Ich hab auch Spaß!

Ich habe gerade meine letzten Einträge ein bisschen überflogen und kam drauf, dass es so wirken muss, als ob ich mir grad nur tief greifende Gedanken über Gott und die Welt mache und als Gutmensch USB Sticks verschenke.

Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Ich genieße auch das Leben und bin zurzeit damit gesegnet viele nette Menschen zu Besuch zu haben. Auch davon will ich berichten und deshalb hier eine kleine Zusammenfassung über die Ereignisse der letzen Wochen.

Ich bin ja nach Kigali umgezogen und habe hier ein Haus gesucht. Nachdem ich ein bisschen Geld zur Verfügung habe, kann es auch ruhig ein schönes sein. Ich hatte eine Entscheidung zu treffen zwischen günstig, aber schlecht ausgestattet und laut, oder eben der ein wenig teureren Variante in ruhiger Umgebung mit schönem Garten. Ich entschied mich für Zweiteres, damit aber auch für die moralische Verpflichtung mir nach Mitbewohnern zu suchen, da das Haus drei Schlafzimmer hat.

Bilder vom Garten seht ihr übrigens hier.

Dort bin ich dann als Anfang des Monats eingezogen. Ganz am Anfang hatt es mit dem Mitbewohner suchen nicht geklappt und seitdem habe ich auch ständig besuch, so das es gar nicht geht. Aber wenn ich wieder alleine bin mach ich das. Versprochen.

Eva kenn ich aus Heidelberg. Wir waren vor drei Jahren in der, ich würde fast sagen, legendären Französischgruppe am Sprachlabor. Sie macht ein medizinisches Praktikum, die Experten nennen es Famulatur, in Ruli, Experten nennen es Pampa. Gegenüber ihr hatte ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen, da sie extra ein bisschen früher nach Ruanda kam um das Land ein bisschen zu sehen und ich war da natürlich grad in Deutschland. Auf jeden Fall hat Eva auch noch Anne mitgebracht, die ebenfalls in Ruli famuliert (?).

Die beiden waren dann auch gleich mal mit mir in Nkumba um ein bisschen was vom ruandischen Landleben außerhalb Rulis zu sehen. Am Freitagabend haben wir lecker gekocht, Samstag nach Ruhengeri in die Stadt und dann spontan auf einen Cappuccino nach Gisenyi. Sonntag das ganze Haus putzen und zum Lac Ruhondo wandern. Montag ich unterrichten und mit den Mädels Referate anhören und dann zurück nach Kigali. Bilder vom Nkumba Wochenende.

Auch wenn sich das ganze stressig anhört, so war es das gar nicht. Wir lagen den ganzen Tag im Innenhof rum und haben gegessen und Kaffee getrunken. Ich hatte zum ersten Mal seit langer Zeit ein so entspanntes Wochenende.

Das letzte Wochenende war genau so. Wieder waren Eva und Anne da. Diesmal aber in Kigali und zusammen mit Sarah (Freiwillige aus Nyagatare), Mareike (Schwester der vorhergenannten) und Eli (Freundin der vorhergenannten). Wieder bestand das Wochenende hauptsächlich aus entspannten Gesprächen und Essen. So kann das weiter gehen. Auch hier gibts Bilder von.

Ich war Freitagabend noch bei meiner Bürokollegin zur Bachelorabschluss-Feier bei ihr zu Hause. Das kann man sich fast nicht vorstellen: Etwa 200 Leute im Garten in einem Zelt, alle super schick. Ansprachen und Bilder der Kollegin über den Beamer. Dann Buffee zu essen und weitere Bilder. Mein Magisterabschlussabend war nicht halb so feierlich. (Na gut aber immerhin gab es Bier)

Am späteren Abend, nachdem ich die fünf zu Hause wartenden Damen abgeholt hatte, sind wir dann ins Papyrus gegangen. Das Papyrus ist, wie ich glaube, zurzeit die Inn-Bar in Kigali. Wer einigermaßen viel Geld hat, so aussehen will als ob er es hätte, oder versucht durch sexuelle Dienstleistungen an Menschen die aus erstgenanntem Grund dort sind ranzukommen, treibt sich hier rum. Eine Bar, eine kleine Tanzfläche und eine große Terasse. Die Musik gut, viel amerikanischer R´n´B. Nette Bar, viel Hafenkino, wie es die Segler nennen würden. Das war wirklich grandios: Rumstehen, trinken, lästern, noch mal trinken und irgendwann nachts dann mit den fünf Damen nach Hause fahren. Noch ein Stück der übrig gebliebenen Pizza und ab ins Bett.

Samstags ausschlafen, einen Spaziergang durch Nyamyrambo machen, zu Hause kochen und später abends tanzen im KBC.

Am Sonntag lange ausschlafen und dann mit dem Bus Nkumba. Das hat mir gezeigt, dass ich ja nicht nur zum Spaß haben, sondern auch zum arbeiten hier bin. Aber schön, wenn Spaß und Arbeit so Hand in Hand gehen.

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 24. März 2010 um 16:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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