Meer sehen in Mombasa

pb260836Die Zugfahrt war länger als erwartet und fühlte sich auch ein bisschen komisch an. Im Speisewagen gab es sowohl ein Abendessen, als auch ein Frühstück, welches nicht so afrikanisch, sondern eher spätkolonial britisch war.

Wir fuhren in der ersten Klasse, die pro Person 35 Euro gekostet hat und hatten dafür eine Zweierkabine mit Stockbett und eben das Essen. Die Fahrt an sich war ziemlich spannend. Immer wieder hielten wir in der Nacht an und warteten auf Gegenzüge oder Weichenumstellungen. Nach wenig Schlaf hieß uns dann Mombasa willkommen.

Schon am Bahnhof konnten wir erahnen, was uns erwarten würde: Unzählige Taxifahrer buhlten um Fahrgäste und das ganze in einer unglaublichen Hitze. Wir entschieden uns für ein Tuktuk, ein Piaggio Ape Dreirad. In einem Hotel mit Terrasse gönnten wir uns einen Cappuccino und einen Blick ins Internet, um ein gutes, günstiges Hotel zu finden.pb260891Unsere Wahl fiel, trotz der Warnung unserer Herbergsmutter in Nairobi wegen des Lärms in der Stadt, auf ein Hotel, in welchem die Nacht für ein Doppelzimmer 500 KSh, also 4,50 € kosten sollte. Leider war dieses belegt und wir nahmen das nebendran für 800 KSh, immer noch sehr günstig. Es war sauber und in Ordnung, hatte aber zwei Schwachstellen: Es gab keine Steckdose und es lag direkt über einer der Hauptkreuzungen von Mombasa, wie ihr auf dem Bild sehen könnt und war deswegen recht laut. Wir entscheiden uns trotzdem zu bleiben.

pb260846Am Nachmittag erkundeten wir die Altstadt von Mombasa. Schon lang vor der Kolonialisierung durch die Briten war es eine Handelsstadt, welche vor allem von muslimischen Händlern arabischen Ursprungs bedient worden war. Dies ist auch ganz klar im Stadtbild der Altstadt an den vielen Moscheen zu sehen. Wir streiften durch die Altstadt weiter ans Meer, den indischen Ozean. Dort war es relativ vermüllt. Mehrere Menschen leben wohl dort. Wir wurden jedoch herzlich begrüßt, auch wenn wir quasi in ihre Wohnzimmer eingebrochen waren. Es ist schon krass, wie einfach die Menschen da im Müll leben, zwischen alten Plastikflaschen und Fischkadavern. Aufgrund der Warnung eines dort lebenden Bootsbauers vor Rastas, die zu viel Kiffen würden und deswegen ein bisschen aggressiv seien, sind wir zurück in die Altstadt und haben nach einem arabischen Barbier gesucht, pb260865da mein inzwischen 60-Tage-Bart ein bisschen zu warm für die Temperaturen in Mombasa war. Der Mann, der uns zu dem Barbier brachte, meinte uns auch gleich noch zu einem befreundeten Gewürzhändler bringen zu müssen, den wir auch noch um ein paar Leckereien erleichtert haben. Am frühen Abend sind wir dann zurück ins Hotel. Ab 19 Uhr haben wir uns abwechselnd zum Dösen auf die Betten gelegt, um erst am nächsten Morgen wieder aufzuwachen.
Jedoch ziemlich früh: Um 4 Uhr rief der Muezin, der direkt auf der anderen Straßenseite liegenden Moschee die Gläubigen zum Gebet und auch das Verkehrschaos, was uns in der Nacht immer wieder geweckt hatte, nahm ohrenbetäubende Maßstäbe an. Nach einem Frühstück mit arabischem Chai ging es dann ab ans Meer. pb270903Wir sind mit einem Tuktuk an den öffentlichen Strand im Norden gefahren. Es wirkte alles ein wenig, sagen wir mal: Neckermann Reisen-Katalog-mäßig: Weißer Sandstrand, Palmen, außer uns vielleicht noch zehn Leute zu sehen, Kameltreiber, die mit ihren Kamelen am Strand entlang liefen. Unglaublich. So haben wir den ganzen Tag faul am Strand verbracht, ein bisschen geschwommen und gelesen. Das Wasser war übrigens unglaublich warm. Sicher 30 Grad, die Luft noch heißer, vielleicht so 35 – 40 Grad.
Abends wollten wir weggehen, um das Nachtleben von Mombasa zu erleben. Doch schon der Versuch, ein Bier zum Abendessen zu bekommen, dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Wie oben schon erwähnt ist Mombasa eine muslimisch geprägte Stadt. Da diese keinen Alkohol trinken, verkauft den auch niemand. Die Leute auf der Straße wissen nicht einmal, wo man Bier kaufen kann. Also sind wir eine halbe Stunde durch die inzwischen „wesentlich kühlere“ Stadt gelaufen. Ich schätze es hatte immer noch 30 Grad. Nach dem Feierabendbier sind wir  los, um was zu essen und zu tanzen. Am Ende des Abends landeten wir in einem Restaurant, in dem auch getanzt wurde. Musik war ok, Bier ein bisschen teuer. Schön war die Fahrt mit dem offenen Tuktuk zurück ins Hotel.
Den Samstagmorgen entschlossen wir uns getrennt von einander zu verbringen. Ich saß in einem Kaffee, trank Cappuccino, Klara erkundete zu Fuß die Stadt. Später haben wir am Hotel unsere Rucksäcke geholt, um mit dem Matatu zu einer Fähre zu fahren und mit dieser den Hafeneingang, der auf einer Halbinsel gelegenen Stadt zu überqueren. Nach einer weiteren Stunde Matatu kamen wir am südlich von Mombasa gelegenen Diani-Beach nähe Tiwi an. Wo das genau ist, seht ihr auf der Karte. Hier herrscht unglaubliches Postkartenwetter. Diese könnten die Touristen, die hier verweilen, auch gut nach Hause schicken. Wir genießen jedenfalls den Strand, die Sonne und das Meer.

Bilder von Mombasa findet ihr in der Galerie.

Dieser Beitrag wurde am Sonntag, 29. November 2009 um 20:34 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

4 Comments »

  1. Ich wusste gar nicht, dass die kenianischen Hotels so billig sind, oder generell die Waren da. 30 Grad für Wasser ist sehr warm, fast wie in der Badewanne, aber für afrikanische Verhältnisse wohl normal. ich glaube, ich würde da zerfließen 😉

    Auf jeden Fall ein sehr eindrucksvoller Reisebericht, sehr lebensecht und authentisch, unterstrichen von wunderschönen Bildern.

    Comment: Jonas – 30. November 2009 @ 01:29

  2. Hallo Rapha, das sind ja wirklich reizvolle Urlaubsbilder. Stadt und Meer im Wechsel.. da habt Ihr es gut.
    Liebe Grüße
    Franziska

    Comment: Franziska – 30. November 2009 @ 18:31

  3. Wer rasiert verliert!!!!!!!!!!! 😉

    Comment: Kerstin – 04. Dezember 2009 @ 20:13

  4. …da muss ich aber Schmunzeln, wo ich das Foto beim Barbier sehe. Auch ich habe den Tick in jedem Urlaub einen Friseur aufzusuchen. Nicht aus Eitelkeit oder so. Nein, einfach nur deswegen, weil man so näher mit den Menschen in Kontakt kommt.

    Comment: Sven – 19. Oktober 2010 @ 20:52

Leave a comment

 

Powered by WordPress – Design / Umsetzung: Daniel Lienert