Wandern im Nyungwe… übers Knie gebrochen

img_0768Wie ja schon erzählt war ich am Mittwoch mit Daniel im Nyungwe Nationalpark wandern. Zumindest war das der Plan. Ein sehr geiler, aber übers Knie gebrochener Tag mit viel holpriger Straße, Transportproblemen, Sambosas, Affen und einem sehr coolen Rückweg waren die Folge. Um jedoch eins nach dem anderen zu sehen und vor allem auch die Dramatik des Tages zu verstehen, gibt es alles im Minutenprotokoll.

7.30 Uhr – Ich bin schon wach, Daniel schläft noch. Der Plan war so um 8 Uhr loszukommen und nach einer Fahrtmöglichkeit zu suchen. Leider konnten wir vorher nicht herausfinden, wie man denn am besten und schnellsten an den Nyungwe Wald kommt. Zur Information: Die Tour zu den Wasserfällen startet auf der anderen Seite des Waldes, etwa 100 km von Butare entfernt.

rapha-k_nigstuhl2_bigger@marccram not really. just hiking with our good old friend daniel. looking for the waterfalls. start in 30 minutes…

8.00 Uhr – Frühstück mit Lilli und Roxana, die in Butare in einem Landwirtschaftsprojekt arbeiten und eigentlich schon um halb 8 anfangen zu arbeiten hätten sollen.

8.30 Uhr – Wir sind wach und abfahrbereit, aber leider müssen wir vorher noch eine Stunde durch Butare laufen, um einen Bus zu finden. Den einzigen, den wir finden, ist ein Minibus, der überall anhält, welcher jedoch noch vollkommen leer ist und erst in einer Stunde abfährt. Wir entschließen uns, an die Straße zu laufen und zu versuchen per Anhalter richtung Park zu fahren.

9.45 Uhr – Endlich finden wir einen Lift nach Gikongoro. Wir fahren mit einem Deutsch-Spanischen Pärchen, die auch irgendwann in den Nyungwe wollen, vorher aber noch ein Memorial in Gikongoro anschauen wollen. Wir fassen den Entschluss im Stadtzentrum einen Bus zu suchen. Die Fahrt soll 2500 Francs kosten, aber leider sind die ersten beiden Busse voll. Wir entschließen uns Samboas zu kaufen… und warten weiter. Nach längerer Zeit versuchen wir auch Autos anzuhalten und diskutieren mit Motofahrern über Transportpreise. Moto 20000 Francs, Auto 50000 Francs.

img_077111.30 Uhr – Ein Bus hält, ein Büromitarbeiter diskutiert mit Fahrgästen auf Kinyarwanda. Daniel und ich hoffen beide, dass er nicht die Mütter mit ihren Kindern dazu aufgefordert hat, den Bus zu verlassen, sondern nur höflich nachgefragt hat. Jedenfalls steigen zwei Personen aus und wir ein. Endlich.

rapha-k_nigstuhl2_biggerFinally on the bus to nyungwe. Had some problems to get one.

img_077212.20 Uhr – Wir fahren in den Park. Man sieht sofort die andere Vegetation. Große, grüne Bäume, nichts gerodet. Die Straße schlängelt sich durch den Park, bergauf und bergab. Der Fahrer scheint es einigermaßen eilig zu haben. Er schneidet Kurven und fährt auf der letzten Rille. Manchen Fahrgästen wird dies zum Verhängnis. Im Hinteren des Busses werden die Tüten ausgepackt. Jedoch machen wir es anders als die Leute: Wir packen unsere Sambosas aus und Essen ein wenig.

12.40 Uhr – Wir fahren an der mittleren ORTPN-Station vorbei. Der Busfahrer versucht uns zu sagen, dass wir hier aussteigen sollen. Daniel meint aber, wir sollen hier drin bleiben und zur letzten Station fahren. Dort sind die Wasserfälle.

