Angekommen an der Schule

img_0107Nach der Nacht in Kigali hat mich (nach 2 Stunden warten) Father Wilson abgeholt. Wir haben einen Abstecher zum Generalvikar von Kigali gemacht und sind dann die etwa 60 km nach Ruhengeri gefahren. Dabei wurde mir bewusst wie wenig ich eigentlich letztes mal auf dem Land war. Ich habe die meiste Zeit in Kigali verbracht. Das Bild entlang der Straße müsst ihr euch so vorstellen, dass über all Menschen sind die rum sitzen oder auch rumlaufen.

img_0116Wir sind in Ruhengerie zuerst zur INES gefahren. Dies ist eine private Uni hier. Dort habe ich Abbé Fabien getroffen. Meinen Mentor in Ruhengeri. Er ist Vice Chair von INES. Mit ihm und Father Wilson war ich dann auf dem Gelände der Diözese Essen. Es gab gegrilltes Hähnchen und natürlich Mützig, neben Primus das andere ruandische Bier. Die Preise sind dort relativ hoch. Das ganze Hähnchen was ich mit Wilson geteilt habe kostet 3000 Francs, also etwa 4 Euro. bezahlt habe ich jedoch nicht. Fabien hat uns eingeladen. Danach sind wir mit unserem Fahrer zur Schule gefahren. Sie liegt etwa 10 km außerhalb von Ruhengeri auf der Straße und dann noch mal 4 km den Berg runter auf einer Sandpiste, vorbei ein kleinen Hütten, Bananenhainen und noch mehr Leuten die rumsitzen oder rumlaufen.

img_0128Die Schule ist ein ziemlich großes Gelände. Es gibt ein Gebäude mit Innenhof in dem die Priester untergebracht sind. Es wohnen und arbeiten dort 6 Priester und etwa 15 Lehrer. Sie betreuen etwa 200 Schüler zwischen 11 und 19. Denen wurde ich gleich vorgestellt als der neue Lehrer für Englisch und praktische Musik. Damit ist mein Job für die nächste Zeit definiert. Ich soll in den Klassen Senior 5 und Senior 6 Englisch unterrichten. Dazu irgendwas mit Musik machen. Hört sich gut an. Das bedeutet, dass ich etwa 10 Stunden die Woche unterricht halten soll. Daneben gibt es an der Schule 3 Häuser in denen die Lehrer wohnen, ein Veranstaltungshaus, eine Bibliothek, eine riesen Essenshaus in dem die Schüler essen und natürlich eine Kirche. Neben der Schule ist ein Schwesternkonvent. Dieses und natürlich auch die darin lebenden 14 Schwestern besuchte ich am zweiten Tag. Sie waren sehr froh mich zu sehen, sangen mir ein Lied und brachten mir nützliche Sätze auf Kinyarwanda bei. Erwähnenswert ist, dass die Schwestern komplett von der Außenwelt getrennt leben. Wir trafen uns in einem Raum, welcher von einem Metallgitter getrennt war. Wilson und ich auf der einen Seite, die Schwestern auf der anderen.

Zu Beginn wohne ich jetzt in einem Zimmer, oder besser zwei, welches für den Bischof reserviert ist. Damit wohne ich bei den Priestern und esse auch mit ihnen. Gekocht wird vom Koch und alles andere machen die Hausangestellten. Sehr komfortabel. Ich bin dort sehr Willkommen und Father Wison kümmert sich gut und vor allem immer um mich. Ich muss ihm klar machen wenn ich was alleine machen will, sonst würde er mir sicher auch helfen zur Toilette zu gehen. Das gute daran ist, dass ich so viele Wörter auf Kinyarwanda lerne. Die Sachen die es zu essen gibt und allerlei Begrüßungen kenn ich schon. Am Wochenende soll sich meine Wohnsituation jedoch ändern: „The best house for the best Teacher“ ist die Losung. Ich werde in eine Art Doppelhaushälfte mit 4 Zimmern ziehen. Die soll aber noch für mich hergerichtet werden und morgen werden wir sie zusammen einrichten. Dann kann ich auch für mich selber kochen. Im besten Fall wird es klappen, dass ich alleine wohnen kann und so ein bisschen Privatsphäre bekomme, aber trotzdem in engem Kontakt zu den Priestern stehe und dort auch ab und an sein kann. Das wäre wirklich perfekt.

