Sind Kochbananen die besseren Kartoffeln (8) – Bananenknödel

Begeistert von unvergesslichen 2,5 Wochen Ruanda schreibe ich den zweiten deutschen Beitrag in diesem Kontest. Mit 5 kg Kochbananen, 15 Mangos, 20 Maracujas, Ananas und Kokosnuss im Gebäck kam ich zurück mit dem Plan zu einer weiteren Folge dieses netten Vergleichs und das natürlich nicht alleine. Wofür Freunde nicht so herhalten müssen?!

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Ich hatte mich für Knödel entschieden und muss dabei zugeben, dass es die ersten waren, die ich alleine (ohne Hilfe meiner Mom) zubereitet habe. Ebenso viele mehlige Kartoffeln wie Kochbananen habe ich dazu am Abend vorher gekocht, geschält und durch den Fleischwolf gedreht und dann mit einem Tuch abgedeckt stehen lassen. Hier war auffällig, dass die Bananenpampe wesentlich stärker an der Oberfläche getrocknet ist und beim Kneten des Teigs und dem Formen der Knödel noch deutlich diese festen Teile zu spüren waren. Zudem bekamen wir aus den Kartoffeln fast doppelt so viel Teig heraus wie aus der gleichen Menge ungeschälter Bananen.
Jeder Charge Teig wurde 1 Ei,  Stärkemehl, Salz und Muskatnuss zugegeben und Knödel geformt (44 aus Kartoffeln, 24 aus Banane). Im heißen Salzwasser wurden die Knödel anschließend sortenrein gegart bis sie an der Oberfläche schwammen.
Während dessen bereiteten wir aus 2 kg Putenbrust, Zwiebeln, Paprika, 1 kg Champignons und Sahne die würzige Beilage (vegetarisch und nichtvegetarisch), denn Knödel dürfen ja nicht trocken verzehrt werden! Da wir ja in Deutschland sind hatte ich mich auch noch für Rotkraut entschieden, das wir allerdings einfach mal aus dem Glas nahmen, um wenigstens hier den Aufwand etwas zu begrenzen. Für die vielen anwesenden nicht Ruander habe ich Schilder geschrieben, damit auch jeder weiß, was er isst.
Bei der Abstimmung über das Ergebnis kamen 8 Stimmen für die Inyamanyuknödel, 2 für die Kartoffelknödel und 2 unentschieden heraus. Dies war hauptsächlich wegen der besseren Konsistenz der Bananenknödel, die leichte Fehler in der Zubereitung wesentlich besser verzeihen (wir haben die Knödel etwas zu lange im heißen Wasser belassen). Glücklicherweise hatten die trockenen Teile des Inyamanyuteigs während des Garens wieder so viel Wasser aufgenommen, dass man sie beim Essen nicht mehr feststellen konnte.

Was wäre ein wissenschaftlicher Test ohne Überprüfung der Reproduzierbarkeit? Die restlichen rohen Knödel habe ich in einem neuen Versuch am nächsten Tag gekocht und bei den Kartoffelknödeln eine wesentlich bessere Konsistenz erreicht. Geschmacklich entsprechen die Kartoffelknödel dann doch eher dem, was wir erwarten. Nur was macht man mit den gekochten Knödeln, wenn sie immer noch zu viele sind? Am nächsten Tag in Scheiben in der Pfanne backen. Hier hatten die Inyamanyuknödel wieder die Nase vorn, da sie leicht besser die Form halten konnten.
An diesem Abend hatten wir jede Menge Spaß und jeder hat neue Erfahrungen gesammelt. Auch der Nachtisch aus den direkt importierten reifen Früchten war für die meisten ein geschmackliches Erlebnis, das sie vorher so noch nicht gemacht hatten. Die Muffins aus Dollarbananen haben dabei aber nicht hinten anstehen müssen und reißenden Absatz gefunden. Bevor wir zur Punktvergabe kommen danke ich all denen, die sich in den Dienst der Wissenschaft gestellt haben und damit gleichzeitig den regelmäßigen Besuchern dieser Seite wieder etwas Futter gegeben haben.
Insgesamt möchten wir mit leichtem Vorsprung einen Punkt den Bananen geben und damit steht es im Vergleich Kartoffeln – Inyamanyu 4:4

Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 04. April 2010 um 18:05 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dingenskirchen, dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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8 Comments »

  1. Und welcher Gast hat das geschrieben?

    Comment: Dominik – 04. April 2010 @ 18:45

  2. Ah, habs entdeckt und mir fast gedacht, dass es Klaus war. Der Name steht allerdings nur dabei, wenn man den Artikel auf der Übersichtsseite (so nen ich das mal) anguckt.

    Comment: Dominik – 04. April 2010 @ 18:47

  3. Das sieht mal richtig lecker aus! Und von wissenschaftlicher Seite bleibt keine Frage offen 🙂

    Comment: Daniel – 04. April 2010 @ 21:09

  4. Ha endlich mal wieder eine Kochbananenseite 🙂
    Sieht jedenfalls wirklich sehr lecker aus.

    Da du jetzt ja Backofenbesitzer bist Rapha, könntest du auch mal was leckeres probieren das im Backofen gemacht werden muss.

    Comment: Michi – 05. April 2010 @ 00:08

  5. Haha! Endlich der Knödeltest! Da habe ich ja doch anscheinend was verpaßt!
    Rapha, Dein Backofen schreit natürlich nach Kochbananenauflauf. Und was ist überhaupt mit Kochbananenpommes?

    Comment: Birgit – 05. April 2010 @ 11:30

  6. POMMES!

    Comment: Dominik – 07. April 2010 @ 08:45

  7. Ja erstmal Entschuldigung, dass es so lange gedauert hat mit der veröffentlichung des Tests. Aber scheinbar kommt er auch nach längerer Zeit gut an.

    Zu den neuen Rezeptvorschlägen will ich nur sagen: Lest mal die anderen Berichte.

    Bananenpommes: http://www.rapha-in-ruanda.de/2009/06/27/sind-bananen-die-besseren-kartoffeln-1

    Kochbananenauflauf (von Michi): http://www.rapha-in-ruanda.de/2009/11/23/sind-bananen-die-besseren-kartoffeln-6

    Aber wenn ihr noch weitere Vorschläge habt, nur zu…

    rapha

    Comment: rapha – 07. April 2010 @ 10:21

  8. kochbananengratin! und ich will ihn machen!

    Comment: simon b – 08. April 2010 @ 07:16

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