: Birgit – 11. August 2010 @ 20:14

  2. Ich würde mal sagen, genau das Gegeteil ist der Fall, sie träumen von den gebratenen Tauben, aber tun nichts dafür. Sie träumen von der Zukunft aber wissen nicht, dass man eben nur mit Fleiß viel amafaranga verdienen kann. Ihre Kultur ist eben nicht so. Expertise habe ich nur da getroffen, wo Rwander lange Jahre im Ausland gelebt haben. Die Prüfungen (in ICT) der Hochschulen und „höheren Institute“ entsprechen höchstens der Zwischenprüfung in deutschen IHK-Berufen.
    In einer Kultur, in der man nicht aus Fehlern lernen kann, weil eben KEINER FEHLER MACHT, geschweigedenn welche anspricht, wird es keinen Quantensprung aus der Subsistenzwirtschaft in das Informationszeitalter geben. Ich erlebe das täglich bei meinem rwandischen Arbeitgeber und allen Institutionen, mit denen wir zu tun haben.
    Aber ich finde es wunderbar, dass jemand andere Erfahrungen macht und wirklich Bewegung erlebt oder vielleicht sogar selbst anstößt.

    Comment: Jele – 12. August 2010 @ 09:39

  3. tststs: „Der Ruander lebt im Heute unter den Bedingungen die ihm gegeben sind.“ „Ihre Kultur ist eben nicht so. “

    platter gehts nimmer!

    ich bin mir auch ziemlich unsicher, ob „singapur“ wirklich etwas wie ein echtes ziel ist. ich glaube eher, dass es eine perfekte beruhigungspille für die donors ist, damit kagame weiterhin seine macht und sein vermögen ausbauen und den seinen selbiges zuscheffeln kann.
    in dem sinne ist es keine vision, kein ziel, sondern eine ziemlich geschickte strategie eines intelligenten machtmenschen, nach innen und außen für ruhe zu sorgen. und diese strategie ist sogar so erfolgreich, dass die illusion „der ruander, die von der großen gemeinsamen sache träumen und dafür arbeiten“ nicht nur von den paar ruandischen medien wiedergekäut wird, sondern selbst auf seiten wie diesen als analyse stehen… somit: hut ab, seine excellenz!

    ps: bin erfolglos auf der suche nach nem beispiel, wo ein despot sein „volk“ zu wirtschaftlichem wohlstand geführt hat und an politischem hat teilhaben lassen.

    Comment: simon – 12. August 2010 @ 10:12

  4. @ Simon
    Aha!
    Ja, du magst recht haben. Auch in Turkmenistan gibt es keine Teilhabe an Entscheidungen.
    Dass ihre Kultur eben so sei stammt nicht von mir, sondern von Rwandern, die im beruflichen Zusammenhang gefragt wurden, warum sie dies oder das tun bzw. lassen. Es sei die Kultur, die ihn hindere / zwinge, niemals er selbst (für Frauen gilt das natürlich analog). Warum sagt man nicht die Wahrheit? Antwort: Unsere Kultur is eben so. Warum beeilt man sich nicht ? Antwort: Unsere Kultur is eben so. Warum liest man keine E-Mails oder Schriftstücke? Antwort:………….

    Comment: Jele – 12. August 2010 @ 10:56

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