Einmal Deutschland und zurück, bitte. – Ankommen

Wenn man in eine gewohnte Umgebung geht und bekannte Menschen trifft ist das immer eine besondere Sache. Wenn man die gewohnte Umgebung und die bekannten Menschen eine lange Zeit nicht gesehen hat, so ist es eine ganz besondere Sache. Wenn dies jedoch nur ein kurzes Eintauchen zurück in Gewohntes ist, so kann es sich auch komisch anfühlen.

Nach einem kurzen Tripp nach Deutschland bin ich seit einer Woche wieder hier in Ruanda. Ich habe in Deutschland viele Termine gehabt, Freunde getroffen, Biere getrunken, Gespräche geführt, Dinge unterschrieben. Jetzt bin ich wieder hier und manche Dinge fühlen sich an, als hätte ich sie nur geträumt. Trotz der wenigen Zeit und der vielen Termine habe ich keine Sekunde bereut diesen kurzen Zwischenstopp in der Heimat zu machen um dann zurück in die Heimat zu fliegen.

Schon kurz vor meiner Landung in Frankfurt war ich sehr aufgeregt. Es war vier Uhr morgens, ich hatte gut geschlafen und die Stewardess räumte gerade das Frühstück ab. Ich sah auf der Flugübersicht, dass wir irgendwo zwischen München und Augsburg wahren. Auf dem Monitor stand: Heidelberg. Das war für mich das Zeichen für Heimat. Ich sah die ganze Zeit aus dem Fenster. Als wir langsam an Höhe verloren sah ich die Städte mit den schlafenden Menschen unter mir vorbei ziehen. Bald war auch zu erkennen welche Städte es waren: Stuttgart, Heidelberg, Darmstadt. Von weitem konnte man Frankfurt sehen.

Nach der Landung war alles ein wenig routinierter, aber dennoch aufregend. Mir ist erst hier eingefallen, dass das erst meine zweite Ankunft in Frankfurt war. Ich wechselte meine Simkarte, holte mein Gepäck ab, belauschte zufällig zwei Flughafenmitarbeiterinnen die in breitem Hessisch über irgendwas redeten. Mit meinem Gepäck erstmal zum Bahnschalter eine Fahrkarte kaufen. „Niemand kann so schnell wie ich eine Fahrkarte aus dem DB Automaten holen wie ich.“, das war früher meine Aussage (und auch Überzeugung). Diesmal kam ich mir vor wie jene chinesischen Touristen denen ich in Heidelberg am Bahnhof immer mit ihren Tickets geholfen hatte.

Mein Kampf mit dem Automaten wurde jedoch belohnt. Ich saß im ICE an einem Vierertisch mit einem Cappuccino aus dem Bordbistro und sah die Sonne aufgehen. Die Landschaft war verschneit und die Luft klar. Aus Schornsteinen stieg Rauch auf. Alles wirkte künstlich, aber sehr mächtig und stark.

In Stuttgart stieg ich auf das Auto meiner Schwester um. Noch eine Erfahrung: Verkehrsstau. Auffällig jedoch: Niemand reagierte auf meine Blicke. Alle waren mit sich selber beschäftigt. Dann floss der Verkehr wieder. Der kleine Corsa bot mir genau die richtige Reisegeschwindigkeit. Ich konnte mich umschauen, die verschneiten Felder ansehen, hier und da mal ein anderes Auto überholen…

Nach zwei Stunden Fahrt: Der Bodensee. Nach Überlingen gibt es die Kuppe wo man den See zum ersten Mal sieht. Vorne die Birnau, rechts hinten Konstanz, links Unteruhldingen und dazwischen der See. Ich bekam Gänsehaut und konnte mir einen Jauchzer nicht verkneifen. Ich war zuhause.

Bei meiner Mutter war das Haus warm, es gab Kaffee und bequeme Sofas. Ich bevorzugte aber mit der Tasse in der Hand aus dem Fenster zu blicken. Die Welt draußen sah ganz anders aus, als jene welche ich die letzten neun Monate gesehen hatte, aber ich gewöhnte mich schnell daran.

Dieser Beitrag wurde am Montag, 08. März 2010 um 11:03 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. Ein sehr netter und blumiger Artikel – und wie gings weiter?
    Übrigens das Bild vom „Yeah!“-Schild ist großartig! 😉

    Comment: Daniel – 08. März 2010 @ 12:27

  2. Stimmt, hast du den Artikel von der Klara schreiben lassen, bei der Blumigkeit?

    Comment: Birgit – 09. März 2010 @ 18:53

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