Sind Bananen die besseren Kartoffeln? (7)

Was ist das schönste mit Freunden? Richtig: kochen und essen. Nachdem Birgit und Klaus hier bisher nur Kochbananen vom Buffet gegessen hatten und das Verlangen verspürten einmal selber welche zu kochen, packten wir gestern die Gelegenheit beim Schopf.

Natürlich musste es ein neues Rezept sein, was gut, und vor allem mit den Zutaten von hier, zu kochen ist. Die Wahl viel nach einigem Überlegen auf schwäbischen Bananensalat. Natürlich auch dieses Mal nicht ohne die Kontrollgruppe: den schwäbischen Kartoffelsalat.Wie immer geht die Prozedur mit dem Kochen los. Die Bananen werden geschält und in Salzwasser ausgekocht. Anders als die Kartoffeln: Diese werden erst gekocht und dann geschält. Diese Unterscheidung ist wichtig. Um es philosophischer auszudrücken: Kochbananen und Kartoffeln sind nicht gleich, haben ihre eigenen Charakter, sollten aber die gleichen Chancen auf Erfolg haben. (Vgl. Mann und Frau). Das war aber schon die ganze Unterscheidung. In Scheiben geschnitten wurden die noch warmen Kartoffeln und Bananen mit Gemüsebrühe übergossen, damit die Poren sich mit dieser voll saugen und nicht mit dem Öl. Dieser Geheimtrick macht einen guten schwäbischen Kartoffelsalat aus.

Abgerundet wird der Kartoffel- und Bananensalat mit Gurke und Zwiebel. Angemacht mit Essig und Öl, abgeschmeckt mit Pfeffer und Salz. Die Frage nach der Kühlung des Salats stellt sich hier in Ruanda eher weniger. In Deutschland kenne ich ja die Kühlschrankverfechter und die Lauwarmesser.

Als Beilage hatten wir von Klaus hergestellte Frikadellen. Wir nutzen die Möglichkeit, die sich hier in Butare bietet, vermeintlich frisches Hackfleisch zu einem günstigen Preis zu erstehen. Zusammen mit Zwiebeln, Brotkrumen, Ei, Käse, Salz, Pfeffer und natürlich Hot & Sweet Chilli, ergaben sich schöne große Frikadellen, oder um in Schwäbischen zu bleiben: Fleischküchle.

Dazu tranken wir einen von Klaus finanzierten St Martin Wein aus Frankreich und ein wenig später Ananaswaragi, einem Brand aus Soja mit Ananasaroma.

Nun zur Bewertung: Das gestaltet sich ein wenig komplizierter. Nicht nur, dass die Experten Klaus, Birgit und Lilli nach Textur, Geschmack und Optik unterschieden, sondern auch nach den gleichen Kriterien am nächsten Morgen werteten. Das macht die Sache kompliziert: Klaus war abends unentschieden, bevorzugte morgens den Kartoffelsalat, da er die Bananen als zu hart empfand. Lilli bevorzugte abends den Kartoffelsalat, fand ihn aber eigentlich zu fad. Birgit gönnte sich nur eine Testreihe, die abendliche, und bevorzugte geschmacklich klar den Bananensalat. Auch beim Schälen lag für sie die Kochbanane klar vorne. Ich fand den Kartoffelsalat klar besser. Nicht nur weil ich ein großer Fan „meines“ Kartoffelsalats bin, der natürlich heimatliche Gefühle in mir aufsteigen lässt, sondern auch, weil er schlicht weg besser schmeckte.

Das Testergebnis ist damit wie folgt: Frisch gemacht und noch lauwarm kann der schwäbische, oder besser schwäbisch-ruandische, Bananensalat mit dem schwäbischen Kartoffelsalat mithalten, am nächsten Morgen, und das ist vor allem beim Kochen für eine Party ein wichtiges Argument, unterliegt er beim Vergleich mit selbigem. In ihrer Kategorien einzigartig und sehr lecker waren hingegen die Frikadellen und der Rotwein. Der neue Zwischenstand im Rennen um die Vorherrschaft auf dem Teller lautet aber: Kartoffeln – Inyamunyu 4:3.

Dieser Beitrag wurde am Samstag, 09. Januar 2010 um 09:21 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dingenskirchen, dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. Beim Titellesen auf Twitter dachte ich mir schon, dass der Kartoffelsalat gewinnt 😉

    Was du mal noch probieren könntest wäre eine Kochbananensuppe 😉 Vielleicht kann die auch genauso schön schimmeln wie die Kartoffelsuppe von Heilig Abend.

    Dann könnte man auch eine neue Kategorie aufmachen 😉 Schimmeln Kochbananen anders als Kartoffeln 😀

    Comment: Michi – 09. Januar 2010 @ 12:09

  2. Das mit dem Schimmelvergleich ist eine gute Idee. Die Proben sollten aber in jedem schon zubereitet sein. Ich glaube, bis Kartoffeln schimmeln, werden die Kochbananen schon wiedergeboren…

    Comment: Birgit – 11. Januar 2010 @ 11:24

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