Ansonsten habe ich jetzt schon alle Freiheiten. Ich kann zur morgentlichen Messe um halb 7 kommen oder auch nicht. Ich kann immer mitessen, oder auch nicht.

Am zweiten Tag habe ich versucht klar zu machen, dass ich schauen will, wie Unterricht hier funktioniert. Jedoch kam die Englischlehrerin nicht zu der Stunde und so hab ich das machen dürfen. Also auch hier ist es gut Sachen aus dem Ärmel schütteln zu können.

img_0130Außerdem habe ich gestern mal den Weg hoch zur Straße abgelaufen. Ich hab dafür fast eine Stunde gebraucht, weil ich gefühlte 1000 schwarze Hände geschüttelt habe. Das ist zu Fuß machbar, muss ja auch, da dies der einzige Weg in de Stadt ist. Runter geht schneller, man kann für 200 Francs, also so knapp 30 Cent ein Fahrradtaxi nehmen.

Heute Morgen bin ich dann mit Father Diodonne nach Ruhengeri gefahren. Hier habe ich in der lauten und geschäftigen Stadt ein ruhiges Kaffee gesucht in dem ich nun sitze und schreibe. Dazu guten ruandischen Tee. Super.

Gleich treffe ich mich mit Marleen und Elisabeth (Betty), zwei Freiwilligen die hier in Ruhengeri arbeiten zum Mittagessen. Ich freu mich drauf.

Dieser Beitrag wurde am Freitag, 05. Juni 2009 um 11:03 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie dort abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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4 Comments »

  1. spannend, spannend…
    Dann kann der Kulturschock ja bald kommen 🙂
    Viel Glück beim Eigene-Vier-Wände-Bekommen!
    Birgit

    Comment: Birgit – 05. Juni 2009 @ 12:08

  2. Englisch?!? Ich dachte du wolltest Französisch lernen??????????
    Man das hört sich ja alles spannend an, vielleicht muss ich dich doch auch noch besuchen kommen, dann helf ich die beim Hände schütteln 😉

    Liest du auch ab und zu deine E-Mail, oder muss ich dir jetzt alle Neuigkeiten auf der Homepage schreiben? Die Funktion wäre hier auf der Homepage auch cool, wenn man dir auch private Nachrichten schreiben kann.

    Übrigens kann ich den Artikel „Der Erste Eindruck“ auch hier im Büro nicht sehen und beim Papa hat es auch nicht funktioniert, muss ich mir jetzt etwa doch noch den Firefox runterladen?

    So ich arbeite jetzt mal weiter, nur noch 7 Arbeitstage, dann kriegst ein Foto von mir mit Karton in der Hand 😉

    XOXO

    Comment: Johanna – 05. Juni 2009 @ 12:32

  3. Ess mal eine Banane vom Strauch und denk an mich! Die Preise in der INES sind echt hoch, wie ist das zu erklären? Musik und Englisch, also das ist doch super für dich! Naja improvisieren kannst du ja als alt eingesessener Pfadi! Bin gespannt was du über die Wohnung berichten wirst. Ich zähl schon die Tage bis zum Flug (75) 🙂
    Viele liebe Grüße Mirko

    Comment: Mirko – 05. Juni 2009 @ 19:05

  4. das mit der banane mach ich mirko.
    Die preise erklären sich daher, dass hier nur leute essen gehen, die geld haben. in einem normalen restaurant bezahlst du 1000 francs, also so 1,30€.
    das ist auch in etwa der durchschnittliche tagesverdienst 😉

    Comment: rapha – 07. Juni 2009 @ 07:35

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