Als schlecht schmeckender Bananenwein meinen Tag rettete

img_0280Wenn Ruander Bananenwein trinken, dann nicht ein Glas, sondern immer mindestens zwei. Egal obs dem Gast schmeckt oder nicht. Aber der Reihe nach.

Der heutige Tag fing komisch an. Ich war völlig unmotiviert für meine Englischstunden und wäre am liebsten wieder in mein Bett. Also habe ich mir was aus den Fingern gesaugt und bin da hin. Erstmal execise an die Tafel geschrieben und exercise gemeint. Super. Also Thema heute argumentative composition. Erklärt. Niemand hatts verstanden. Was denn Mind Mapping sei und ob sie denn auch französische Ausdrücke benutzen dürfen wenn sie keine englischen kennen. Was ein scheiß Tag. Also Thema an die Tafel geschrieben, anfangen. Nach 20 Minuten die Frage ob denn Adolf Hitler ein Held in Deutschland sei, wohlgemerkt beim Thema: What are the advantages and disadvantages of having a Television? Den Ausdruck mass murderer kannten sie auch nicht. Scheiß Tag. Irgendwann hab ich dann alle Fragen die nicht zum Thema passen unterbunden. Zum Glück war die Stunde um. Vor dem Mittagessen hab ich mich dann erstmal ne Stunde hingelegt. Dann lecker essen und die zweite Stunde bei in Senior 5. Brav weiterschreiben. Anschließend vorlesen. Naja geht doch. Ich hatte angeboten, wer will kann sein geschriebenes abgeben, ich schau das dann an. Jetzt hab ich 32 zweiseitige Texte auf meinem Schreibtisch liegen. Hab mir mal bis nächste Woche Zeit gegeben die zu lesen.
img_0290Da wusste ich: Ich muss was machen aus dem Tag, sonst wird er echt noch blöder. Also in mein Haus und geschaut was ich da so tun kann. Feuerstelle! In meinen Innenhof muss eine Feuerstelle. Schubkarre geschnappt und runter zum Lager und zwei Mal vollgepackt wieder hoch. Dann eine Panga (so ein Schwertmesser) ausgeliehen und Holz gemacht. Auch das Hochgefahren und im schweiße meines Angesichts eine Feuerstelle gebaut. Sieht gut aus wie ich finde. Dann die Schubkarre wieder runter und mit den Jungs die zu spät zum Unterricht kamen und deswegen Strafdienst mit der img_0286Hacke im Garten verrichteten durch eben jenen gegangen. Paprika geerntet, Avocado gepflügt, Guave gepflückt und sofort gegessen (an Mirko gedacht) und das Beste: Einen großen Bananenbaum ausgesucht, der diese Woche noch in meinen Innenhof geplanzt wird. Zu den anderen Pflanzen die ich dafür auf unserem riesen Grundstück zusammensammeln werde.
Zurück im Priesterhaus waren sie grad dabei ein bisschen Bananenwein zu trinken. Das sind irgendwie vergorene Bananen. Hat angeblich knapp 15 % und wird aus Wassergläsern getrunken. Als ich mein Glas leer hatte meinte Father Andrew überschwänglich: In Ruanda wird davon nie ein Glas getrunken sondern mindestens zwei. Auch das zweite schmeckte nicht. Der Tag war aber gerettet.

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 17. Juni 2009 um 16:02 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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3 Comments »

  1. ich wurde erwähnt, ich wurde erwähnt *hüpf* *hüpf*
    Ich beneide dich, das klingt ja wie im Traum, also das mit dem Obst 🙂 Ja so langsam werde se wohl aufmüpfig 😉 Das bekommst du auch aber auch in den Griff! Deine Feuerstelle verstehe ich nicht ganz, sieht aber echt cool aus 🙂 Vielleicht kannst du mal ein Bild in Aktion zeigen!
    Grüße Mirko
    Achja, ein TV hat Vorteile?!

    Comment: Mirko – 17. Juni 2009 @ 17:02

  2. Hi Rapha,

    cooler Blog. War das jetzt der erste Kulturshock oder nur ein scheiss Tag. Grüß Ruanda von mir

    Comment: Tassilp – 19. Juni 2009 @ 20:16

  3. das war einfach nur ein scheiß tag. die kommen immer wieder mal. kulturschock hab ich im kleinen schon immer wieder mal. aber das passt.

    Comment: rapha – 20. Juni 2009 @ 15:28

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