Auf den Hund gekommen

Mittlerweile wohne ich ja schon seit zwei Monaten in meinem Haus in Kigali. Manche Sachen sind dabei schon normal geworden. Der tägliche Weg zur Arbeit genau so wie das Benutzen eines Backofens. Ich genieße es nach wie vor sehr, auf dem Balkon zu sitzen und bei gutem Wetter auch im Garten zu liegen.

Manche Sachen sind auch nach wie vor manchmal ein bisschen komisch. Zum Beispiel, einen Hausangestellten zu haben der die Hecke schneidet und die Wäsche wäscht. Ich hatte aber nicht wirklich eine Wahl, da er schon auf dem Grundstück gewohnt hat, als ich hier eingezogen bin.

Was allerdings immer noch eine Sache ist die komisch für mich ist, ist mein neues Haustier. Neben Pierre, meinem Guard, Eveline, meiner holländischen Mitbewohnerin, und mir wohnt hier nämlich noch Polly, mein Hund.

Polly, von Freunden auch Umva genannt, ist hier eigentlich als Wachhund tätig. Unsere Arbeitsauffassungen sind jedoch relativ unterschiedlich. Er schläft den ganzen Tag in seiner Hütte, wird abends wach und begrüßt alle Menschen die mein Grundstück betreten freundlich mit Schwanzgewedel und der Aufforderung mit ihm zu spielen. Ich dachte ein Wachhund bewacht das Haus, aber vielleicht liege ich auch falsch.

Für die Hundezüchter unter euch: Er ist eine Mischung aus etwa 17 verschiedenen Rassen, schön durchgemischt. Er besitzt keine Abstammungsurkunde und kein Stammbaum.

Nachts, oder am liebsten am frühen Morgen, kommuniziert Polly auch gerne mit den Hunden der Nachbarschaft. Dies funktioniert über sehr lautes Jaulen und ein bisschen bellen. Vor allem morgens um sechs sag ich da nur: Danke für Wecken.

Toleranz bin ich auch was seinen Gestank angeht. Das fällt nicht weiter auf, wenn er nicht gerade meint neben dir steht und er dir ins Gesicht schnauft. Allerdings macht er das sehr häufig. Vor allem dann, wenn ich Besuch habe, ist er immer da und schaut was so ab geht. Schlimmer wird’s noch wenn er mitbekommt, dass es was zu essen gibt. Dann schleicht er die ganze Zeit rum und hofft was ab zu bekommen. Das ist soweit kein Problem. Man muss halt aufpassen.

Was passiert wenn man das nicht macht weiß ich inzwischen auch:

Letztes Wochenende war ich ein bisschen krank und ich dachte ich schau mal einen Film an. Da es grad abends um sechs war und ich noch nichts gegessen hatte, habe ich mit in der Küche zwei Toastbrote gemacht, diese schön mit Salami, Käse, Tomaten und Basilikum belegt und auf meinen Couchtisch im Wohnzimmer gelegt. Da meine Mitbewohnerin und ne Freundin grad nach Hause kamen hab ich die beiden kurz begrüßt.

Als ich dann zurück ins Wohnzimmer kam lag da nur noch ein Brot auf dem Tisch. Zuerst hatte ich kurz gedacht, dass eins der zwei Mädels sich eins genommen hat. Als ich dann jedoch die Tomaten auf dem Boden liegen sah war klar: Polly.

Er war im Garten und schaute ganz unschuldig. Dabei leckte er sich genüsslich das Maul.

Ich bin ja echt ein toleranter Mensch, aber da hört es doch auf. Salamibrot klauen, dass geht nicht. Da kann er noch so bettelnd schauen.

Nun die Frage an euch: Was macht man denn mit einem solchen Hund? Habt ihr Erfahrung im Hunde erziehen? Ich bin da offen für allerlei Tipps. Also lasst mich daran Teilhaben.

Weil so geht es ja nicht weiter.

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 05. Mai 2010 um 21:15 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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8 Kommentare »

  1. Ist ja ein echt schönes Tier, aber ich riech den auf dem Hechelbild bis hierher ;-)
    Ich glaub bei so Dingen wie dem Brot, da hilft keine Erziehung… Das sind die Instinkte… Meine Katze war ja auch echt super erzogen, aber wenn da die Hackfleischküchle leichtsinnigerweise unbewacht in der Küche standen, da wurd die Milka halt einfach zum Tier ;-)
    (Legendär bei uns auch die Geschichte, wo meine Mama einen super schönen Käsekuchen, super gelungen, fürs Pfarrfest gebacken hat und zum Abkühlen noch in der Küche stehen hatte – nacher hat die oberste Schicht gefehlt ;-) )

    Aber im Zweifel hilft böse kucken immer.

    Liebe Grüße!
    Gabi

    Comment: Gabi – 06. Mai 2010 @ 13:21

  2. waerest du vegetarierer wuerden dir keine salamibrote gestohlen. manchmal kann die welt so einfach sein!

    Comment: simon – 06. Mai 2010 @ 14:26

  3. Hey Rapha,

    Klingt doch spannend ;)
    Wenn der Hund so riecht, vielleicht sollte man den einfach mal waschen? ;)
    Von Hunderziehung habe ich leider wenig Ahnung, aber wenn du den “Erziehen” willst, dann findet sich da auch sicherlich was im Internet.

    Mit den Lebensmitteln kann ich aber nur der Gabi zustimmen, das war bei unserer Katze genauso :D

    Comment: Michi – 06. Mai 2010 @ 17:17

  4. Hmm,

    vielen dank für die Hinweise.
    Wirklich weiter gebracht haben sie mich allerdings noch nicht. Aber ich weiß jetzt, dass Hunde wie Katzen sind, Vegetarier die besseren Menschen und Michi auch was sagt wenn er keine Ahnung hat…

    Comment: rapha – 10. Mai 2010 @ 08:56

  5. Was sagen, wenn ich keine Ahnung habe, kann ich auch!
    Kannst Du nicht einen weiteren Houseboy anstellen, der den Wachhund bewacht?

    Comment: Birgit – 10. Mai 2010 @ 17:59

  6. Kannste den nich einfach verschenken? Oder halt: verkaufen! :-)

    Comment: Dominik – 11. Mai 2010 @ 09:19

  7. Polly ist echt ein Fall für sich…
    Er hat grad einfach in meinen Flip Flop gebissen und wollte damit abhauen!
    Was ein Glück konnte ich das verhindern!
    Aber ein bisschen Erziehung würd wahrscheinlich echt nicht schaden ;-)

    Comment: Jacqueline – 04. Juni 2010 @ 22:06

  8. Wie goldig. polly macht doch alles richtig ;)
    Der Flip Flop hat ihr anscheinend nicht gepasst und somit wollte sie ih verschwinden lassen. Also ist die gute Polly doch ein Wahchund :)

    Comment: Sarah – 13. Juni 2010 @ 10:25

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