Fierce Lion on Tour

img_0956Endlich kann ich hier auch mal von positiven Seiten bei den Pfadfindern berichten. Die letzten beiden Monate war ich ja damit beschäftigt den Nationalvorsitzenden zu treffen und mal auszuloten, was denn meine Aufgaben hier sein könnten. Nachdem dieses Gespräch vor zwei Wochen stattgefunden hat und ich nun ein bisschen mehr weiß woran ich bin hab ich da ein besseres Gefühl.
Ansonsten habe ich hier regelmäßig Mittwochs und Sonntags bei den Treffen der Pfadfindergruppe meiner Schule (Truppname Fierce Lion) teilgenommen. Mittwochs machen sie immer die „daily good action“, also irgendwas sauber machen oder den Garten pflegen, Sonntags wird ein bisschen gesungen und geplant ist da auch ein wenig inhaltlich zu arbeiten.
Was mich nun aber so erfreut ist ein Treffen welches letzten Sonntag mit einer anderen Pfadfindergruppe stattgefunden hat.

Als ich mit meiner Mutter aus Gisenyi zurückkam waren ein paar der Pfadfinder schon unterwegs Richtung Ruhengeri (15km entfernt), laufend wohlgemerkt. Also habe ich mich schnell umgezogen und bin mit ein paar Nachzüglern mit dem Bus hinterher gefahren. An der Mädchenschule deren Pfadfinder wir besuchten mussten wir uns erst formell am Tor anmelden, damit wir das Schulgelände überhaupt betreten durften.

img_0962Einmal drin standen die Mädels schon im Viereck und erwarteten uns. Brav machte jeder seine Runde um alle mit Handschlag zu begrüßen. Anschließend begannen alle zu singen. Dabei gingen immer ein paar in die Mitte, liefen umher und stimmten neue Lieder an. Unterbrochen wurde diese etwa eine Stunde dauernde Zeremonie von den beiden Unity Commanders mit ihren Pfeifen die mit immer neuen Signalpfiffen eine neue Phase des Treffens einpfiffen. Also stellte sich mal die eine Sippe, dann die andere Sippe vor, es wurde ein Gebet gesprochen oder ein neuer Tanz begonnen.

img_0966Später ging es dann zum Essen. Wir saßen im großen Speiseraum der Schule und aßen Reis mit Bohnen. Zum Nachtisch sogar noch süßes Brot. Dies war von meiner Wahrnehmung her eigentlich der wichtigste Teil des Besuchs. Die Jungs und Mädels saßen gemischt an den Tischen und begannen sofort miteinander zu tuscheln und zu reden. Musik im Hintergrund verwusch den Klang der Worte ein wenig, so das man nicht verstehen konnte was am Nachbartisch gesprochen wurde. Irgendwann viel mir auf, dass immer irgendjemand Briefe durch die Gegend trug. Dies war Quasi der Postaustausch zwischen den Mädchen der Mädchenschule und den Jungs bei mir im Seminar. Ihr müsst euch vorstellen, dass die Jungs hier im Seminar wohnen. Immer drei Monate lang während eines Trimesters. Handys sind verboten und ebenso das Verlassen des Schulgeländes. Damit haben sie über diese Zeit keinen Kontakt zum weiblichen Geschlecht. img_0967Für junge Männer zwischen 12 und 19 durchaus ein Verzicht. Das gleiche gilt natürlich auch für die Mädchen der Mädchenschule, obwohl die meistens zu Hause wohnen.

Dieses Verhalten finde ich absolut verständlich. Wenn ihr Pfadis unter den Lesern euch vorstellt in getrennte Schulen zu gehen und auch getrennte Pfadigruppen zu haben? Wäre das was für euch? Ich glaube gerade in dem Alter ist es wichtig, Kontakt mit dem anderen Geschlecht zu haben um sich damit auseinander zu setzen. das ist ja auch gerade das was die DPSG mit Dingen wie Koedukation und gemischt geschlechtlichen Gruppen erreichen will.

img_0970Jedenfalls war es interessant das zu beobachten. Abgeschlossen wurde der Besuch mit einem gemeinsamen Gebet und einem Besuch des Gottesdiensts in der angrenzenden Kirche. Spät abends, für ruandische Verhältnisse, um 7 Uhr haben wir dann in Ruhengeri mit Busfahrern verhandelt ob sie uns zu einem annehmbaren Preis zurück ans Seminar bringen. Am Ende waren es 500 Francs pro Nase die ich als Busschaffner, der ich sein durfte, von allen Fahrgästen eingesammelt habe.

Für mich war es sehr schön, dass ich da dabei sein durfte und so ein bisschen mehr ruandische Pfadfinderluft schnuppern konnte. Ich war noch nicht ganz so drin, da ich die Lieder meist nicht kannte, bin aber offen aufgenommen worden. Ein sehr schöner Tag. Ich freu mich auf mehr.

Mehr Bilder gibts hier in der Galerie.

Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 27. August 2009 um 12:47 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Ja die Koedukation ist schon was tolles in unserer Deutschen Partner Such Gemeinschaft 🙂

    Comment: Dr. Th – 31. August 2009 @ 17:51

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