Kanyarwanda Raphael

Mittwoch, 23. September 2009 von rapha

img_1436Seit gestern Abend habe ich nun auch offiziell einen ruandischen Namen: Kanyarwanda Raphael, Raphael der Ruander. Zu Beginn des Abends dachte ich er würde ablaufen wie die meisten meiner Abende wenn ich abends alleine zu hause bin. Ich fang um 5 Uhr an zu kochen, gestern gab es zum ersten Mal Kartoffelsalat, schreibe ein paar eMails und esse. Nachdem ich es gestern aber ein bisschen gemütlicher haben wollte und meine Stimmung gut war, habe ich mir ein Lagerfeuer in meiner Feuerstelle gemacht und dazu ein Bier getrunken. Es war kühl, aber gemütlich. Um 7 Uhr, hier also schon spät am Abend, klopfte es plötzlich an der Tür. (weiterlesen …)

Kurz gemeldet (3)

Dienstag, 15. September 2009 von rapha

img_1069Sandro zu Besuch
Nachdem meine Mutter wieder nach Hause geflogen ist war mein Pfarrer Alexander aus Deutschland zu Besuch. Er hat Freunde in Kigali besucht und hatte zwei Tage Zeit um mich hier in Nkumba zu besuchen. Allein schon die Fahrt hier her war aufregend. Beim Stopp auf halber Strecke sahen wir Affen die Alexander gleich mal photographiert hat. Als Belohnung hat mich einer davon angefallen und mir einen Kratzer am Oberschenkel verpasst. Zu Hause haben wir dann zusammen gekocht und uns bei einem Glas Rotwein gut unterhalten. Auch auf seine Rückmeldung hin habe ich das Informationsprojekt angestoßen. Wir haben zusammen die Bibliothek besichtigt und eben diese im anderen Artikel beschriebenen Bücher gefunden. Alexander, der mit ruandischem Namen übrigens Habimana Sandro heißt, hat am Morgen hier dann die Schulmesse konzelebriert und die Schüler waren sehr überrascht wie der Pfarrer aus Deutschland plötzlich auf Kinyarwanda das Hochgebet gesprochen hat. Es hat mir sehr gut getan Alexander zu sehen und mit ihm zu sprechen. Vielen Dank für den Besuch Sandro.

img_1137Besuch aus Butare / St. Jean Fest
Schon am Wochenende drauf kamen dann Lilli und Hendrick, eine Freiwillige und ein Famulant aus Butare, zu Besuch. An jenem Samstag fand hier auch der Namenstag der Schule statt. Das bedeutet es gab ein großes Schulfest mit langem offiziellen Teil voller Ansprachen, Danksagungen und Ehrungen. Dabei war alles hier was in der Diözese Rang und Namen hat: Natürlich der Bischof, der Leiter der kath. Uni INES in Ruhengeri, mein Mentor Fabien, ziemlich viele andere Priester und Ehemalige der Schule. Dazu war noch der Distriktgouvaneur da. Hendrick, Lilli und ich saßen wohlgekleidet auf der Ehrentribüne. Völlig überrascht und sehr geehrt war ich, als ich in mehreren der Ansprachen lobend erwähnt wurde. Besonders nahe ging mir, als der Schülersprecher, extra auf Englisch, noch mal betont hat wie schön es er und die anderen Schüler finden dass ich da bin.
img_1181Zwischen den ganzen Ansprachen gab es immer mal wieder ein Lied. Eines davon habe ich mit meinen Schülern gesungen. Im Programmheft stand: „Song by Breyer and his Team.“ Ich würde es eher „rapha na inyuti“ nennen, „rapha and friends“ eben. Videos und Bilder von dem Tag gibt’s in der Galerie.
Abends haben wir dann zusammen Photoexperimente gemacht. Ich bin immer wieder überrascht was meine Kamera so alles kann, vor allem wenn man sie richtig bedient.
Am Sonntag ist Lilli wieder nach Butare gefahren, Hendrick blieb noch bis Montag. Am Sonntagabend hatten Hendrick und ich eines der sehr schönen Gespräche über alles und nichts, über Gott und die Welt, über Männer und Frauen, über Berufe und Politik. Das hat mir sehr gut getan, auch wenn wir dabei wieder mal viel zu viel geraucht haben. Am nächsten Morgen sind zusammen an den Lac Ruhondo gelaufen und haben uns dort ein Boot besorgt. Auch hier sind schöne Bilder entstanden. Es war ein sehr volles Wochenende, das sich aber auf jeden Fall gelohnt hat. Ich freue mich immer wenn Menschen sich nach Nkumba verirren, bei denen beiden war die Freude aber extrem groß.

