Lust auf Schnorkeling? – Diani Beach und Shimoni

pb290920Von Mombasa, dem lauten, schnellen Zentrum an der kenianischen Küste am indischen Ozean, haben wir uns ein Matatu geschnappt und sind nach Tiwi, etwa 30 Kilometer südlich, und anschließend an den Diani Beach gefahren. Wir haben sofort nach der Ankunft nach dem Meer gefragt: „nur 100 Meter“ war die Antwort. Tatsächlich waren es nur wenige Schritte bis an einen Traumstrand. Weißer Sand, blaues Wasser, Palmen. Das ist ein Platz an dem man es aushalten kann, wenn da nur nicht die knapp 40 Grad Hitze wären.

Sofort wurden wir gefragt: „Hi, Hasch du Lust auf schnorkeling?“ Alex, der Mann, der diese Worte in schön gebrochenem Deutsch sprach, war zusammen mit ein paar Kollegen Besitzer eines Bootes und sein Tagesgeschäft bestand darin, Touristen auf dieses Boot zu bekommen, um sie zu einem Schnorchelplatz zu bringen. Außerdem konnte er alles besorgen: „Ich hab die grüne Kokosnuss, oder auch die braune Kokosnuss“. Wir überhörten das alles, genau wie die Damen die Massagen feilboten oder die Verkäufer von mit Namen verzierten hölzernen Schlüsselanhängern. Sobald mal Ruhe war, genossen wir die Zeit am Strand unter unserer Palme. Lesen, schwimmen, Banane essen, lesen, schwimmen und viel Wasser trinken. Nach zwei Tagen hatten wir genug von der Touristenhochburg, welche Diani Beach definitiv ist. In den Restaurants konnte man Paulaner Weißbier bestellen, alle Anweisungen standen auch auf Deutsch auf den Schildern und ältere deutsche Damen tranken und shakerten abends mit lokalen dunkelhäutigen Männern.

pb300972Wir stiegen wieder ins Matatu und fuhren weiter südlich. Ziel war Shimoni, ein kleines Dorf, welches auf unserer Karte ganz gut gelegen schien und laut Lonley Planet  einen Campingplatz besaß. Die Fahrt war aber mit dem Matatu nicht vorüber, wir mussten auf ein Moto, in Kenia Boda-Boda genannt, umsteigen und noch mal 15km über die Schotterpiste heizen.
In Shimoni selbst erst einmal die Ernüchterung: 15 Dollar pro Person sollte die Nacht auf dem Zeltplatz kosten. Als wir jedoch die Dame mit unseren Pässen überzeugen konnten, dass wir East-African-Residents sind, war es auf einmal sehr günstig: 150 KSh, also 1,30 Euro. Auch die Jungs, die uns in Empfang nahmen, um uns für touristische Ausflüge zu begeistern, wie wir dachten, bekamen das mit. Nicht noch ein Alex, dachten wir uns. Der eine von ihnen stellte sich als Babu vor und sollte uns noch nützlich und keineswegs anstrengend sein. Er empfahl uns hier im Nationalpark schnorcheln zu gehen. Für Einheimische für nur 300 KSh statt 20 Dollar. Die Bootsfahrt sollte weitere 1200 KSh kosten. Wir entschieden uns mitzufahren. Er verlangte aber von uns gegenüber den anderen Mitfahrern auf dem Boot kein Wort über unseren Preis zu verlieren. Diese hätten wesentlich mehr bezahlt. Also fuhren wir mit dem Boot eine Stunde zu einem Korallenriff mit bunten Fischen, schönen Korallen und vor allem Delphine auf dem Weg dorthin. Anders als die anderen Fahrgäste fuhren wir von Wasini-Island zurück nach Shimoni. Babu holte uns dort mit einem Schnellboot ab. Auf der Rückfahrt fragte er uns, wie wir denn nach Sansibar fahren wollen. „Fahrt doch mit einem Boot“, schlug er vor. Er meinte, es sei kein Problem, einfach mit einem Lastensegler mitzufahren, entweder nach Pemba oder gleich bis Sansibar. Nach Gesprächen mit Kapitänen der vor Ort liegenden Schiffe meinte er, in einer Stunde würde eins fahren. Wir aßen also noch eine Kleinigkeit, kauften Wasser und Obst, bauten unser Zelt ab und gingen zum Schiff. Vor der Abfahrt mussten wir jedoch noch aus Kenia ausreisen. Dies geschah in einem kleinen Büro der Einwanderungsbehörde, in dem es nach frischen Nelken duftete.
Inzwischen war es 17 Uhr und wir auf dem Boot. Wir warteten lange auf den Mann, der uns als der Kapitän vorgestellt wurde. Um 18 Uhr kam dieser endlich und meinte, es sei nicht möglich auf diesem Boot zu fahren, da dies die Zollbehörde verboten hatte. Also runter vom Boot und in ein kleines Hotel. Noch ein Bier getrunken und was gegessen und früh schlafen, denn am nächsten Morgen um fünf Uhr sollte es losgehen.
pc021032Es wurde natürlich sechs Uhr, aber der Sonnenaufgang war atemberaubend. Das Boot war etwa zwölf Meter lang und aus Holz. Beladen war es mit unzähligen Eimern Pflanzenöl, einigen Kanistern Diesel, einer muslimischen Familie, fünf Mann Besatzung und uns beiden. Nach einem kurzen Stück mit Motor zogen wir gemeinsam das Segel hoch und segelten in den Morgen. Es ging vorbei an kleinen Inseln, Sandbänken und Korallenriffen raus aufs offene Meer. Um elf Uhr war es dann soweit: Bei starkem Wind und relativ hohen Wellen war kein Land um uns herum mehr zu sehen.

Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 03. Dezember 2009 um 17:10 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. Hallo Rapha,

    mit großer Begeisterung verfolge ich deinen Blog!
    Besonders die Reiseberichte finde ich echt spannend und vermitteln, dass es dir gut geht mit dem was und wie du es tust! Das freut mich!
    Zugleich erzeugt besonders dieser Bericht ein ziemliches Fernweh und Verlangen nach der Freiheit, die du zu haben scheinst.
    Ich hoffe, dass du noch viele schöne Stunden und Tage erlebst, viele offene und freundliche Leute triffst und dass es dir weiterhin sehr gut geht!

    Bis denne

    Bene

    Comment: Bene – 04. Dezember 2009 @ 13:14

  2. Auf das Segeln bin ich ja super neidisch. Segeln ist geil, und dann noch bei dem Wetter und mit dem Ausblick, sehr schön.

    Lasst es euch gut gehen.

    Comment: Michi – 04. Dezember 2009 @ 15:41

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