Das erste Ziel: Uganda

pb210599Das erste Ziel unserer gemeinsamen Reise war Uganda oder besser gesagt Kampala. Insgesamt hielten wir uns nicht länger als 41 Stunden in diesem Land auf, denn da Uganda nicht weit von Ruhengeri entfernt ist, werden wir hoffentlich noch mal für ein paar Tage dorthin kommen und können so unsere Reisetage intensiver für Kenia und Tansania nutzen.
Samstagmorgen um sieben Uhr überquerten wir nach einer Stunde Busfahrt die ugandische Grenze zu Fuß, während über uns Schwärme von riesigen Heuschrecken durch die Luft flogen. Nach dem wir rund eine Stunde in der Schlange standen und uns darüber freuten, Ruanda als unser ‚country of residence’ in das Formblatt eintragen zu können, bekamen wir für 50 Doller ein ugandisches Visum.
Weiter ging es mit dem Bus Richtung Kampala. Nach einigen Kilometern änderte sich die Landschaft: Hügel und Bananenwälder wichen grünen Papyrussümpfen und flachen Wiesen mit Schirmakazien und Kuhherden. Auffallend war außerdem, dass wir kaum Menschen auf der Straße oder vor den Häusern gesehen haben. Dafür waren die Häuserfronten wesentlich abwechslungsreicher als in Ruanda gestrichen: von fuchsiarot über orange bis hin zu pistaziengrün.
Während der gesamten Fahrt drang aus den Lautsprechern ostafrikanischer Reggae, kongolesische Musik oder auch Lionel Richie, untermalt mit knalligen Musikvideos. Nur einmal wurde die Fahrt unterbrochen, da ein LKW in den Sumpf gestürzt war und somit die gesamte Straße blockiert hatte. Wir konnten die Bergungsaktion live beobachten und anschließend ging es erstaunlich schnell weiter.
pb210606Gegen fünf Uhr abends sind wir in Kampala angekommen, haben uns auf Motos (, die in Uganda übrigens Bodaboadas heißen) gesetzt und sind zum Backpackers gefahren. Dabei hatte ich etwas Angst, dass mein Rucksack mich vom Moto runterzieht, jedoch war diese Angst unbegründet. Dennoch war die Fahrt mit etwas Nervenkitzel verbunden, da trotz Linksverkehr sich jeder seinen eigenen Weg sucht und Vorfahrtsregeln nicht zu existieren scheinen.
Angekommen im Backpackers, einem sehr ruhigen und schönen Ort, haben wir das Zelt aufgebaut und ein kühles Ankunftsbier genossen. Dabei haben wir gleich mit unsere Mission, alle ugandischen Biersorten zu testen, begonnen. (Am Ende dieses Abends hatten wir insgesamt neun Flaschen Bier probiert.)
Danach wuschen wir uns den Dreck und Schweiß der langen Busfahrt unter der warmen Dusche ab und machten uns auf den Weg in die Innenstadt.
Völlig überwältigt vom Lärm, Gestank und den Müllbergen, die in Kigali unvorstellbar wären, liefen wir durch die Straßen auf der Suche nach etwas zu Essen. Auf einer sehr urigen Dachterrasse tranken wir ein Bier, um schließlich festzustellen, dass es nichts mehr zu essen gibt. Also zogen wir erneut los. Nachdem Rapha fünf nette Jungs hinter dem Bauzaun kennen gelernt hatte, haben wir uns schnell wieder auf den Weg gemacht und sind letztendlich in einem Fastfoodrestaurant von Indern gelandet. Sehr netter Kellner und gutes Essen, aber etwas suspekte Besitzer…
pb210617Gesättigt und zufrieden entschlossen wir uns mit dem Matatu zurück zum Hostel zu fahren. Nach einigen Runden über den Taxipark fanden wir endlich den richtigen Bus und haben auf der Fahrt sogar noch Heuschrecken-Fang-und-Grill-Anlagen gesehen.
Im Hostel haben wir mit zwei Engländern, einer Slowakin, einer anderen Deutschen und einem Ruander nett zusammen gesessen, geredet und Gitarre gespielt. Eine sehr witzige und verrückte Runde.
Am nächsten Morgen haben wir unser Zelt abgebaut und sind mit unseren Rucksäcken in die Stadt, wo wir die Tickets nach Nairobi gekauft und unser Gepäck dort gelassen haben.
pb220626Nach einem Cappuccino sind wir durch das Bankenviertel Kampalas gelaufen, haben einen typisch englischen Supermarkt besucht, waren in einem sehr netten Restaurant mit fantastischem Blick über den Taxipark Mittagessen und letztendlich noch in einem Internetcafé mit malerischer Blümchentapete.
Gegen vier sind wir zurück zum Bus, haben zusammen mit Mama Starways gewartet und konnten gegen halb sieben endlich in den Bus nach Nairobi steigen. Gerade als die Sonne hinter der Moschee unterging, haben wir Kampala auf dem Weg nach Westen verlassen.
Die Busfahrt wurde von mehreren Polizeikontrollen unterbrochen und auch die unterschiedlichen Straßenzustände ließen die Fahrt nicht eintönig werden. Nach einem Picknick im Bus versuchten wir eine einigermaßen bequeme Haltung zum Schlafen zu finden und dösten die nächsten Stunden vor uns hin. pb220637In den Wachphasen freuten wir uns über die Querung des Nils und den wunderschönen Sternenhimmel auf der Nordhalbkugel.
Kurz vor Mitternacht kamen wir an die kenianische Grenze. Wir sahen den Mond in Windeseile untergehen bzw. vom Himmel fallen und hüpften am Ende des Tages nach Kenia hinein. Das nächste Land auf unserer Reiseroute.

Bananencount: 14

Photos in der Galerie.

Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 24. November 2009 um 22:29 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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