img_1364Hairstyling und Photoshoot
Nachdem ich für mein neues Projekt nach Kigali musste und eigentlich eine andere Freiwillige namens Deborah besuchen wollte, war ich das letzte Wochenende wieder mal unterwegs. Nachdem Deborah allerdings nun nicht mehr bei ihrem Projekt in Mugonero ist, einem Kinderheim oberhalb des Kivusees, sondern nach Kigali gewechselt hat bin ich eben kurz entschlossen nach Butare gefahren. Dort haben wir ein richtig entspanntes Wochenende verbracht. Ein Film am Freitagabend (Leg dich nicht mit Zohan an [kann man sich wirklich sparen, selten so einen bescheuerten Film gesehen. Anm.d. Redaktion]), Samstag ewig Frühstücken und danach einfach weiter auf dem Balkon gammeln. Roxana und ich hatten dann die tolle Idee unsere Haare zu stylen und einfach mal einen Iro zu machem. Also Haargel und Spray raus und los kanns gehen. Wir haben das dann gleich genutzt um ein kleines Photoshoot draus zu machen. Ich finde die Bilder sind zum Teil wirklich cool geworden. Und Spaß gemacht hat es obendrein.
Jedoch soll auch hier der Sonntagabend nicht unerwähnt bleiben. Ich bin zurück nach Kigali gefahren und habe dort Clara, Hanna, Hannah, Philipp (ein Teil der Big Brother-WG der Freiwilligen in Kigali), Betty, Marlen, Klara („meine“ Ruhengerimädels) und Linus getroffen. Linus ist Freiwilliger beim kulturweit-Programm des Auswärtigen Amtes, wird ab dieser Woche in Kigali für die UNESCO arbeiten und ist spontan in die DED Gerüchteküche, also nach Apabena, einquartiert worden. Mit ihm zusammen bin ich dann am Montag auch durch die Stadt gezogen und wir haben geschaut ob irgendeine seiner Karten funktioniert um damit Geld zu holen. Fehlanzeige. Immerhin konnte ich ihm ein paar schöne Ecken von Kigali zeigen und mit ihm Mittagessen.

img_1305Bananen im Garten
Auch in diesem kurz gemeldet soll es wieder ein bisschen was Neues von meiner Banane geben. Also richtiger zurzeit: Den drei Bananen und den zwölf Sonnenblumen. Ich habe nämlich neben meine Bananen ein paar Sonnenblumen gepflanzt die ich nach und nach in meinen Garten verfrachten will. Dazu haben Hendrick und ich die Reste unseres Tomatensalats gesät. Nach einer Woche sind die Pflänzchen erst einen Zentimeter groß, aber vielleicht wird’s ja doch noch was mit den Tomaten im Garten.
Die Bananen haben inzwischen viele Blätter. Die große vier, die kleinen fünf und drei. Das wird also was. Sie spenden auch ein bisschen Schatten, wobei zurzeit der Sonnenschein zu wünschen übrig lässt. Es regnet grad relativ oft. Die Regenzeit soll das aber noch nicht sein. Letzte Woche hatten wir abends einen relativ starken Regenguss. Es war das erst Mal, dass ich mich in mein Wohnzimmer gesetzt habe und nicht hier im Innenhof bleiben konnte. Ich bin echt mal gespannt wie das ist wenn denn wirklich mal die Regenzeit um die Ecke kommt. Afrika stell ich mir, vom Wetter zumindest, doch ein bisschen anders vor.

