Why you wanna leave me…?

Soziale Beziehungen sind ein wichtiger Teil meines Lebens. Das habe ich sicherlich auch vor meiner Zeit hier in Ruanda gewusst, aber die letzten 13 Monate hier haben mir das nochmal vor Augen geführt und so wiedermal bewusst gemacht. Die Qualität meines Lebens hängt auch davon ab ob ich Menschen in meiner sozialen Umgebung habe, denen ich vertrauen kann und bei denen ich mich geborgen fühle. Auch der Umkehrschluss ist gültig. Ebenso brauch ich Menschen die mir so viel Vertrauen entgegen bringen und mich an ihren Freuden, Sorgen und Erinnerungen teilhaben lassen.

Gerade in den letzten drei Monaten hatte ich das Glück mein Leben mit Menschen zu verbringen, bei welchen dies gut funktionierte und ich mit ihnen so eine außerordentlich intensive und wohltuende Zeit verbringen durfte.
Es begann alles, wie oft in Leben, mit einem Zufall. Auf einer Party lernte ich Claudio kennen. Wir beide wussten, ohne uns wirklich zu kennen, dass uns eine gute und interessante Zeit bevorsteht. Als wenig später noch seine Mitbewohnerin Sandra und meine Mitbewohnerin Eveline dazu stießen waren wir komplett. Dass es eine solche emotional tiefgründige und interessant abwechslungsreiche Zeit werden würde hatten wir damals alle nicht gedacht. Wir wussten allerdings, dass diese Zeit begrenzt sein würde, da klar war, dass sich unsere Wege wieder trennen würden.

Wir fuhren ein Wochenende nach Kibuye um in diesem Paradies am Rande des Kivu-Sees ein paar Tage lang eine Umgebung und eine Gemeinschaft zu erleben welche uns die Tiefe und Intensität unserer Beziehung aufzeigen konnte. Dieses Gefühl konnten wir auch in unseren ruandischen Alltag mitnehmen, so dass wir den größten Teil unserer freien Zeit gemeinsam verbrachten. Jeder Tag brachte uns aber auch dem Tag des Abschieds näher.

Eigentlich waren es bei uns Tage und Wochen des Abschieds. Sandra war die erste die uns verließ und zurück in die Schweiz ging. Diese Woche folgten Eveline und Claudio. Ich bin noch hier.

Ich bin Realist genug um zu wissen, dass es nach so einem Abschied nie wieder so sein würde wie es vorher war und eine solche Zeit nicht zu konservieren ist, aber ich bin auch voller Hoffnung, dass ein Teil des Erlebten und Erfahrenen bei uns allen weiter wirken wird.
Die Erinnerungen an Momente und Gespräche bleiben. Slaklinen am Sonntagnachmittag, das Tanzen am Abend zuvor, Brunchen hier auf der Terrasse, Wandern auf dem Mont Jali, das Projekt Matatu, gemeinsames Kochen und Essen, Lachen und Diskutieren.

Ich will mich aus ganzem Herzen bei euch drei für die Zeit bedanken.

Alles hat seine Zeit und das wichtigste ist, dass wir das Beste aus dieser Zeit machen.

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Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 04. Juli 2010 um 13:43 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. I don’t really know what to say.. probably cuz I’m too emotional to say anything right now.. I really loved every minute we spent with the four of us.. I’m sure it was meant to be that four peoples‘ lives crossed in the way ours did to give us great memories such as the those I’ve packed when I left Rwanda yesterday.. Being back in the Netherlands feels weird.. unreal.. strange.. It was only this morning that I realized I won’t be sitting on our wonderful terrace tomorrow.
    And yes, it’s true.. after our goodbye, it won’t be the same as in Rwanda, but what started there, doesn’t have to end.. it can continue.. in ways only we can define..

    Comment: Eveline – 04. Juli 2010 @ 16:18

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