Sind Bananen die besseren Kartoffeln (5)

img_1042Schon wieder hatte ich die Chance mit anderen Leuten zu Kochen. Nach einem Tag in Kigali bin ich mit meiner Mutter für das Wochenende nach Butare gefahren. Butare liegt im Süden von Ruanda nicht weit von der Grenze zu Burundi und war früher mal die Hauptstadt von Rwanda-Urundi, dem Kolonialverwaltungsbereich der Belgier. Hier wurden wir bei Lilli und Roxana sehr herzlich aufgenommen und waren am Freitag abend zusammen mit den beiden auf einer Party. Ich hab den Mädels, die sich nach eigenen Angaben hauptsächlich von Nudeln mit Tomatensoße ernähren, versprochen was Leckeres zu kochen. Als dann die Wahl auf Kochbananen fiel war klar: Eine neue Folge von „Sind Bananen die besseren Kartoffeln“ muss her.

Im Laufe des heutigen Tages kamen dann noch Mia und Simon hier her. Sie arbeiten als Freiwillige in einem Jugendzentrum in der Nähe von Gikongoro. So waren wir viele Leute die beim kochen helfen konnten und haben uns an Bananengnocchi gewagt.

img_1045Das Gnocchi Rezept hatte ich ein wenig im Kopf: Kartoffelteig aus Kartoffeln, Eiern, Mehl, Salz und Pfeffer machen und dann in kochendem Wasser auskochen. Also die Bananen und die Kartoffeln kochen (wir hatten diesmal nach dem Fauxpas auch an die Kontrollgruppe gedacht), mit einer Gabel zerdrücken und einen Bananen, respektive Kartoffelteig machen.
Doch schon nach kurzer Zeit trat ein Problem auf: Der Bananenteig wollte nicht fester werden. Die zerdrückten Bananen gaben sehr viel Flüssigkeit ab und langsam ging das Mehl zur Neige. Als uns nicht mal der Nachbar weiterhelfen konnte bin ich mit Simon schnellen Schrittes in die Stadt gelaufen um neues zu kaufen. Dem Kochvergnügen stand also nichts mehr im Wege.

img_1048Nebenher haben wir die Beilagen gemacht. Leider gab es auf dem Markt nur wenige, fast schon zu reife Avocados, so dass aus dem Avocado-Tomatensalat eine Avocadocrem wurde. Dazu gab es noch ein paar angedünstete Bohnen. Wir ihr auf den Bildern in der Galerie sehen könnt haben wir da alle zusammen gearbeitet.

Als das Kochwasser warm war haben wir die geformten Bananengnocchi ausgekocht. Es ging ein bisschen länger als wir es von den Kartoffeln gewöhnt waren. Außerdem schwammen die fertige Gnocchi nicht oben, so dass es ein wenig schwieriger war zu entscheiden wann sie denn fertig sind. Nach den Bananengnocchi fertig waren kamen die Kartoffelgnocchi dran.
Das Ergebnis war jedoch bei beiden gut. Die Bananengnocchi waren ein bisschen gräulich, da die Bananen wie schon öfter erwähnt ein bisschen mit dem Sauerstoff der Luft reagieren und die Farbe verändern.

img_1050Die Bewertung des Essens viel während der Verkostung unterschiedlich aus. Am Anfang wurden die Bananengnocchi ein bisschen argwöhnisch betrachtet, dann aber sehr willig gegessen. Die Kartoffelgnocchi waren gut, haben aber ein bisschen viel Mehl abbekommen. Die letzte Ladung letzterer verlief leider auch ein bisschen, was den optischen Vorteil der Kartoffeln wieder ein bisschen relativierte.

Das abschließende Urteil war jedoch eindeutig. Niemand der sechs Testesser sprach sich eindeutig für die Kartoffelgnocchi aus. Lediglich Simon war sich unschlüssig und so gewannen die Bananengnocchi nicht nur die Herzen der Esser, sondern auch die Wertung in diesem Kochvergleich. Kartoffeln – Inyamunyu 3:3.

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 02. September 2009 um 09:58 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dingenskirchen, dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

2 Comments »

  1. Hey Rapha!
    Das Kochen mit euch war super und findet auch Erwaehnung in meinem Blog. Habe einfach mal auf deine Website verwiesen, da du auch das Rezept und die Zubereitung beschrieben hast. Hoffe, das ist ok.
    Bis hoffentlich ganz bald mal wieder!
    Liebe Gruesse!
    Mia

    Comment: Mia – 08. September 2009 @ 14:34

  2. he Mia,

    hab deine Artikel gelesen. Ich fand das auch ziemlich cool. Müssen wir mal wieder machen. Verlinkungen sind immer gut. Ich werde dein Blog auch bei den Links einbauen.
    rapha

    Comment: rapha – 09. September 2009 @ 07:16

Leave a comment

 

Powered by WordPress – Design / Umsetzung: Daniel Lienert