Regenzeit

img_2188Bei euch in Deutschland ist seit letztem Wochenende Winterzeit. So weit kommt es hier nicht, aber seit etwa zwei Monaten haben wir hier Regenzeit. Während es die ersten drei Monate meines Aufenthalts in Nkumba nur 4 Mal geregnet hatte, regnet es nun fast jeden Tag. Es begann Ende August damit, dass es öfter geregnet hat. Nun im Oktober regnet es auch mal gerne mehrmals am Tag. Morgens ist es meist noch klar, genau so wie nachts. Aber gegen 10 Uhr ziehen langsam Wolken auf und spätestens wenn ich zum Mittagessen machen meinen Kohlenherd anzünde fängt es richtig an zu regnen. Ich habe vor fünf Jahren hier schon gelernt, dass der große Unterschied zwischen europäischem und ruandischem Regen der ist, dass man hier den Regen sieht. Die Regengüsse sind meist nicht so lang, so dass nach einer Stunde das meiste schon wieder trocken ist. Die Pflanzen freuen sich dann über den strahlenden Sonnenschein des doch recht intensiven Lichts unseres Zentralsterns.

img_2352Wenn es hier regnet, dann steht das öffentliche Leben still. Die Menschen die sonst zu hunderten auf der Straße oder den Feldern unterwegs sind stellen sich unter Bananenbäume, in Geschäfte oder bleiben einfach zu hause. Wenn man mit einem Minibus unterwegs ist, sieht es immer ziemlich witzig aus wie alle irgendwo drunter stehen um nicht nass zu werden. In meinem Haus hat so ein Regenguss zwei Auswirkungen: Zum einen ist es drinnen unter dem Blechdach zu laut um einen Film zu schauen, zum anderen läuft mein natürlicher Lebensraum, der Innenhof, voll. Zwar besitzt der einen Abfluss durch welchen das Wasser nach draußen laufen soll, jedoch hat das Dach neben dran keine Regenrinne. Dadurch fließt das Wasser von der 100qm großen Hausbedeckung direkt auf den betonversiegelten Boden. Leider haben die Menschen die den gebaut haben nicht daran gedacht, dass es schlau wäre ein gewisses Gefälle zum Abfluss hin zu konstruieren. So steht das Wasser auch mal 5cm hoch und ich muss, wenn ich zu hause bin, mit meinem Wischer einen Wasserschaden im Haus verhindern. Zwar gibt es zu den beiden Türen zum Haus und zur Küche eine Schwelle, kommt der Wind jedoch von der falschen Seite, so drückt dieser das Wasser auch mal rein. Schon zwei Mal habe ich nach einem Regenguss meine Küche leer schippen müssen.

Heute hat es wirklich mal extrem viel geregnet. Das Wasser stand 10 cm vor meinem Haus und in meinem Garten zwischen den Hügelbeeten wie ihr bei den Photos sehen könnt. Ins Haus kam es allerdings durch meinen beherzten Wischereinsatz nicht über die Türschwellen, sondern nur durch kaputte Fensterscheiben oder zwischen Fenster und Fensterrahmen. Schön an dem Regen ist, dass man ihn nutzen kann um den Innenhof mal wieder sauber zu machen. Einfach ein bisschen Waschnmittel dazu und schrubben.

img_2357Von der Temperatur ist es trotz dem häufigen Regens angenehm. Wenn die Sonne scheint wird es sogar schnell heiß. Ich schätze es hat immer mindestens 15 Grad am Tag. Wenn die Sonne länger scheint auch mal 30. Unangenehm ist nur wenn es nach dem Regenguss nicht gleich aufklart. Dann fühlt es sich ein bisschen an wie in einer dampfigen Sauna.

Regional sind die Regenschauer und die Temperaturen in Ruanda ganz unterschiedlich. In Kigali regnet es weniger oft, dafür stärker und es ist meinem Empfinden nach schneller schwül als hier. In Gisenyi am Kivusee regnet es etwa so oft wie hier, allerdings ist die Regenmenge kleiner. Diese Angaben sind rein subjektiv, denn selbst wenn ich einheimische Frage, bekomme ich ständig andere Angaben.

Fazit: Regenzeit gut, wenn auch nasser als die Trockenzeit. Immerhin müssen wir hier nicht an das Aufziehen der Winterreifen denken. Das nur als Hinweis für die im kalten Mitteleuropa wohnenden Menschen.

Dieser Beitrag wurde am Montag, 26. Oktober 2009 um 21:32 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

6 Comments »

  1. „Regenzeit gut, wenn auch nasser als die Trockenzeit.“ Das ist ganz große Satzakrobatik. Dazu kann ich nur sagen: Nachts ist es kälter als draußen (alte Pfälzer Weisheit)…
    Grüße aus dem kalten KL…Flo.

    Comment: Flo – 27. Oktober 2009 @ 18:17

  2. Da steige ich gerne ein: Der Zug ist schneller als auf Schienen. (Lernt man hier in Paris.)
    Grüße aus dem herbstlich angenehm frischen Paris,
    Dominik

    Comment: Dominik – 27. Oktober 2009 @ 22:17

  3. 50 Cent für das Phrasenschwein 😀

    Comment: Michi – 28. Oktober 2009 @ 10:25

  4. Die besten Tore, das sind die Schüsse schön flach oben ins Eck. (Mehmet Scholl, glaube ich)

    Comment: Chris – 28. Oktober 2009 @ 15:04

  5. Mailand oder Madrid – hauptsache Italien.

    Comment: Gabi – 28. Oktober 2009 @ 19:57

  6. nur gut, dass ich die winterreifen gar nicht erst runtergemacht habe 🙂
    aber hier in bolivien denken die leute auch nicht an ihre reifen, die kommen erst wieder in erinnerung, wenn sie was zum anzuenden fuer ihre strassensperren brauchen.
    mein beitrag fuers phrasenschwein: dann machen wir n glas sekt auf

    Comment: dottore – 31. Oktober 2009 @ 00:06

Leave a comment

 

Powered by WordPress – Design / Umsetzung: Daniel Lienert