Die erste Woche rum – Was machen meine Gedanken so?

img_0216Die erste recht turbulente Woche hab ich hinter mich gebracht. Es ist viel passiert und ich bin so richtig hier angekommen. Ich hab mich so ein bisschen an den ruandischen Rhythmus gewöhnt.

Aber warum bin ich eigentlich hier?

Was wirklich gut klappt ist, dass ich jeden Tag neue Sachen lerne, nicht nur auf Kinyarwanda. Ich bin noch ein bisschen gehemmt, dadurch, dass ich nach wie vor mit den Priestern in deren Haus wohne. Ich werde hier bestens versorgt, werde bekocht und auch eingebunden. Ich hab noch nicht so richtig den Plan warum sie denn so nett zu mir sind. Alles kein Problem. Ich hör da immer wieder raus was ein Grund sein kann: Versuch doch mal in Deutschland alte Computer zu besorgen, oder vielleicht kannst du was schreiben, damit wir irgendwelche Fördergelder bekommen. Solche Sachen fallen mir natürlich auf, weil ich darauf achte. Es nimmt aber kein Maß an welches ich für schwierig halte.

Ansonsten habe ich alle Freiheiten und viel Zeit. Ich habe, außer dem Essen, so 2 Stunden am Tag was zu tun. Unterricht von Dienstag bis Donnerstag jeweils zwei Mal 50 Minuten. Ich versuche grad so rauszufinden was die Schüler so können und wo ich ansetzen kann. Die sind sehr interessiert an Englisch und an mir und vor allem auch dankbar.

img_0220Was ich mir rausnehme, ist, dass ich jeden Tag mindestens ne Stunde spazieren gehe. Meist hoch zur Straße und dann auch manchmal nach Ruhengeri rein, heute war ich aber unten am See. Das ist so ein bisschen das Paradies. Der Garten Eden. Rechts und links Bananenbäume, oder andere Früchte. Einfach nur toll. Das genieße ich. Ich treffe viele Leute und mein Kinyarwanda reicht aus um ein bisschen Smalltalk zu betreiben. Die Menschen sind sehr offenherzig und freundlich, auch wenn bei manchen die zweite Frage die nach Geld ist.

Für mich wird es noch mal ein anderer Schritt sein wenn ich denn alleine wohne. Ich habe heute das Haus zum ersten Mal von innen gesehen: 3 Schlafzimmer, ein riesen Wohnzimmer, ein Büro, ein großer Innenhof mit Feuerstelle, eine Küchenraum und ein Vorratsraum. Dazu ein Klo mit Dusche. Ich frag mich noch was ich da so überall machen soll. Also echt krass.

Was ein bisschen schwieriger wird, ist das Französisch lernen. Die sprechen hier alle Kinyarwanda oder sonst halt Englisch. Ich will aber weiterhin schauen ob ich irgendwo einen Französisch Kurs bekomme. Mal schauen.

Was so berufliche Sachen angeht ist es gut sich an Abbé Fabien zu halten. Er ist ein Macher. Er meinte ich solle doch an der INES (also der privaten Uni) als Gastdozent arbeiten. Da muss ich mal schauen was sich so ergibt. Witzig wäre es in jedem Fall. Ansonsten beobachte ich ein bisschen was die Leute hier zur Entwicklungszusammenarbeit sagen und wie diese hier so wirkt. Da hab ich aber noch nicht so den Einblick. Aber es ist ja erst eine Woche rum.

img_0226Was mir wirklich Spaß macht ist hier Sport zu machen. Ich spiele jeden Tag eine Stunde mit der Fußballmannschaft. Auch das durch die Gegend wandern nimmt hier sportliche Züge an. Und der riesen Vulkan ist auch vor der Haustür. Da will ich hoch. Oben war von den Leuten mit denen ich gesprochen hab noch niemand, aber sie sagen, man kann es an einem Tag schaffen.

Alles in allem geht’s mir also sehr gut. Ich muss schauen, dass ich meine Freiheiten behalten kann und ein bisschen in einen Alltag komme. Die außergewöhnlichen Sachen hol ich mir dann schon oder sie kommen eben zu mir.

Dieser Beitrag wurde am Freitag, 12. Juni 2009 um 17:40 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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6 Comments »

  1. Hehe, ich erinnere mich, dass du mit dem Fußball spielen aufgehört hast, weil es dir zu verletzungsgefährlich war. Und du hast erneut den Beweis geliefert, dass dem so ist – zumindest wenn du spielst. 🙂
    Bei drei Schlafzimmern kannste ja nach jeder Nacht das Zimmer wechseln… oder ein Zimmer als Bananenlager einrichten. Ich hab neulich Kartoffeln gebraten und mich dabei gefragt, ob nicht Bananen die besseren Kartoffeln wären.
    Hab gestern Fussballgolf gespielt -sogar gemeinsam mit WM-Teilnehmern- das wäre vielleicht eine Geschäftsidee für da unten. Die Verletzungsgefahr ist äußerst gering. 😉
    Pfirti!

    Comment: Dominik – 12. Juni 2009 @ 22:24

  2. Pass nur auf mit dem Vulkan.
    Wenn alle sagen man schafft das an einem Tag, aber es war noch nie jemand oben, dann stimmt da irgendwas nicht ganz 😉
    Wäre da echt einfach vorsichtig.

    Comment: Michi – 15. Juni 2009 @ 10:46

  3. Der AK Medien hat noch ein paar Rechner übrig wenn du brauchst

    Comment: Wwwchrisde – 15. Juni 2009 @ 12:07

  4. geht schon rapha! rauf auf den berg! so hoch sieht der ned aus! 😉

    gruss
    tom

    Comment: Thomas Tomate – 15. Juni 2009 @ 20:24

  5. ich hab jetzt den haken an dem berg rausgefunden: das ist militärisches sperrgebiet. man kommt nur mit erlaubnis rein. ich muss mal schauen. werde in zwei wochen wenn ich ferien habe mal schauen. apropos nicht so hoch 4150 meter. das sind immerhin 2400 meter höher als ich jetzt bin. man braucht da also schon ein bissen für. vor allem ich 😉

    Comment: rapha – 16. Juni 2009 @ 08:42

  6. Aufpassen … Stichwort Lungenidyem 😉

    Comment: Mirko – 17. Juni 2009 @ 21:54

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