13.15 Uhr – Wir  verlassen den Park. Um uns herum nur noch Tee. Wir werden ein wenig unruhig, aber ein wenig später sehen wir die letzte Station der Parkverwaltung.

img_080913.30 Uhr – Im ORTPN Parkbüro versuchen wir den Guide zu überzeugen, dass wir schnelle Wanderer sind und die 4 Stunden Tour noch vor Einbruch der Dunkelheit absolvieren können. Ruandische Bürokratie hat was dagegen. Nach 13 Uhr geht nichts mehr. Also entschließen wir uns, die black and white Colobus Monkeys zu besuchen. Ein Trip dorthin kostet 50 $. Leider habe ich meine Residentscard noch nicht, so dass wir nicht den ermäßigten Preis von 30 $ bezahlen.  Dort mache ich dann auch zwei Videos der Affen, die ihr hier und hier sehen könnt. Leider wissen wir auch noch nicht, wie wir zurückkommen. Der letzte Bus fährt um 15 Uhr und ist voll ausgebucht. Wir entscheiden uns für die Risikovariante und hoffen auf eine Mitfahrgelegenheit auf der Rückfahrt.

img_081214 Uhr – Unser Guide schlägt ein relativ hohes Tempo an und führt uns durch Teeplantagen. Die Affen wohnen nicht direkt im Park, sondern in einem kleinen Seitental, umgeben von Teeplantagen. Dort leben etwa 45 Affen in einer Gruppe zusammen. Sie sind vielleicht so 60 cm groß, sitzen in den Bäumen und essen. Der Guide erzählt uns, dass sie ein ausgeprägtes, gleichberechtigtes Sozialleben führen. Sie helfen sich gegenseitig und es gibt keine Hirarchie. Es gibt im Nyungwe-Wald zwei Gruppen, die anderen an der mittleren Station. Interessant ist auch, dass die Affen kein Wasser trinken können und deswegen für ihren Flüssigkeitshaushalt viele Blätter essen müssen.

15.15 Uhr – Nach 80 Minuten ist auch alles schon wieder vorbei und wir kehren zum Büro zurück. Nachdem die Guides uns nochmal versichert haben, dass weder ein Platz in der Lodge frei ist, noch irgendwelche Autos um diese Uhrzeit durch den Park fahren, beschließen wir relativ aufdringlich an der Straße zu stehen und Fahrzeuge anzuhalten. Ein Krankenwagen fährt vorbei… ein LKW… und dann ein orangefarbener 40-Tonner. Dieser hält auch an und nimmt uns mit.

img_083815.30 UhrWir fahren sehr gemütlich, vom Tempo her, über die schlechten Straßen. Unsere Mitfahrer sind aus Uganda und fahren nach Kampala, nachdem sie in Bukavu im Kongo Fracht für die UN abgeladen haben. Die drei Männer sind sehr nett zu uns, versorgen uns mit Wasser. Wir rechnen damit, dass wir etwa 4-5 Stunden unterwegs sein werden.

rapha-k_nigstuhl2_biggerAfter the monkeys (Greetz to marc) we now take a lift back to butare in a 40t truck going to kampala. Hope to reach in butare in 4 hours.

rapha-k_nigstuhl2_biggergut angekommen. bericht kommt morgen. #gutenacht

Dieser Beitrag wurde am Freitag, 07. August 2009 um 07:12 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. Yeahhh, gut dass dieser Tag schriftlich festgehalten ist!! Das war ne Mordsgaudi, die man nicht zweimal erlebt 🙂
    Mützig ’n‘ Primus rules alda!
    Grüße an alle und ich hoffe wir hören uns bald mal wieder!

    Murabeho

    Comment: Daniel – 02. September 2009 @ 12:32

  2. […] letzte Mal im August im Nyungwe war es alles ein bisschen übers Knie gebrochen. Trotzdem war es eine schöne Erfahrung mit […]

    Pingback: rapha in ruanda » Nyungwe National Park – Viel Wald und ein Wasserfall | rapha in ruanda – 17. Januar 2010 @ 09:10

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