Information Access Improvement Project

Donnerstag, 10. September 2009 von rapha

img_1313Meine Tätigkeit als Lehrer hier war die ersten drei Monate hauptsächlich davon geprägt, mich in die Philosophie der Schule einzuführen. Natürlich verfolgt das Petit Seminaire St. Jean Nkumba das Ziel die Schüler bestmöglich auszubilden. Die Probleme sind allerdings, dass wenig Innovation im Schulbetrieb ankommt und so vieles so gemacht wird wie immer. Auch die ruandische Kultur Vorgaben zu akzeptieren und Regeln zu befolgen schlägt sich hierbei nieder. Hinterfragen oder gegenüber von Autoritäten Verbesserungen vorzuschlagen passiert hier nicht. Damit ist die Schule abgeschnitten von der realen Welt und kocht ein wenig im eigenen Saft. Diese Erkenntnisse kamen mir nach einem Aha-Erlebnis vor zwei Wochen.

img_1314Für zwei Wochen war das von mir gesetzte Thema bei den Senior 5 (15 bis 17 Jahre) Erneuerbare Energien. Der Einstieg war ein Zeitungsartikel in welchem darüber berichtet wurde, dass Ruanda nun in die Produktion von Bio-Diesel einsteigen will. Wir haben einen Text aus meinem alten Englischbuch als Diktat geschrieben, in dem es um Klimaerwärmung geht. Im Anschluss daran sollten Fragen beantwortet werden. In der Diskussion haben wir verschiedene Energiequellen ausdifferenziert und anschließend Gruppen gebildet, die jeweils eine alternative Energiequelle vorstellen sollten. Dazu durften sie den Computerraum und die Bibliothek nutzen um Informationen zu sammeln. Zusätzlich haben wir zusammen beschrieben, was eine gute Präsentation ausmacht und welche Informationen darin enthalten sein sollten. Nach 3 Stunden Recherche, als die Präsentationen starten sollten, meldete sich keine Gruppe freiwillig mit dem Vortrag zu beginnen. Erst auf Nachfrage meinerseits wurde klar, das keine der Gruppen Informationen zu präsentieren hatte.

Die Erklärung hierfür war, dass im Computerraum nur einer von 10 Computern funktionierte und die Bücher in der Bibliothek alle mindestens 30 Jahre alt sind. Diese Fakten bestätigten sich nachdem ich mir den Computerraum und die Bibliothek ein wenig näher angeschaut habe. Nach Gesprächen mit meiner Mutter, die ja gerade zu Besuch war, und Alexander, meinem deutschen Pfarrer, war klar, dass ich an diesem Umstand etwas ändern will, ja vielleicht sogar muss.

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Frisör

Donnerstag, 03. September 2009 von rapha

Sind Bananen die besseren Kartoffeln (5)

Mittwoch, 02. September 2009 von rapha

img_1042Schon wieder hatte ich die Chance mit anderen Leuten zu Kochen. Nach einem Tag in Kigali bin ich mit meiner Mutter für das Wochenende nach Butare gefahren. Butare liegt im Süden von Ruanda nicht weit von der Grenze zu Burundi und war früher mal die Hauptstadt von Rwanda-Urundi, dem Kolonialverwaltungsbereich der Belgier. Hier wurden wir bei Lilli und Roxana sehr herzlich aufgenommen und waren am Freitag abend zusammen mit den beiden auf einer Party. Ich hab den Mädels, die sich nach eigenen Angaben hauptsächlich von Nudeln mit Tomatensoße ernähren, versprochen was Leckeres zu kochen. Als dann die Wahl auf Kochbananen fiel war klar: Eine neue Folge von „Sind Bananen die besseren Kartoffeln“ muss her.

Im Laufe des heutigen Tages kamen dann noch Mia und Simon hier her. Sie arbeiten als Freiwillige in einem Jugendzentrum in der Nähe von Gikongoro. So waren wir viele Leute die beim kochen helfen konnten und haben uns an Bananengnocchi gewagt.

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